Local Heroes (Vol. 23): Godzilla was a friend of mine

Brachiale Gitarrenklänge, Beats, die sich ohne Gnade in den Hörkanal einhämmern und Stimmen, die dem Zuhörer die geballte Wut der jüngsten Generation entgegenschreien… Genug davon? Mit den fünf Herren von “Godzilla was a friend of mine” aus dem Raum Bad Kissingen und der ersten Folge unserer “local heroes” im neuen

godz1.JPGBrachiale Gitarrenklänge, Beats, die sich ohne Gnade in den Hörkanal einhämmern und Stimmen, die dem Zuhörer die geballte Wut der jüngsten Generation entgegenschreien… Genug davon? Mit den fünf Herren von “Godzilla was a friend of mine” aus dem Raum Bad Kissingen und der ersten Folge unserer “local heroes” im neuen Jahr, kann es die Rockmusik liebende Gemeinde getrost etwas ruhiger angehen lassen. Wohltuend setzen sich Sänger Mathias, Gitarrist Christoph und sein Kollege Simon sowie Bandmember Flo am Bass und letztlich Manuel an den Drums von immer gleichen harten Styles im Frankenland ab.

Seit Juni 2006 starten die selbsternannten “Freunde des Monsters”, das seit den 50er Jahren auf den Kinoleinwänden der Welt für den ein oder anderen Schocker sorgte, gemeinsam durch. Ihre ganz und gar nicht schockierende Mission: Menschen hier und anderswo mit einem einzigartigen Wechselspiel aus Rhythmus, Melodik und Dynamik begeistern. Und das selbstverständlich einzig mit selbstkreierten Songs, die in mühevoller und äußerst kreativer Kleinarbeit im heimischen Probenkeller das Licht der Welt erblicken.

Liebe auf den ersten “Monster-Blick”?

Eine kleine Entdeckungsreise in die unterschiedlichsten Genrevorlieben der Newcomer ist garantiert. Schubladendenken kommt bei den Jungs, deren Maskottchen eher niedlich als bösartig wirkt, gar nicht erst auf. Zu unterschiedlich sind die Einflüsse, der jungen Musiker. Von Tool über At the drive in, Radiohead, The Verve oder Biffy Clyro reichen die hauseigenen Präferenzen, wenn es um das richtige “Futter” für den eigenen CD-Player geht.

Wie so etwas zusammenfindet? Nun, Liebe auf den ersten “Monster-Blick” wird es nicht gewesen sein. Immerhin stand noch vor der Bandgründung der erste Gig, der die Herren so letztlich unter Zugzwang stellte. Zusammentrommeln hieß es also: Und zwar aus Cover-Bands, Musikvereinen und auch einem allseits beliebten Festival, um das Kennenlernen des Quintetts kurz und bündig auf den Punkt zu bringen. Zaghaft kam nun der erste eigene Song “Fade” ans Tageslicht. Doch was immer noch fehlte, war ein eigens kreierter Bandname…

Weshalb er dann gerade dermaßen exotisch ausfallen musste, erklärt Bassist Flo folgendermaßen: “Eine Begründung warum dieser Name? Ich schätze es ist mehr auf die Vergangenheit gerichtet. Wie ein Kind das melancholisch in die Vergangenheit blickt und sich erinnert.” Aha, Erinnerungen stehen also im Vordergrund. Funktioniert das auch, wenn sie die Entstehung ihrer ureigensten Kompositionen erklären sollen? Nachdem man erfährt, dass Christoph eher auf die härtere, deftige Gangart mit schweren, dröhnenden Gitarrenriffs und dumpfen Bässen steht, Simon dann dafür sorgt, dass ausgefallene Rhythmen und Melodien zusammenfinden und Florian stets darum bemüht ist dem Ganzen mit einprägsamen Bassläufen im Hintergrund das Fundament aufzubauen, dann hört sich das schon recht plausibel an. Vor allem, wenn dann noch Manni dazu stößt, der durch seine komplexe Spieltechnik versucht etwas Neues einzubringen.

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Das Sammelsurium an Gedanken und Ideen nimmt also seinen Lauf: “Jeder bringt Melodien und Rhythmen mit ein, was am Ende gemeinsam abgestimmt wird”, bringt es Flo auf den Punkt und das Ergebnis kann sich hören lassen.

Meilen vom Mainstream entfernt

Stumpfe Partymusik ohne Tiefgang ist hier demnach nicht angesagt. Doch Depressionsgefahr besteht bei Weitem nicht. Wenn Ideen und Gefühle zu Musik werden, Hochs und Tiefs als eingängige Klänge die Bühne verlassen und der Mainstream mehr als nur ein paar Meilen entfernt liegt, dann hat man sie vor sich: Die “Freunde des Monsters” oder besser gesagt “Godzilla was a friend of mine”.

Ihre aktuelle EP mit sechs hauseigenen Songs ist seit wenigen Wochen am Start und die Motivation liegt hoch. Eine Clubtour für dieses Jahr steht ebenso auf der Wunschliste, wie ein richtiges Album mit einer breiten Songpalette. Da bleibt nur zu sagen: Reinhören, überzeugen lassen und die Kontraste genießen. Demnächst (18.01.08) übrigens live im JUZ in Bad Kissingen anlässlich der legendären U & D-Reihe, wo schon lokale Größe wie “The Ghost Rockets“, “Kojak” und “Black Nova” zum Tanz aufspielten.

Wer allerdings schon vor diesem Event Näheres über diese Herrschaften erfahren möchte, der sollte uns an dieser Stelle ins nachfolgende Video folgen. Die Readers Edition hat sich kurz vor Jahresschluss in die Probenkeller der Nation begeben, um sich die Jungmusiker einmal ganz aus der Nähe anzusehen… Viel Spaß!

Für Kamera und Schnitt zeichnet sich erneut unsere liebe Dani verantwortlich.

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