“Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken”, soll die kleine Jessica gesagt haben, als sie sechs Jahre alt war, das Mädchen lebt noch heute in einem Kinderheim, vor dem Amtsgericht in Mönchengladbach-Rheydt gibt es deswegen am 30. Januar 2008 um 9.30 Uhr einen Anhörungstermin. Es ist nicht der Erste.
Vor diesem Termin haben die Eltern von Jessica eine Petition an dasEURopäische Parlament geschickt, die in diesem Schriftsatz von Sabine und Frank Müller erhobenen Vorwürfe sind ungeheuerlich. Die von den Eltern erzählte Leidensgeschichte ihrer Tochter beginnt im Frühjahr 2003.
31 Seiten umfasst die Petition von Sabine und Frank Müller, lesen werden die Ausschussmitglieder, dass Jessica nach einem bestandenen Schultest bei einem Kinderpsychologen gewesen ist, der eine Gruppentherapie empfahl, weil Jessica nach seiner Meinung zu lebhaft war.
Pfleger weckt Jessica nachts auf
Lesen werden die Ausschussmitglieder auch: Die Eltern stimmten zu, sie waren auch einverstanden, als die Behandlung von drei Wochen auf drei Monate ausgedehnt werden sollte. An der Richtigkeit dieser Entscheidung zweifelten Sabine und Frank Müller allerdings schon nach 14 Tagen.
Das erste Wiedersehen mit ihrer Tochter sei so verlaufen: Jessica machte einen apathischen Eindruck, gefrühstückt hatte die Sechsjährige auch noch nicht. Deswegen ging Frank Müller mit seiner Tochter in die Stationsküche, besorgte ihr Cornflakes und Milch. Als ein Pfleger in die Küche kam, zuckte Jessica zusammen.
Ihr Schweigen brach die Kleine erst im Elternhaus. Sie sei nachts von einem Pfleger aus dem Bett geholt und mit in sein Büro genommen worden. Dort habe er Schlimmes vorgehabt und gedroht: “Wenn du deinen Eltern was erzählst, dann kommst du ins nasse kalte Grab. Dann haben deine Eltern keine Jessica mehr.”
Am nächsten Morgen erstatteten Sabine und Frank Müller bei der Polizei Strafanzeige gegen den Pfleger, ihre Tochter hatten sie bereits in ein Krankenhaus gebracht, weil sie morgens um halb drei schreiend aufgewacht war: “Geh weg, ich will das nicht. Ich will das nicht.”
Jugendamt schaltet sich ein
Zwei Tage später schaltete sich das Jugendamt ein und ordnete die Unterbringung von Jessica in einer Fünf-Tage-Gruppe an. Widerwillig stimmten die Eltern zu.
Die Sechsjährige wurde in ein Kinderheim gebracht. Früher war dieses Kinderheim ein Schloss, das im vorigen Jahr von einem Schweizer Architekten gekauft wurde, erfährt man im Internet, der Architekt plant umfangreiche Sanierungsmaßnahmen.
Fortsetzung folgt…
Du meine Güte! Kann es noch schlimmer kommen? Genau solche Dinge passieren
wirklich. Auf die Fortsetzung dieser Serie dürfen wir ausnahmsweise mal gespannt sein.