Jetzt hätte die “Bild”-Zeitung wohl gern einmal ein Problem, denn wer für dieses Boulevardblatt arbeiten will, muss sich vertraglich zur Freundschaft mit Israel verpflichten. Eine wichtige Organisation in Deutschland ist der Zentralrat der Juden, der also ebenfalls nicht kritisiert werden darf.
Was also tun? Wie geht es nun weiter mit der Hetzkampagne, die der hessische Ministerpräsident Roland Koch und “Bild”-Redakteur Nikolaus Blome am 28. Dezember 2007 gestartet haben? Einstampfen? Das Gegenteil behaupten?
Fakt ist: Der Zentralrat der Juden hat heute eine Presseerklärung verbreitet zur “Debatte über junge kriminelle Ausländer”. Stephan Kramer als Generalsekretär dieses Zentralrates stufte demnach in einem Gespräch mit dem Deutschen Depeschendienst (ddp) die Kampagne des hessischen Ministerpräsidenten als “verlogen” ein. Das Niveau des Wahlkampfes von Koch unterscheide sich “kaum noch von dem der NPD”. Was man jetzt brauche, seien “Erziehungs- und Ehtikkurse für einige Politiker” und “lauten Widerspruch aus der Gesellschaft”, es dürfe nicht länger mit dem Feuer gespielt werden.
Zuwendung statt Strafe
Eine Verschärfung des Jugendstrafrechts lehnte Stephan Kramer ab: “Es mag für manche ‘harten Politiker’ ja schwer zu akzeptieren sein, aber was den meisten Kindern und Jugendlichen fehlt, sind keine Strafen, sondern Verständnis und Zuwendung – und das schon im Kleinkindalter.”
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla nannte die Kritik des Zentralrates der Juden postwendend “absurd“. Ist sie das wirklich? Stephan Kramer sagte auch, dass es bereits “erste Anzeichen” dafür gebe: “NPD und andere rechtsextreme Gruppen nutzen die Debatte.”
NPD lobt Koch
Das kann doch nun wirklich niemand bestreiten. NPD-Generalsekretär Peter Marx hat Roland Koch am 4. Januar 2008 ausdrücklich gelobt. Die vom hessischen Ministerpräsidenten “angestoßene Debatte über Jugend- und Ausländerkriminalität” sei ein wichtiger “Beitrag zur Enttabuisierung dieses Themas”.
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[xxx...gemeldeter Kommentar von der Redaktion entfernt. Der Zentralrat der Juden vertritt zwar eine Minderheit, die Herabstufung dieser Organisation hält sie jedoch für eine Verhöhnung der Nazi-Opfer...xxx]