Die 7 fiesesten Tricks in Beziehungen – und wie Sie sich dagegen wehren (Teil 1)

Es ist den Philosophen, der Evolutionstheorie und eigentlich jedermann durchaus bekannt: Der Mensch ist ein soziales Wesen und organisiert seine Erfahrungen immer vor dem Hintergrund von Beziehungen. Verständlich: Ohne die „Horde“ mit ihrer Arbeitsteilung hätten wir in Urzeiten nicht überleben können und auch heute noch hängt unser körperlicher und seelischer

streitEs ist den Philosophen, der Evolutionstheorie und eigentlich jedermann durchaus bekannt: Der Mensch ist ein soziales Wesen und organisiert seine Erfahrungen immer vor dem Hintergrund von Beziehungen. Verständlich: Ohne die „Horde“ mit ihrer Arbeitsteilung hätten wir in Urzeiten nicht überleben können und auch heute noch hängt unser körperlicher und seelischer Gesundheitszustand (und übrigens auch unsere Fähigkeit zur Stressbewältigung) in erheblichem Maß von der Qualität unserer sozialen Beziehungen ab. Verständnis, Intimität und nicht zuletzt Sexualität bestimmen maßgeblich die Zusammensetzung der unser Empfinden beeinflussenden Hormone und Neurotransmitter. Beziehungen beeinflussen somit unmittelbar die Lebensqualität- und eine der wichtigsten Lebensaufgaben ist es somit, Beziehungen wirksam zu beeinflussen.

Bereits im Säuglingsalter findet Manipulation statt

Viele entwicklungspsychologische Studien zeigen dementsprechend, dass Menschen bereits im Säuglingsalter damit beginnen, Gesichter zu unterscheiden, ein Lächeln zu erkennen und – als eine der ersten Formen sozialer Manipulation – erkennend zurückzulächeln. Bereits im Alter von etwa zehn Jahren verfügen Kinder über die Fähigkeit, gezielt zu lügen, um Gefühle und Handlungen anderer zu manipulieren. Besonders die Gefühle Schuld, Scham und Trennungsangst sind in der westlichen Kultur (aufgrund ihrer erheblichen, negativ befindens-beinflussenden Potenz) dabei geeignet, um zu manipulieren – und um manipuliert zu werden. Im letzteren Fall können Beziehungen durchaus selbst zur Quelle von Stress und Unwohlsein werden – vor allem dann wenn eine tiefe Bindung besteht, so dass eine Zuwendung zu alternativen Beziehungspartnern nicht ohne weiteres möglich ist.

TRICK NR. 1 – IN GESCHENKPAPIER EINWICKELN

Eine der gebräuchlichsten Möglichkeiten, andere zu beeinflussen, ist es, ihnen Geschenke zu machen. Klingt paradox? Sozialpsychologen haben herausgefunden, dass es so etwas wie eine natürliche, soziale Verpflichtung gibt, die immer dann entsteht, wenn wir etwas bekommen ohne (gleich) eine Gegenleistung zu erbringen. Dieser Trick wird gern auch in der Verkaufspsychologie angewandt, um durch kostenlose Produktproben, einen offerierten Kaffee oder einen Sondertermin nach Ladenschluss das Gefühl zu erzeugen, man müsse als Gegenleistung das Produkt auch kaufen. In privaten Beziehungen findet sich demgegenüber eine Unzahl von Spielarten dieses Tricks. Angefangen vom völlig überteuerten Weihnachtsgeschenk über den ungebetenen Gefallen bis hin zur Einladung auf einen Drink oder sexuellen Gefälligkeiten versuchen unsere Sozialpartner eine soziale Verpflichtung zu erzeugen, die dann im Gegenzug (oft sehr viel später) „abgerufen“ wird – nach dem Motto „Du schuldest mir noch was!“. Wir alle kennen somit das ungute Gefühl, jemanden eine (dann meist unangemessen große) Bitte nicht abschlagen zu können, weil sich der- oder diejenige doch auch so für uns ins Zeug gelegt hat. Falle zu.

Woran Sie diesen Trick erkennen: Der / die andere besteht darauf, Ihnen einen oder mehrere Gefallen hintereinander zu tun und verhindert aktiv, dass Sie dies zeitnah wieder ausgleichen können („Nein, lass doch“, „Gib es mir später!“). Verräterisch auch: „Du brauchst Dich nicht zu bedanken, das ist doch gaaanz selbstverständlich!“ Regelmäßig erhalten Sie dann aber die Quittung: in Form von Bittstellungen zu denen Sie sonst eigentlich nicht ja sagen würden.

Wie Sie sich dagegen wehren: Ganz einfach – lehnen Sie Geschenke ab, wenn Sie das Gefühl haben, man wolle Sie beeinflussen oder diese sind „intuitiv“ nicht passend für den Status der Beziehung. Oder bestehen Sie darauf, sich möglichst sofort (mit einer angemessenen Gegenleistung) zu revanchieren („Aber die Getränke zahle ich jetzt!“).

