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Vermischtes + Wissenschaft

Lancet und die Rehabilitierung der Homöopathie

Samstag, den 5. Januar 2008 um 15:44 Uhr von Claus Fritzsche

Die wissenschaftliche Diskussion rund um das 2005 von der Medizinzeitschrift The Lancet proklamierte »Ende der Homöoapthie« hat ein überraschendes Ende genommen.

Homöopathie als Gewinner

Das anlässlich einer Publikation des Schweizer Sozial- und Präventivmediziners Matthias Egger von The Lancet 2005 mehr geforderte als argumentativ belegte Ende der Homöopathie hat nicht nur die menschlichen Seiten des wissenschaftlichen Verlagsgeschäfts ans Tageslicht gebracht. Die Kontroverse ging sogar mit Spiel, Satz und Sieg an die Fraktion der Homöopathie-Befürworter.

Klaus Linde reklamiert mangelhafte Dokumentation

Die Ungereimtheiten der Lancet-Publikation von Aijing Shang, Prof. Matthias Egger und Kollegen begannen schon früh mit der Kritik von PD Dr. med. Klaus Linde. Linde ist Ko-Autor der 1997 in The Lancet veröffentlichten Vorläufer-Studie. Es sei – so Linde – »…äußerst unbefriedigend, dass die Darstellung der Ergebnisse in der Publikation bzw. das Fehlen von Zusatzinformation es unmöglich macht, die Ergebnisse selbst nachzuvollziehen…«. Die Autoren hatten 16 Studien mit dem Argument »insufficient information« aus ihrer Arbeit ausgeschlossen, hätten ihre eigene Arbeit bei gleichem Maßstab jedoch ebenfalls ausschließen müssen.

Falsche Darstellung unter Wikipedia

Die vom Magazin stern zuletzt so hoch gelobte Online-Enzyklopädie Wikipedia erlaubt sich in Hinblick auf Homöopathie & Lancet eine grobe Falschdarstellung. Wikipedia verweist auf die Auswertung von 220 Studien, verschweigt jedoch, dass die Bewertung der Egger-Studie nur auf 8 homöopathischen und 6 konventionellen Studien basiert. Eine sehr schmale Datenbasis, um das Ende einer ganzen Therapierichtung auszurufen. Wikipedia gibt darüber hinaus die methodische Kritik an der Arbeit von Shang et al. unvollständig und grob irreführend wieder. Der Informationsdienst H.Blog weist in diesem Zusamenhang auf das Wirken der Molekularbiologin Nina Gerlach (Ex-Vorstand von Wikimedia Deutschland e. V.) hin, welche den Homöopathie-Artikel noch im August 2007 mit 135 Edits förmlich dominierte.

»Individualisierte Homöopathie« wurde nicht untersucht

Harald Walach, Wayne Jonas und George Lewith machten in einem vom Lancet publizierten Leserbrief schon früh darauf aufmerksam, dass keine der untersuchten Studien individualisierte Homöopathie enthielt, wie sie in Europa allgemein praktiziert wird. Die individualisierte Homöopathie kennt keine Präparate gegen Krankheitssymptome. Das jeweilige Medikament wird stattdessen nach ausführlicher Anamnese individuell für einen Menschen ermittelt. Walach, Jonas und Lewith wiesen auch darauf hin, dass die Bewertung »nicht besser als Placebo« keinesfalls gleichbedeutend mit wirkungslos ist. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil »Placebo« eine ganze Bandbreite von möglichen, von Mensch zu Mensch stark variierenden Wirkungen umfasst, über die etablierte standardisierte randomisierte Doppelblind-Studien (RCTs) keine Auskunft geben.

Kritik des medizinischen Statistikers Rainer Lüdtke

Die wahrscheinlich schwerwiegendste Kritik zum Thema publizierte der medizinische Statistiker der Karl und Veronica Carstens-Stifung, Rainer Lüdtke. Unter der humorvollen Überschrift »Das Ende des deutschen Fußballs« demontierte er die Argumentation der Lancet-Autoren Shang, Huwiler-Müntener, Nartey, Jüni, Dörig, Sterne, Pewsner und Egger förmlich. Lüdtke deckte die Schwächen der Publikation schonungslos auf: eine dramatische, bis ins Absurde reichende Überinterpretation der Daten.

