Bezogen auf die globale Kommunikation kann man sagen, dass die Welt heute in zwei Gruppen gespalten ist: Die einen haben Zugang zum Internet, die anderen nicht. Die kleine, aber wachsende Minderheit wird Teil einer immer aktiveren und komplexeren weltweiten Netzkultur. Die anderen nicht.
Die Kluft zwischen diesen zwei Welten wurden letzte Woche von essa im Uncategorizable Blog behandelt.
Essa fragt: Wie wirkt die Welt der Internetnutzer auf Außenstehende? In seinem Artikel ‘Die andere Seite der Kluft‘ versucht er es mit folgender Erklärung:
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Ich denke es stand in einem Buch von Gould, dass das Leben auf der Erde nicht von den Menschen, sondern von den Bakterien am besten repräsentiert wird. Ob es nun nach der Population, den Lebensraum oder die Artenvielfalt geht – kein Mehrzeller kann mit den Bakterien mithalten, schon gar nicht die Menschen.
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Aber ein Einzeller kann keinen Mehrzeller erkennen. Wenn ein Einzeller einen Mehrzeller sieht, sieht er nur jede Zelle des Mehrzellers einzeln. Der Einzeller denkt sich dann vermutlich: “Der Inhalt dieser Zellen ist irgendwie anders, aber sie sind zweifellos Zellen wie wir”. Einzeller können vermutlich nicht die Interaktionen zwischen zwei anderen Zellen sehen: Sie unterscheiden nur den Inhalt der Zellen, können aber nicht zwischen “denen” und “wir” unterscheiden.
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In Büchern über die Erziehung von Hunden steht immer folgendes: “Geben Sie dem Hund zu Verstehen, dass er in der Rangordnung unter seinem Besitzer steht”. Hunde verhalten sich instinktiv entsprechend einer Hierarchie in einer Gruppe. Wenn man sie also verwöhnt stellen die Hunde sich an sie Spitze der Hierarchie und verhalten sich als Anführer. Die Hunde glauben dann in jeder Situation die Entscheidungen für die Gruppe treffen zu müssen. Aber in der Gesellschaft der Menschen gibt es keine Instinkte, die zu den geeigneten Handlungen führen. Das scheint die Hunde zu verwirren, und sie Beginnen zu bellen und zu beißen.
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Solange Menschen und Hunde zusammenleben erkennen Hunde keinen Unterschied zwischen Hunden und Menschen, sie erkennen nur Gerüche und Hierarchien.
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Ikeda Kiyohiko [Biologieprofessor der Waseda Universität] erklärt, dass die Entwicklung des Lebens kein Wechsel von einem alten System zu einem neuen System ist, sondern dass das alte System vielmehr das gleiche bleibt, während sich darauf aufbauend ein neues System konstruiert, auf einem anderen Niveau.
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Demnach würde nicht jeder die Kluft überwinden. Es gäbe er scheinen, als gäbe es einen Riss zwischen denen, die die Kluft überwinden und eine neue Ordnung konstruieren, und denen, die wie zuvor weiterleben, unbeeindruckt vom Wandel.
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Aus der Sicht der Menschen auf dieser Seite der Kluft scheinen die Leute auf der anderen Seite wie ähnliche Menschen, die einen Wandel durchmachen, Mitglieder einer ähnlichen Gesellschaft die ähnliche Dinge essen, ähnliche Fahrzeuge fahren, ähnliches Geld nutzen und von einem ähnlichen politischen System regiert werden. Sie sehen immer die gleichen Menschen.
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Aber die Menschen, die die Kluft überwunden haben sehen ein völlig neues, anderes System auf einem anderen Level.
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Sobald der Anteil der Internetnutzer an der Weltbevölkerung eine gewisse Schwelle erreicht hat – auch wenn nicht jeder die Kluft überwindet – bildet sich schon mit den “Early Adapters” eine nennenswerte Masse von Menschen. Ein hinreichend komplexes System wird Form annehmen ein Ökosystem wird sich entwickeln und funktionieren.
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Die Leute, die diese Welt erkennen können und diejenigen, denen dies nicht gelingt, könnten in unterschiedlichen Welten leben.
Dieser Artikel erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Clemens Harten, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.
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