TRICK Nr. 2 – SCHULDGEFÜHLE ERZEUGEN

Auch Schuldgefühle gehören zum Repertoire des Gefühlsspektrums, welches das Beziehungsleben für jeden von uns bereithält. Die traurige Schwäche, der brechende Blick zur Seite oder das schwach und tonlos hingemurmelte „Nein, schon gut, Du brauchst deine alte Mutter ja nicht besuchen, wenn Du so viel zu tun hast“ geht uns allen tief ins Mark. Denn schon von Kindheitsbeinen an werden wir darauf trainiert, auf die Gefühle anderer Rücksicht zu nehmen und bloß niemandem weh zu tun. Infolgedessen versuchen wir es sofort ungeschehen zu machen, wenn uns signalisiert wird, wir hätten jemandes Gefühle verletzt – zumal wenn es sich um eine enge Bindungsperson handelt. Und plötzlich sagen wir doch „Ja“ zu Dingen, die wir eigentlich gar nicht wollen. Falle zu.

Woran Sie diesen Trick erkennen: Sie geraten mit einer bestimmten Person regelmäßig und häufig in Situationen, wo Sie plötzlich und unvermittelt in der Täterrolle sind – und sich selbst schuldig fühlen. Wenn dies eine Art Beziehungsmuster bildet, können Sie sicher sein, dass es sich um einen (vielleicht auch nur unbewussten) Trick dieser Person handelt, um Sie regelmäßig mit Hilfe Ihrer eigenen negativen Gefühle zu kontrollieren.

Wie Sie sich dagegen wehren: Machen Sie sich klar, dass es kein lebenswertes Leben gibt, ohne dass man andere auch mal verletzt oder enttäuscht. Drehen Sie den Spieß lieber rum und seien Sie demonstrativ betrübt darüber, dass Sie solche negativen Gefühle auslösen. Geben Sie sich ratlos, machen Sie intensive Versuche der Aufmunterung, lamentieren und klagen Sie, dass Sie keine andere Lösung sehen. Und weichen Sie dabei keinen Millimeter von Ihrer Position ab.

TRICK NR. 3 – TRENNUNGSÄNGSTE UND LIEBESENTZUG

Als soziale Wesen fürchten wir nichts so sehr wie Isolation. Eine Reihe von Experimenten konnte nachweisen, dass Menschen unter sozialen Isolationsbedingungen binnen kurzer Zeit zahlreiche psychische und physische Symptome aufzeigen. Im Verlauf der Evolution waren wir um unser Überleben willen stets auf das Wohlwollen der uns umgebenden, sozialen Matrix angewiesen. Wenn wundert es also, dass die Androhung des Beziehungs-Verlustes tief verwurzelte Ängste weckt, die uns sofort kooperativ stimmen. Dies muss nicht mal bis hin zur ausgesprochenen Trennungsdrohung reichen – das enttäuschte Schweigen, das nicht angenommene Telefonat sind Drohung genug: „Ich kann Dich sitzen lassen, nur dass Du´s weißt!“.

Woran Sie diesen Trick erkennen: z.B. an wiederholt gebrauchten Formulierungen, die in etwa lauten: „Ich weiß nicht, ob ich weiterhin mit Dir zusammen sein kann!“ oder „wenn Du das machst, sind wir geschiedene Leute!“ und letztlich darauf hinauslaufen, dass Ihnen im Rahmen einer WENN-DANN-Verknüpfung wiederholt Trennung für den Fall angedroht wird, dass Sie etwas Bestimmtes tun/nicht tun. Die Trennung selbst erfolgt aber nie. Subtilere Variationen reichen über „Schweigepausen“, den Entzug von Zärtlichkeiten bis hin zum mit verschränkten Armen abgewandten Blick (mildeste Form).

Wie Sie sich dagegen wehren: Nehmen Sie Trennungsäußerungen demonstrativ ernst und fragen Sie nach, ob es sich tatsächlich um einen Trennungsgrund handelt, wenn Sie etwas Bestimmtes tun oder unterlassen. Falls dem so ist, trennen Sie sich lieber, das kommt dann sowieso demnächst. Im anderen Fall ignorieren Sie die Trennungsdrohung einfach – sie wird ja doch nicht umgesetzt. Mit Liebesentzug kann demgegenüber nur durch das Ausweichen auf Alternativen begegnet werden. Nein, nein – nicht gleich in die Nachtbar! Es reicht völlig, wenn man im Fall des Schweigespiels jemanden anruft und sich nett unterhält. Demonstrieren Sie, dass Sie auch ohne die Zuwendung des Erpressers/der Erpresserin leben können.

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Fortsetzung hier.

Photo Quelle/ Copyright: deess, cc creative commons, Namensnennung – Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0, (via flickr)

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