Das Health Technology Assessment der Schweiz

Ironie des Schicksals: Zum guten Schluss machten Dr. med. Gudrun Bornhöft und Prof. Dr. med. Peter Matthiessen et al. vom Lehrstuhl für Medizintheorie und Komplementärmedizin der Universität Witten/Herdecke auch noch darauf aufmerksam, dass das methodisch höherwertigere Health Technology Assessment der Schweiz (die Publikation von Shang et al. war hier nur ein kleiner Teil und muss in diesem Kontext bewertet werden) zu einem für die Homöopathie ausgesprochen positiven Abschlussurteil kam: »Die Wirksamkeit der Homöopathie kann unter Berücksichtigung von internen und externen Validitätskriterien als belegt gelten, die professionelle sachgerechte Anwendung als sicher. (Quelle: Forschende Komplementärmedizin 2006;13 (suppl 2):19–29.)

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21 Reaktionen zu “Lancet und die Rehabilitierung der Homöopathie”

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  1. Frank

    am 5. Januar 2008 um 21:11 Uhr | Link | Kommentar melden

    Gibt es eigentlich sowas wie eine Qualitätskontrolle hier bei der Readers Edition oder darf jeder nach Lust und Laune seinen tendenziösen Quark veröffentlichen?

  2. Claus Fritzsche

    am 6. Januar 2008 um 09:15 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Frank:

    Also zumindest ist es hier erlaubt, anonyme Kommentare einzustellen, welche persönliche Wertungen (”tendenziösen Quark”) in den Raum stellen, ohne dafür sachliche Argumente zu bieten…

  3. Claudi

    am 6. Januar 2008 um 10:26 Uhr | Link | Kommentar melden

    Zur Homöopathie gibt es seit Jahren überzeugende Kritik, selbst wenn einzelne Aspekte der Kritik an der Kritik richtig sein mögen, ist das Gesamtergebnis weiterhin niederschmetternd für die Homöopathie. Alle anderen Behauptungen sind Lobbyismus und keine Wissenschaft.
    Der Glaube an Homöopathie ist der Glaube an Magie, die Homöopathie ist theoretisch nicht fundiert, unlogisch, empirisch NICHT belegt (außer Placebo) und insgesamt ein gutes Geschäft http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/
    zu Fritzsche uns seinen Homöopathiewerbetexten bzw. wie er mit seinen Kritikern umgeht sei der interessante, wenn auch lange Text unter:
    http://www.gwup.org/themen/texte/skeptikerpuc/gwupkritik1.html empfohlen.

  4. Dr. med. Kaschke

    am 6. Januar 2008 um 11:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    Dem (übrigens sehr gut recherchierten!) Beitrag ist noch hinzuzufügen, dass die Motivation von THE LANCET, auf der Grundlage von nur 8 bewerteten Homöopathie-Studien das Ende einer ganzen Therapierichtung zu fordern, sehr wahrscheinlich in einem WHO-Report lag.

    Im zum Zeitpunkt des Lancet-Artikels noch nicht publizierten Bericht der World Health Organization (WHO) hieß es: “Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien in den letzten 40 Jahren haben gezeigt, dass die Homöopathie gegenüber Placebo überlegen ist und der konventionellen Medizin in der Behandlung von Menschen und Tieren gleichgestellt werden kann.”

    Da es im Spannungsfeld von Alternativ- und Schulmedizin nicht nur um das Wohl des Patienten sondern auch um Milliarden-Gelder geht, sollte sich niemand wundern, wenn hinter den Kulissen auch mit harten Bandagen gekämpft wird.

    Siehe dazu auch der Kommentar von Sven Sommer:

    http://www.svensommer.com/index.php?artikel_lancet_kurz

  5. Nico

    am 6. Januar 2008 um 11:47 Uhr | Link | Kommentar melden

    @Frank: Leider darf das jeder. Es liest vermutlich niemand Fritzsches tendenziöses Weblog, deswegen versucht er es hier mal.

