Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (II)

73 Kilometer trennen Sabine und Frank Müller von ihrer Tochter Jessica, die in einem Kinderheim lebt, das früher ein Schloss war. Ist die Sechsjährige dort eine kleine Prinzessin? Der Vater schreibt in seiner Petition an dasEURopäische Parlament: Nein und schildert einen Vorfall, der sich wie folgt abgespielt haben soll. Bei

nachd1.jpg73 Kilometer trennen Sabine und Frank Müller von ihrer Tochter Jessica, die in einem Kinderheim lebt, das früher ein Schloss war. Ist die Sechsjährige dort eine kleine Prinzessin?

Der Vater schreibt in seiner Petition an dasEURopäische Parlament: Nein und schildert einen Vorfall, der sich wie folgt abgespielt haben soll. Bei einem Anruf im Kinderheim habe Jessica ununterbrochen geweint: “Ich will nach Hause.” Da habe eine weibliche Stimme aus dem Hintergrund geschrieen: “Hör sofort auf zu weinen! Sonst ist etwas los!”

So manche und so mancher wird jetzt zusammenzucken oder solche Schilderungen für übertrieben halten. Doch ein Hinweis in den vielen Emails, die ich zu dieser Leidensgeschichte bereits bekommen habe, ließ mich noch hellhöriger werden.

Mit Misshandlungen googeln

Ich solle doch mal den Namen des Kinderheimes, in dem Jessica seit vier Jahren lebt, mit dem Zusatz “Misshandlungen” googeln. So stieß ich auf eine Sendung, die von Pro 7 am 17. August 2007 ausgestrahlt worden ist. Berichtet wird über den Vorwurf einer Misshandlung in diesem Kinderheim.

Daraufhin haben das zuständige Jugendamt, die Heimleitung und das Bundesfamilienministerium Post von mir bekommen. Dazu später mehr.

73 Kilometer sind eine kurze Strecke, wenn am Ziel Angenehmes auf jemanden wartet, doch das war der Petition von Sabine und Frank Müller zufolge nicht der Fall. Die Zerreißprobe für die kleine Familie hat im Sommer 2003 erst begonnen.

Drohung mit Selbstmord

Sabine Müller (41), die heute als gelernte Bäckereifachverkäuferin in einem Supermarkt arbeitet, und Frank Müller (37), der seit zehn Jahren für eine Firma als Lkw-Fahrer unterwegs ist, standen unter Dauerdruck, zu einer Explosion kam es im März 2004.

Frank Müller rief im Kinderheim an und drohte mit Selbstmord. Dazu schrieb er an den Petitionsausschuss desEURopäischen Parlaments: “Ich weiß, dass diese Aktion dumm war, aber zum damaligen Zeitpunkt und der ganzen Angst und Sorge um meine Familie sind mir damals einfach die Nerven durchgegangen.” Die Polizei entspannte die eine Situation, während sich die andere zuspitzte. Jessica hatte mitbekommen, was geschehen war: “Unser Tochter wollte sich damals aus lauter Verzweiflung eine Treppe herunterstürzen.”

Fortsetzung folgt…

Mehr zum Thema:

- Böse Kinder kommen in böse Kliniken (I)

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