Es ging um das politische Überleben Romneys im US-amerikanischen Wahlkampf. Hätte er hier in seiner Heimat nicht gewonnen, wäre dies wohl das Aus für seine Präsidentschaftskandidatur gewesen. Doch mit 39 Prozent der Stimmen konnte er sich deutlich von seinem ärgsten Rivalen John McCain absetzen (30 Prozent), dem Gewinner von New Hampshire. Das Ergebnis der Demokraten spielte hingegen in diesem US-Bundesstaat keine Rolle.
Michigan ist einer der zehn größten Bundesstaaten und somit nicht gerade unbedeutend für das Stimmungsbild und den weiteren Verlauf der Vorwahlen – gerade jetzt, da diese gerade erst anlaufen. In Michigan stand vorrangig die Wirtschaft der Region im Mittelpunkt des Wahlkampf-Interesses, auch deshalb ein nicht minder symbolträchtiger Ort in Zeiten grassierender Horrormeldungen vom möglicherweise bevorstehenden Abschwung in Amerika, die selbst Noch-Präsident Bush nicht mehr von der Hand weisen kann.
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Es ging deshalb darum den Wählern in Michigan zu vermitteln, dem Geburtsort und Zentrum der US-amerikanischen Automobilindustrie wieder Leben einhauchen zu wollen – und vor allem zu können. Diese steckt bekanntlich derzeit in einer tiefen Krise. Romney hat dies scheinbar am besten verstanden. Und es ist nicht leicht, hier in diesem Landstrich wieder Hoffnung zu schüren – Michigan besitzt mit 7,5 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in Amerika. Überdurchschnittlich viele Menschen sind hier zudem noch zusätzlich von der anhaltenden Immobilienkrise betroffen, deren Folgen noch immer nicht vollends abzuschätzen sind. Das Wort “Rezession” mag wohl noch keiner so richtig in den Mund nehmen, doch vieles deutet darauf hin. Romney gelobt Verbesserung.
“Dieser Abend markiert den Beginn eines Comebacks – eines Comebacks für Amerika.” rief er seinen begeisterten Fans zu, nachdem das Ergebnis feststand. Ihm, der in Michigan-Detroit geboren und aufgewachsen ist, war es ein besonderes Anliegen, hier zu gewinnen.
MC Cain, stärkster Widersacher Romneys hingegen, ließ die blumigen Worte im Wahlkampf um Michigan vermissen. Er setzte auf seinen Ruf der “klaren Worte”, machte keine Versprechungen bezüglich Jobabsicherungen, sprach von Umschulungsprogrammen für Arbeitslose und – verlor. Er sagte den verängstigten Bürgern nicht das was sie hören wollten, dass ihre existenziellen Sorgen irgendwann ein Ende haben würden und es wieder bergauf ginge mit der Industrie. Mike Huckabee, Auftaktsieger von Iowa, mittlerweile jedoch eher zu einer Randfigur geworden, blieb mit 16 Prozent ebenfalls weit abgeschlagen.
Das Wahlergebnis der Demokraten und ihrer aussichtsreichsten Bewerber Barack Obama und Hillary Clinton, die sich zuletzt noch wegen Clintons Äußerungen bezüglich Martin Luther Kings noch heftig bekriegt hatten, stand in Michigan nicht wirklich zur Debatte. Denn der Parteivorstand der Demokraten hatte festgelegt, die Stimmen der Delegierten Michigans nicht im Vorwahlkampf zu berücksichtigen. Grund ist seine Verärgerung über Michigans eigenmächtige Vorverlegung des Wahltermins. Barack Obama und John Edwards traten daraufhin gar nicht erst zur Wahl hier an, einzig Hillary Clinton war auf den Wahlzetteln zu finden, was ihr natürlich zwar einen überragenden, jedoch unbedeutenden Sieg sicherte.

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Hier die Siegesrede Romneys von vergangener Nacht:
… und ein Ausschnitt aus einer Fernsehdebatte um die bevorstehenden Wahlen in Nevada, in dem Hillary Clinton Barack Obama bittet, ihren Gesetzesentwurf gegen die Weiterführung des Irak-Kriegs nach der Präsidentschäft von George Bush zu unterstützen.:
(Photo 1 Quelle/ Copyright: Rich de Young, cc creative commons, via flickr
Photo 2 Quelle/ Copyright: Stijn Vogels, cc creative commons, via flickr)
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