  6. Alex

    am 6. Januar 2008 um 16:09 Uhr | Link | Kommentar melden

    Den Artikel finde ich eigentlich ganz gut geschrieben, von etwas Neutralität mal abgesehen.
    Gut, gleiches gilt für mein Kommentar. Betrachtet man Homöopathie sachlich, steht man leider sofort auf Seiten der Kritiker und ist daher nicht mehr neutral.
    Mal ein paar Fragen so am Rande:
    Wieviele Untersuchungen oder Studien sind notwendig, um Homöopathie Befürwortern das Zugeständnis abzulocken, dass ein direkter Wirkungszusammenhang von Homöopathie, Krankheit und Heilung nicht vorhanden ist? Unendlich viele?
    Nach welchen Maßstäben müssten Studien designt werden, um Akzeptanz zu finden? Wenn sie nach wissenschaftlichen Kriterien gestaltet werden, können sie per Definition nicht mehr für die Homöpathie gelten, da die (leider immer stärker inflationär genutzte) Wissenschaft ja “noch” nicht in der Lage ist, die Wirkung nachzuweisen. Begeben sich Untersuchungen auf die Ebene der Homöopathie, können die Ergebnisse nicht zweifelsfrei anerkannt werden, da sie nicht nach wissenschaftlichen Maßstäben erhoben wurden. Wie also vorgehen?
    Im Gegenzug schuldet die Homöopathie immer noch einen Beleg ihrer Wirksamkeit, den sie bislang nicht erbringen konnte. Gleichzeitig fordern ihre Befürworter von den Kritikern einen Beweis der Unwirksamkeit, den diese befürworterkonform natürlich nicht vorbringen können, da alle Methoden nicht anerkannt werden.
    Es ist eigentlich schade, dass das ganze Thema nur mehr durch Rhetorik und nicht durch Fakten abgehandelt wird.

  7. Ende des Krieges? | Incantator

    am 6. Januar 2008 um 17:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Wie man in einem Artikel von Claus Fritzsche auf der Seite “Readers-Edition” vernehmen kann, scheint der Streit ein vorläufiges Ende gefunden zu haben. Erfreulich für die Anhänger der Homöopathie: sie können einen Erfolg verbuchen! Was das heißt und wie es dazu kam, ist sehr umständlich zu erklären, wenn man alle Details einbeziehen will. Ich selbst habe mich bei meinen Recherchen lange durch Artikelfluten “gewühlt”, deren Aussagekraft und Komplexität den Rahmen eines Beitrags sprengen würden. Deswegen weiche ich von einer wissenschaftlich wie chronologisch diffizilen Darstellung ab. Die hat ohnehin schon Herr Fritzsche in seinem sehr informativen Artikel vorgestellt. Ich beziehe mich auf das, was ein Beitrag von Klaus Linde im Internet mir vermittelte. […]

  8. Claus Fritzsche

    am 6. Januar 2008 um 18:11 Uhr | Link | Kommentar melden

    Da keiner der Kommentatoren auf die im Artikel erwähnten Original-Quellen (Linde, Walach, Jonas, Lewith, Lüdtke, Bornhöft, Matthiessen et al.) konkret eingegangen ist (wahrscheinlich weder die erwähnten Artikel noch das wissenschaftliche Fachbuch von Bornhöft, Matthiessen et al. je geleseh hat), erspare ich mir hier eine Diskussion.

