Nicht jede Meldung, die uns aus Russland erreicht, hat das Zeug zu einem Artikel. Nicht spektakulär oder relevant genug lautet dann meist das vernichtende Urteil. Dabei bietet so manche Kurzmeldung interessante Einblicke und die Möglichkeit eine entstehende Meinung zusätzlich abzurunden. Daher möchte ich an dieser Stelle in loser Regelmäßigkeit eine kleine Zusammenstellung lesenswerter Ereignisse und Begebenheiten, die es nicht in die Schlagzeilen der westlichen Presse geschafft haben, anbieten.
Belarus: Ausreiseverbot für Oppositionellen Lebedko

Die zuständigen belarussischen Behörden haben dem Führer der Oppositionspartei “Vereinigte Bürgerpartei” Anatoli Lebedko * Ðнатолий Лебедько ein Ausreiseverbot erteilt. Das berichtet das weißrussische Internetportal “Telegraf”. Lebedko, eine der Führungspersonen der weißrussischen Opposition, soll den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko verleumdet haben. Russische Medien berichten, der Vorwurf der Verleumdung stamme noch aus dem Jahr 2004 als Lebedko im russischen Fernsehen aufgetreten war. Damals hatte Lebedko über schwarze Regierungskassen gesprochen, in die Gelder aus Waffenhandel eingezahlt würden. Diese Gelder, so der Oppositionelle weiter, gingen schließlich in den Haushalt der Stiftung der Präsidenten Lukaschenko ein.
Quelle: Russland-Aktuell, Telegraf
Visafrei nach Russland

Wer einmal ohne Reisebüro nach Russland wollte, kennt die Prozedur: Schlangestehen, umständliche Formalitäten, Schlangestehen, Gebührenzahlen und nochmals Schlangestehen. In letzter Zeit ist nun des Öfteren von der Realisierung eines uralten Menschentraums zu hören: Visafreiheit für Russland. In einem Interview mit Marc Franco, dem Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Moskau, spricht man dieses Unterfangen an und erörtert außerdem die Auswirkungen der Schengen-Erweiterung auf Russland.
Quelle: Deutsche Welle
Weniger ausländische Touristen in Russland

Doch anscheinend ist die Barriere des Visas gar nicht das Hauptproblem. Nach Angaben des Direktors der Föderalen Tourismusagentur, Wladimir Strschalkowski, sinkt die Zahl der Russlandbesucher besonders aus Ländern, die den Dollar als Zahlungsmittel haben. Tatsächlich kamen in den ersten neun Monaten des Jahres 2007 aus den USA, Japan und Korea 20 Prozent weniger Reisende. Nicht das Visum ist ein Hinderungsgrund für die Entscheidung gegen eine Russlandreise. Vielmehr schrecken die hohen Übernachtungspreise ab. So kostet ein Durchschnittszimmer im Moskauer Hotel “Kosmos” 250 Dollar pro Nacht. Und günstigere Hotels sind immer noch Mangelware. Weiter sprechen die hohen Preise für Flug und Bahn gegen die Buchung einer Reise nach Russland.
Quelle: Russland-Aktuell
Wahlen in Georgien

Es ist wieder einmal eine Wahl der Kategorie, der schon vorab das Recht abgesprochen wird, eine wirkliche Wahl zu sein. Die georgische Opposition versteifte sich sogar darauf, die anstehende Wahl als noch unfairer als die russische einzuschätzen.
Am heutigen Mittwoch, 9. Januar bestätigt die Wahlkommission nun den Sieger. Der bisherige Amtsinhaber Michail Saakaschwili geht auch aus dieser vorgezogenen Präsidentenwahl mit 52,21 Prozent der Stimmen als Gewinner hervor. Und das, obwohl in 30 Wahllokalen noch nicht abschließend ausgezählt wurde. Oppositionskandidat Lewan Gatschetschiladse, der nur 25,3 Prozent für sich verbuchen konnte, kann das anscheinend nicht hinnehmen. Er kündigte für heute, 14.00 Uhr einen Hungerstreik vor dem Gebäude des Staatsfernsehens an. Seine Forderung: Stichwahlen.
Quelle: RIA Novosti
Nachträglich hier noch die Neujahrsansprache von Präsident Putin (mit englischer Übersetzung):
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Photo Quelle/Copyright: via wikipedia.org, Source: ucpb.org
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