Wochenrückblick II/I: Jürgen Klinsmann grinst sich nach Bayern München – Hillary Clinton heult sich ins Weiße Haus?

Der Eine grinst sich nach München: Die Sportjournalisten haben mit der Verpflichtung von Jürgen Klinsmann endlich die Sensation zur Überbrückung der Bundesliga-Nachrichtenflaute in der Winterpause. Karl-Heinz Rummenigge drückte dem Grinsenator vor der Pressekonferenz das seit Jahren verwendete Redemanuskript in die Hand und so kamen sehr bekannte Sätze über die Lippen

klinsyw.jpgDer Eine grinst sich nach München: Die Sportjournalisten haben mit der Verpflichtung von Jürgen Klinsmann endlich die Sensation zur Überbrückung der Bundesliga-Nachrichtenflaute in der Winterpause. Karl-Heinz Rummenigge drückte dem Grinsenator vor der Pressekonferenz das seit Jahren verwendete Redemanuskript in die Hand und so kamen sehr bekannte Sätze über die Lippen des neuen Trainers von Bayern München: “Es ist eine große Ehre für mich”, “Bayern gehört zu den sechs bis acht Topclubs inEURopa”, “Hier sind die Ansprüche besonders hoch.” Neu war eigentlich nur, dass dieser Trainer eine sehr lange Umzugsstrecke zurück legen muss, bevor er den Job beim deutschen Rekordmeister übernimmt.

Wäre da nicht die “Bild”-Zeitung. Die titelt heute: “Er will alles ganz genauso machen wie bei der WM”. Wenn auch das Ergebnis das Gleiche wäre, hätte dieses Blatt bestimmt schon die entsprechenden Krach-Schlagzeilen in der Schublade: “Klinsi! Mann ist das schlecht!” “Ausgegrinst! Bayern-Stars wollen nur noch weg”, “Jetzt grinst Werder (oder Schalke oder der HSV)!” “Brandrede bei Weihnachtsfeier”, “Klinsis feige Flucht nach Kaliforniern”.

Die Andere heult sich angeblich ins Weiße Haus: Nach der Schlappe von Hillary Clinton in Iowa haben sich alle Blicke auf New Hampshire gerichtet. Dort konnte für sie eigentlich nichts schief gehen, dort würde sie sich Barack Obama vom Abstimmungs-Hals halten können.

Am Medienhimmel war mit dem 46-Jährigen längst ein neuer Stern aufgegangen, in der “New York Times” geriet auch der ehemalige Basketballspieler und ehemalige Senator des US-Bundesstaates New Jersey Bill Bradley (1979 bis 1997) ins Schwärmen. Er rief dem “schwarzen Kennedy” nicht etwa ein “small forward” (auf dieser Position spielte Bradley) zu, sondern ein “der reißt alle mit, ob Demokrat oder Republikaner, ob Jung oder Alt, ob gebildet oder nicht”. Wenn es um den Einzug ins Weiße Haus gehe, könne mit Barack Obama niemand mithalten. Sei er erst dort angekommen, werde er “eine neue amerikanische Geschichte” schreiben.

Dennoch würde der 46-Jährige in New Hampshire die Wahl verlieren, ergab eine Umfrage nach der anderen, Hillary Clinton wurde ein Vorsprung von zwei bis drei Prozent vorausgesagt.

Aber kurz vor der Wahl zauberten die Medien zwei neue Umfragen aus dem Hut, es schien sich eine unglaubliche Sensation anzubahnen, ein Vorsprung von Barack Obama im zweistelligen Bereich. Hillary Clinton brach deswegen fast in Tränen aus und dann geschah, was lange Zeit alle erwartet hatten. Sie gewann die Vorwahlen in New Hampshire. Medien meldeten das als Sensation, die “New York Times” vermutete, dass sich die Demokratin ins Weiße Haus weinen werde.

In keinem anderen Land sind Wahlen eine derartige Showveranstaltung wie in den USA und die Inszenierung in New Hampshire war fürwahr perfekt. Zwei Erkenntnisse gab es bei diesen Vorwahlen dennoch: Sie hatte die Mehrheit bei Parteianhängerinnen und Parteianhängern, er bei unabhängigen Wählerinnen und Wählern.

Richtig spannend wird es erst am “Super-Dienstag”, also am 5. Februar. Bis dahin wird es in den Medien noch viele Schlagzeilen und Meinungsumfragen geben. The show must go on!

Kommentare

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  1. Herr Tjaden,

    Fieulletonjournalismus, wie diese Texte hier, liegen Ihnen eindeutig mehr. Hut ab, das nenne ich nun wirklichen Journalismus. Ich wette, sie mußten nicht einmal dazu recherchieren, sondern konnten frei von der Leber von den Onlinezeitungsvertretungen abschreiben.

    Besser gut abgekupfert als schlecht selbst erfunden.

    MfG

    Ps.: Machen Sie weiter so, nur so werden sie zum ernstzunehmenden Journalisten, der überall seine Meinung sagen darf – oder sie machen einen politisch korrekten Blog auf und bringen ihren Kram dort!

    Pps.: Wenn Sie schon so einen haben, veröffentlichen sie dort bitte auch dessen Adresse, damit ich noch mehr zum lachen habe.