    Wer sich im Internet zum Thema “Homöopathie” äußert, der macht früher oder später Bekanntschaft mit Migliedern und Anhängern des Skeptiker-Vereins GWUP e. V., so auch in den Kommentaren hier. Daher ein paar Links zu dieser Wissenschaftlichkeit suggerierenden dogmatischen Gruppierung:

    »Das Skeptiker-Syndrom«
    (Artikel des Heidelberger Soziologen und GWUP-Gründers Edgar Wunder)
    http://www.psychophysik.com/html/re-061-skeptizismus.html

    »Die GWUP und Homöopathie:
    Zwischen Wissenschaft und Agitation…«
    http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup03.html

    »Vom Regen in die Traufe«
    (Erfahrugnsbericht des Ex-GWUP-Mitglieds Rudolf Henke)
    http://www.skeptizismus.de/henke.html

    »Mein Standpunkt als SKEPTIKER-Redaktionsleiter«
    (Stellungnahme des Ex-GWUP-Mitglieds Stephan Matthiesen)
    http://xweb.geos.ed.ac.uk/~stephan/text_SkeptikerPosition.de.html

    Auffällig am Verein GWUP e. V. ist, dass er in der Öffentlichkeit den Eindruck von “Wissenschaftlichkeit” erweckt, jedoch über kein einziges Mitglied verfügt, welches einen wissenschaftlich forschenden Hintergrund in der komplementärmedizinischen Forschung hat und über Publikationen in peer-review-geprüften wissenschaftlichen Fachzeitschriften verfügt.

    Es handelt sich überwiegend um weltanschaulich hoch motivierten Laien, welche sich unterhalb von Volkshochschul-Niveau dem Thema “Homöopathie” nähern, dieses Manko jedoch durch große Aggressivität kompensieren.

    Gemeinsames Kennzeichen: In der großen Mehrzahl sind die sich zu Wort meldenden GWUP-nahen Stimmen nicht in der Lage, eine Fachdiskussion zu führen.

    Machen wir einen kleinen Verständnis- und Intelligenz-Test:

    Welcher der GWUP-Freunde hier ist in der Lage, die sachliche Argumentation von Dipl. Stat. Rainer Lüdtke in seinem in der FORSCHENDEN KOMPLEMENTÄRMEDIZIN publizierten Kommentar “Das Ende des deutschen Fußballs”) in wenigen Worten zusammenzufassen?

  9. Tom

    am 6. Januar 2008 um 18:23 Uhr | Link | Kommentar melden

    Also ich vermisse hier noch die Knalltüten Ralf Behrmann, Aribert Deckers & Co.:

    http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup02.html

  10. Luise Häberle

    am 9. Januar 2008 um 18:53 Uhr | Link | Kommentar melden

    Habe die Geschichte und die Kommentare zusammen mit meinem Freund Horst Schlämmer gelesen. Wir finden es höchst spannend und möchten auf dem Laufenden gehalten werden!

  11. Marcus Braun

    am 25. Januar 2008 um 22:36 Uhr | Link | Kommentar melden

    Homöopathie in der Medizin ist in etwa so seriös und sinnvoll wie Astrologie es ist.

  12. Marcus Braun

    am 25. Januar 2008 um 22:40 Uhr | Link | Kommentar melden

    Mal eine dumme Frage zur Homöopathie. Dort wird ja ein Wirkstoff so lange verdünnt, bis er eben faktisch nicht mehr da ist.

    Warum dann nicht gleich den Wirkstoff verabreichen ?????????????????

    Wenn der verdünnte Wirkstoff wirken würde, wären wir alle längst tot, denn dann wären auch noch alle Gifte in der Flüssigkeit, die je damit in Kontakt kamen.

  13. Claus Fritzsche

    am 26. Januar 2008 um 10:05 Uhr | Link | Kommentar melden

    Zur dummen Frage:
    Selbstheilungsmechanismen werden nicht nur durch die Verabreichung pharmazeutischer Wirkstoffe auf biochemischer Ebene … sondern auch durch viele andere Wege ausgelöst. Es reicht beispielsweise schon ein REIZ (Wadenwickel), um auch ganz ohne pharmazeutische Wirkstoffe eine körpereigene Selbstregulation auszulösen.

