Torwarte sind eine besondere Spezies unter den 11 Freunden, des Fußball genannten Rasenschaches. Bewegliche Athleten, die rückwärtsrennend unter Bedrängnis den öffnenden Pass auf den freien Mitspieler setzen können und auf der Linie tanzend den Elfmeterschützen nervös machen sollen, um alsdann den Schuss, der den Ball vom Schützen, mal kullernd oder mit hartem Vollspann genommen, locker einarmig abwehren. Woche für Woche, Spiel für Spiel stehen sie im Fokus und sind wahrhaftig die letzten Männer, die das Unheil von der eigenen Mannschaft abhalten können.
Oft gelingt es und dann sind sie Helden des Tages. Herausragen können Torhüter negativ, auch wenn sie nur einmal in den zwei Halbzeiten danebengreifen. Es gibt einen Werbespot von Continental für extra beste super Reifen, in dem Timo Hildebrand im Reifenstadion von einer Kanone mit dem Ball beschossen wird, und er hebt nur den Arm, öffnet die Hand und schon klebt der Ball dran und hinterläßt ein Profil. Die Leistung scheint vom Grip der Handschuhe abzuhängen.
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Am vergangenen Wochenende ließ Valencias Nummer Eins den Ball beim Flankenpflücken vor die Füße des gegnerischen Angreifers fallen und schon war es passiert: das einzige Tor des Spiels bei Atletico Madrid war gefallen. Sicher – Hildebrand wurde bedrängt. Aber – es war ein Mannschaftskamerad, den er ansprang.
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Der Allgemeinplatz neunmalkluger Moderatoren hinter dem Mikrofon für solche Situationen lautet: Kommt er raus, muss er ihn haben. Dieser Fehler kostet Punkte und eventuell das Vertrauen des Trainers Ronald Koeman, der nach dem Rauswurf des Vorgängers Canizares nun ein veritables Torhüterproblem hat.
Jens Lehmann, die Nummer Eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft, kann solche Fehler nicht machen, sitzt er doch zumeist auf der Auswechselbank beim Arsenal FC hinter seinem Trainer Arsene Wenger und beobachtet die Luftsprünge und Saves seines Konkurrenten Almunia. Sportredaktionen und Fußballexperten aus 89 Ländern, befragt von der International Federation of Football History & Statistics (IFFHS), gaben dem 38jährigen ganze 20 Punkte bei der Wahl zum Welt-Torhüter des Jahres 2007. Das sind zirka ein Zehntel der Punkte, die Gianluigi Buffon, der Titelträger der Jahre 2003, 2004 sowie 2006, bekam. Trotz der Zweitklassigkeit seines Vereins Juventus Turin in der Saison 06/07 und nur Auftritten mit der Nationalmannschaft in internationalen Stadien hatten die erlesenen Wähler ob seiner Klasse und sicher auch seiner Fehlerlosigkeit und persönlichen Ausstrahlung keine Wahl, auch wenn Petr Cech vom Chelsea FC als Zweitplatzierter nur 37 Punkte weniger bekam.
Buffon ist seit 2001 bei Juventus Turin und hat mit Italien im Jahr 2006 die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland gewonnen. In den sieben Partien (ohne das finale Elfmeterschießen) hat er nur zwei Gegentore hinnehmen müssen: Ein Eigentor von Zaccardo und den Elfmeter von Zidane im Finale in Berlin. Chapeau!
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Photo Quelle/ Copyright: Kiki_Follettosa, cc creative commons , via flickr
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