Hillary is back - Sieg in New Hampshire

- Hillary Clinton kann wieder lachen. Photo: Daniella Zalcman
Hillary Clinton: 39 Prozent der Stimmen, Barack Obama: 36 Prozent - so das Endergebnis von New Hampshire im US-Vorwahlkrimi. Eigentlich hatte sie nach den letzten Umfragen vor der Wahl noch weit abgeschlagen hinter Barack Obama gelegen. Auch in unserer Umfrage trauten ihr nur 18 Prozent zu, Obama noch abzufangen. Doch dann kam alles anders. Clinton came back.
“In der letzten Woche habe ich euch zugehört. Und dabei habe ich meine Stimme gefunden.” - So beginnt sie ihre Siegesrede in New Hampshire und ohrenbetäubend kreischen ihre Anhänger vor Begeisterung entgegen. Und sie endet mit den Worten: “Jeden einzelnen Tag bin ich begleitet von Millionen Menschen, die genauso wie ich glauben, dass dieses Land es wert ist, darum zu kämpfen.” Das Bild hat sich gewandelt, man sieht eine lachende, aufgelöste Hillary. Offenbar, so heisst es, hätten viele der Wähler sich in letzter Minute erst entschieden - Stimmen, die in die Umfragen vorher noch nicht mit eingeflossen waren. Jetzt darf sie sich wieder berechtigte Hoffnungen auf die Kandidatur für die Demokraten machen, denn der Verlierer des Abends heisst Barack Obama.
Authentische Leidensgeste
Noch auf einer der letzten Pressekonferenzen vor New Hampshire hatte Clinton niedergeschlagen und ausgelaugt gewirkt und den Tränen nahe geseufzt: “Es ist nicht leicht, es ist nicht leicht.” Berechnung oder wahre Emotion? - so fragten sich im Anschluß gleich die Kommentatoren, doch es hat gewirkt. Nachdem sie gehetzt und allzu donnernd noch kurz zuvor gegen ihre Kritiker gewettert hatte, bedurfte es scheinbar dieses schwachen Moments - eine menschliche Gefühlsregung immerhin -, um Teile der Wählerschaft wieder auf ihre Seite zu ziehen. Auf jeden Fall wurde klar: sie kämpft. Das bei ihr bekannte eisige Lächeln verschwand und wich einer angemessen authentischen Leidensgeste - genau das verlieh ihr auf einmal ein großes Stück mehr Glaubwürdigkeit und Sympathie.
Vielleicht ist alles aber auch ganz anders. Die Wähler von New Hampshire seien loyal, so heisst es nämlich auch. Denn schon damals vor 16 Jahren hätten diese Bill Clinton nach seinem ebenfalls (und noch stärker) verpatzten Auftakt in Iowa in New Hampshire eine zweite Chance gegeben und starker Zweiter lassen - später wurde er Präsident. Im Vergleich zu heute empfinden viele der Wähler die Clinton-Ära als rosig, deshalb die Treue.
John Edwards, weit abgeschlagener Dritter in New Hampshire mit 17 Prozent (in Iowa noch einen Prozentpunkt vor Clinton) will dennoch weitermachen und um die Präsidentschaft in den restlichen noch offenen 48 Bundesstaaten kämpfen. Viele glauben noch an ihn, doch die meisten sprechen nur noch von einem Zweikampf zwischen Obama und Clinton.
John Mc Cain Gewinner der Republikaner
“Mac is back”, so der Schlachtruf der Anhänger John McCains. Auf Seiten der Republikaner hat er klar gesiegt (37 Prozent): “Wir haben den Menschen in diesem Land gezeigt, wie ein ordentliches Comeback aussieht”, so McCain. Dieses Ergebnis deckt sich mit den zuvor ermittelten Umfragen und rückt die Außenseiterrolle des Auftaktsiegers von Iowa Mike Huckabee (11 Prozent in N.H. und damit nur Platz 3) in den zuvor auch in Umfragen prognostizierten Zusammenhang. Mitt Romney wurde mit 32 Prozent Zweiter.
Bei den Republikanern kann sich theoretisch fast jeder der Kandidaten noch Chancen ausrechnen. Rudy Giuliani (9 Prozent in N.H.) etwa hofft noch auf die großen bevölkerungsreichen Staaten wie etwa Florida oder Kalifornien.
Wie geht es weiter? Nach der nächsten Vorwahl in Nevada am 19. Januar und und South Carolina (26. Januar) wissen wir mehr. Und nach dem 5. Februar, dem “Super-Duper-Tuesday” - Abstimmungstag für gleichzeitig 22 Staaten - wird sich wohl die Spreu vom Weizen getrennt haben.
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Hillary Clintons Siegesrede von New Hampshire:
(Photo Quelle/ Copyright: Daniella Zalcman, cc creative commons, via flickr)











Heinz-Peter Tjaden
Ob Hillary Clinton wirklich die Gewinnerin dieser Wahl ist, ist die große Frage. Sie hat zwar bei den Parteianhängern die meisten Stimmen bekommen, Barack Obama dafür aber bei den unabhängigen Wählerinnen und Wählern.
Turbo
Wieso fragt keiner nach ihrer Whitewater Affaire, von damals.
Alle Medien schweigen dieses Ding tot. Übrigens auch die BRD-Wikipedia.
Als ob da ein großer Staubsauger den Weg freimachen würde…
Schlecht ist nur schlecht, der Schlechtes dabei denkt.
Honi moi, qui mal y pense.
(Inspruch des britischen Hosenbandordens)
Martin Stahlke
@ Heinz-Peter Tjaden,
die Tatsache ist richtig, die Schlußfolgerung falsch:
Von den 50 Vorwahlen sind auf demokratischer Seite 20 so genannte “closed primaries”, das heißt nur registierte Demokraten können abstimmen, die Unabhängigen können keine Stimme abgeben.
Dass Obama also bei den Unabhängigen Wählern vorne liegt und Clinton bei den demokratischen Stammwählern, spielt - wenn dies so bleibt - eindeutig ihr in die Karten.
mit freundlichen Grüßen,
M. Stahlke
Readers Edition » Klarer Sieg für Romney in Michigan
[…] Es ging um das politische Überleben Romneys im US-amerikanischen Wahlkampf. Hätte er hier in seiner Heimat nicht gewonnen, wäre dies wohl das Aus für seine Präsidentschaftskandidatur gewesen. Doch mit 39 Prozent der Stimmen konnte er sich deutlich von seinem ärgsten Rivalen John McCain absetzen (30 Prozent), dem Gewinner von New Hampshire. Das Ergebnis der Demokraten spielte hingegen in diesem US-Bundesstaat keine Rolle. […]