    Zu diesem Thema lesenswert:
    Prof. Fritz-Albert Popp zum Dogma lokalisierbare, materieller Prozesse in der Medizin
    http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=110

    Randomisierte und doppeltverblindete Studien in der Veterinärmedizin lassen überigens auch die Möglichkeit zu, dass hier ein subtiler, nicht biochemischer Wirkmechanismus sehr wohl vorhanden ist, der noch zu entdecken ist. Das muss kein materielles Phänomen sein, es kann auch ein Informations-Phänomen sein. Siehe:

    http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup07.html

    Zitat:
    “… Schließlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es auch im Bereich der Veterinärmedizin weit über 100 randomisierte Therapiestudien zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel gibt (von denen 55 % positiv verlaufen sind). Placeboeffekte sind in diesem Bereich sicherlich nicht auszuschließen. Wie sich aber … persönliche Zuwendung, die Überzeugung und der Glaube (!) im Schweinestall unter den Bedingungen der modernen Massentierhaltung an mehr als 4.000 Tieren ,verabreicht über das Trinkwasser, unter Doppelblindbedingungen gegenüber Placebo bzw. Antibiotika durchsetzen kann [24], ist jedenfalls höchst erklärungsbedürftig.
    …”

    Zurück zu meiner Vorbedingung für eine vertiefende Diskussion:

    Welcher der GWUP-Freunde hier ist in der Lage, die sachliche Argumentation von Dipl. Stat. Rainer Lüdtke in seinem in der FORSCHENDEN KOMPLEMENTÄRMEDIZIN publizierten Kommentar “Das Ende des deutschen Fußballs” in wenigen Worten zusammenzufassen?

    Wer sich zum Thema “Homöopathie & Forschung” äußert, der solte - so meine ich - zumindest über rudimentäres Basiswissen darüber verfügen, nach welchen Regeln komplementärmedizinische Therapieverfahren wissenschaftlich untersucht und bewertet werden und welche methodischen Fragen hier unter CAM-Forschern diskutiert werden.

    Der Verweis auf fehlende Moleküle ist m. E. so aussagekräftig wie der Sprung von einem Baum als Nachweis dafür, dass der Mensch unmöglich zum Mond fliegen kann. Die Welt ist etwas komplexer als binäres monokausales menschliches Denken es zulässt. Wir können uns beispielsweise Vokabeln merken, obwohl niemand je das biochemische Gegenstück zu einer Vokabel im Gehirn gefunden hat (und je finden wird.) Auch hier fehlt der Wirstoff … nicht jedoch die Information.

    In der CAM-Forschung gilt übrigens der Grundsatz “Absence of evidence is not evidence”:
    http://www.bmj.com/cgi/content/full/328/7438/476

    Mit anderen Worten:
    Kriterium für die Bewertung eines medizinischen Therapieverfahrens ist ausschließlich die Kenntnis der Wirkung … und nicht die Kenntnis des Wirkmechanismus. Im Jahre 1800 wusste man nahezu nichts über die menschliche Selbstheilung (Autoregulation) … und trotzdem funktionierte sie. Auch Aspirin wirkte noch bevor der Wirkmechanismus bekannt war.

  14. Andreas E.

    am 8. Februar 2008 um 20:06 Uhr | Link | Kommentar melden

    Die GWUP ist nachweislich die zweite organisierte Zelle des Skeptiker-Vereins e.V. Deutschland, der auch auf paranormalen Gebiet einen Kleinkrieg gegen Schamanen, Hexen, Zauber, Magier und sonst was führen. Hellseher und Löffelverbieger stehen bei diesem Verein sehr hoch im Kurs. Und ich in die gleiche Kategorie fallen für die GWUP auch Heilpraktiker und Homöpathen.

    Sie haben schon Recht, wenn sie schreiben, das das Hauptschulniveau für die Mitglieder des roßdorfer GWUP-Vereins noch unterboten wird. Ich habe mich mehrfach um eine Aufnahme beworben, um mit dem schwachsinnigen Geschwurbel und der Lügen, die über die Internetpräsenz verbreitet werden, ein Ende zu machen. Natürlich wurde ich nicht genommen, da mein Name bereits durch eine der Nebenorganisationen, die die GWUP unterhält ‘negativ’ aufgefallen bin. Unter anderem deshalb, weil ich dort im Vereinsvorstand (eben jener Unterorganisation) faschistische Tendezen nachwies, die ich auch in den Schriften der GWUP vorfand.

