Wir halten erst einmal fest: Roland Koch (CDU) macht Wahlkampf in Hessen, weil er Ministerpräsident dieses Landes bleiben will. Für dieses Land hat der Innenminister Volker Bouffier Erfreuliches festgestellt, als die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2006 vorgestellt wurde (die für 2007 gibt es noch nicht): “Hessen ist so sicher wie nie.” Weiter sagte der Minister: “Wer die Präsenz der Polizei auf der Straße erhöht, macht Hessen für seine Bürgerinnen und Bürger sicherer.” Doch nun reicht mehr Polizeipräsenz nicht mehr aus, sagt sein Chef.
Roland Kochs spezielles und jüngstes Wahlkampfthema ist die Gewaltkriminalität junger Leute. Dazu heißt es in der polizeilichen Kriminalstatistik, die nach verschiedenen Straftaten unterscheidet, Mord und Totschlag betreffend: “Die Anteile von Jugendlichen und Heranwachsenden sind unterdurchschnittlich.”
Zu Körperverletzungen stellt das Landeskriminalamt fest, dass häusliche Gewalt einem erhöhten Verfolgungsdruck unterliege und die Zahlen deswegen steigen. Ohne statistische Berücksichtigung der häuslichen Gewalt wäre – so das Landeskriminalamt – “der Rückgang deutlich höher ausgefallen”.
Hauptgrund “Beziehungsdelikte”
Eine wichtige Rolle bei leichter und schwerer Körperverletzung spielten mit mehr als der Hälfte “Beziehungsdelikte”. Zu Deutsch: Wer sich prügelt, kennt sich meistens auch. Wie hoch der Anteil jugendlicher Gewalttäter ist, geht aus dem Zahlenwerk nicht hervor.
Auch in Hessen gibt es Gewalt an Schulen – mit 2006 gegenüber 2005 zunehmender Tendenz, allerdings nicht bei den Heranwachsenden, sondern bei den 8- bis 14-Jährigen. Über 80 Prozent der Gewalttaten an Schulen werden von Jungen verübt.
Den größten Anstieg gibt es bei der Wirtschaftskriminalität. 7691 Fällen in 2006 stehen 3246 in 2005 und 1782 in 2004 gegenüber. Erziehungscamps für solche Straftäter hat allerdings noch kein CDU-Politiker gefordert Warnarrest auch nicht.
“Und du denkst, ich hab alles im Griff” heißt es in einem Lied und auch für Roland Koch gilt lediglich: “Ich steh nur hier oben und sing ein Lied.” Mit vielen Misstönen Eine Strophe fehlt: “Was soll das?”
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