    Was nicht sein kann, was nicht sein darf!

  15. Claus Fritzsche

    am 9. Februar 2008 um 10:10 Uhr | Link | Kommentar melden

    Aus meiner persönlichen Sicht gibt es im weiten Feld der “Esoterik” durchaus viele Anbieter von hoch interessanten “Dienstleistungen”, denen öffentliche Aufmerksamkeit und eine kritische Hinterfragung ihrer “Arbeit” sehr gut tun würde.

    Allerdings nur dann, wenn diese kritische Hinterfragung sachlich, wissenschaftlich, fair und seriös erfolgt. Die GWUP könnte dies theoretisch leisten, wenn sie sich an die Spielregeln halten würde, welche die (seriöse) Gesellschaft für Anomalistik e. V.
    (http://www.anomalistik.de/ursprung.shtml) aufgestellt hat. Macht sie jedoch nicht. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Fossa/GWUP

    Der Kommentar von ANDREAS E. stammt m. E. nicht von einen GWUP-Kritiker sondern von einem GWUP-Anhänger und Agent Provocateur. Zielsetzung: Die berechtigte Kritik in die Lächerlichkeit zu ziehen. Die tragikomische Vorgehensweise erinnert mich dabei ein klein wenig an meinen Freund Ralf Behrmann: http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup02.html

  16. Readers Edition » GWUP und Komplementärmedizin: “Hilfe Skeptiker!”

    am 3. Juni 2008 um 03:07 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] 5. Stand der Forschung: Aussagen der GWUP zur Komplementärmedizin geben weder den Stand der Forschung noch das in der Scientific Community bestehende vielschichtige, komplexe und uneinheitliche Meinungs-Spektrum korrekt wieder. Die GWUP hat hier die Angewohnheit, Informationen sinnentstellend zu selektieren, zu pauschalisieren und zu vereinfachen, ohne Rechenschaft darüber abzugeben, warum sie bestimmte Informationen verschweigt und andere wiederum erwähnt. Der Verein zitiert beispielsweise gerne das von der Medizinzeitschrift The Lancet voreilig proklamierte vermeintliche Ende der Homöopathie, verschweigt jedoch die anschließende Fachdiskussion (siehe auch: “Lancet und die Rehabilitierung der Homöopathie”). GWUP-Mitglieder erwähnen gerne das Buch “Die Andere Medizin”. Sie verschweigen jedoch gleichzeitig die gravierenden Mängel, welche z. B. Kienle & Kiene (“Die Andere Medizin - Evidenz- oder Eminenz-basiert?”) im Deutschen Ärzteblatt oder Prof. Karl-Ludwig Resch in der Forschenden Komplementärmedizin (“Die Andere Medizin: Gut gemeint - schlecht gemacht”) geäußert haben. Kontroverse, offene und transparente Diskussionen werden in der Scientific Community als wertvolle Basis zur Meinungsbildung zugelassen. Auf der Webseite der GWUP werden sie hingegen, ganz im Stile des früheren SED-Zentralorgans “Neues Deutschland”, überwiegend verschwiegen. […]

  17. Andreas E.

    am 12. Juni 2008 um 14:42 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Fritzsche,

    ich weiß zwar nicht, welches Problem sie haben - aber ich möchte es nicht haben!

    Was ich in meinen obigen Kommentaren geschrieben habe, entspricht aktuellem Stand der Recherche. Und ist alles belegbar! Leider!!

    Wenn hier einer auf ‘Agent provocateur’ macht, sind sie dies selbst.
    Und dann kann ich sie noch weniger verstehen. Sind sie nun “für” oder “wider” die GWUP? Oder sind sie nur jemand, der abgelehnt wurde, weil er im Gegensatz zu diesen Skeptikern fachübergreifend arbeiten will?

    MfG

    Ps.: Eine Antwort wird darauf nicht erwartet. Aber ich finde ihre Aussage über meine Person mehr als nur amüsant. Da stellt sich wirklich die Frage, in welcher Wirklichkeit sie leben …

  18. Claus Fritzsche

    am 12. Juni 2008 um 16:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Andreas E.

    Ihre Frage ist leicht zu beantworten:

    ICH BIN DES WAHNSINNS FETTE BEUTE!

  19. Homöopathie, Forschung & Wissenschaft 2008 - Die Jahresbilanz des H.Blogs | H.Blog: Homöopathie & Forschung

    am 11. August 2008 um 17:35 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] READERS EDITION: »Lancet und die Rehabilitierung der Homöopathie« […]

  20. Wikipedia, Agitprop und Nina Gerlach | H.Blog: Homöopathie & Forschung

    am 12. August 2008 um 11:19 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] 3. Fehlerhafte Zitate: Nach einem Hinweis in der Mailingliste der Gesellschaft für Anomalistik e.V. bezeichnete der Diplom-Biologe Klaus Frisch die hier geäußerte Kritik an Nina spontan als Verleumdung - ohne zuvor ein ausführliches Studium der Quellen vorgenommen zu haben - und bekundete auf der Benutzer-Seite von Nina sofort seine volle Solidarität. Genau dieser Klaus Frisch drückt sich inzwischen etwas differenzierter aus und weist Nina auf ihrer Benutzerseite nun darauf hin, dass sie z. B. Aussagen zu Shang & al. (siehe auch: »Lancet und die Rehabilitierung der Homöopathie«) falsch zitiert. O-Ton Frisch im Vermittlungs-Ausschuss: »…Wie ich unten in der Diskussion dargelegt habe, steht in dem jetzt endlich von Nina genannten „Beleg“ (Shang & al. 2005) keineswegs drin, was Nina behauptet … Nina vertritt eine dezidiert Homöopathie-feindliche Position (wie sie auf ihrer Diskuseite gerade sehr deutlich gemacht hat), die sie irrtümlich für „neutral“ hält. Und sie hat ihre Entschlossenheit bekundet, das ohne jegliche Konzessionen weiter durchzuziehen. Das ist POV, auch wenn er von einigen Anderen geteilt wird. Gibt es dafür reputable Quellen, kann er in den Artikeln gebracht werden - als eine Meinung. Ansonsten sollte vornehmlich der Stand der Wissenschaft widergegeben werden, was Nina zwar für sich reklamiert, aber keineswegs tut. Die von ihr jetzt endlich genannte Lancet-Studie könnte da im Vordergrund stehen, aber nicht Ninas private Schlüsse daraus, sondern die Aussagen dieser Studie…«. Der folgende Wortwechsel ist dabei bezeichnend für die aggressive und dogmatische Qualität der Beiträge von Nina: […]

  21. Schweiz: Krankenkassen müssen Alternativmedizin bald wieder bezahlen | H.Blog: Homöopathie & Forschung

    am 24. September 2008 um 07:47 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] Zur großen Verblüffung der an der PEK beteiligten Forscher wurden die wissenschaftlichen Ergebnisse nach einem politischen Machtwechsel in der Schweiz unter Verschluss gehalten. Die PEK-Leitung wechselte damals von Ruth Dreifuss (Sozialdemokratische Partei der Schweiz) zu Pascal Couchepin (Freisinnig-Demokratische Partei). Pascal Couchepin entsorgte die PEK-Daten »im Tresor« und ließ eine öffentliche Diskussion nicht zu. Die Medizinzeitschrift The Lancet zitierte damals gezielt eine im Rahmen des HTAs unbedeutende und methodisch zweifelhafte Teilstudie und erweckt aus heutiger Sicht den Eindruck, sich an einer politischen Kampagne beteiligt zu haben. Auf der Grundlage von nur acht (!) bewerteten Studien proklamierte The Lancet das vermeintliche Ende der Homöopathie. In der anschließenden wissenschaftlichen Fachdiskussion ging die von The Lancet zitierte Studie des Schweizer Sozial- und Präventivmediziners Matthias Egger mit wehenden Fahnen unter (→ Lancet und die Rehabilitierung der Homöopathie). […]

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