Es ist noch nicht lange her, da hat unser Bundespräsident in einer Rede die Unbändigkeit der Jugend positiv hervorgehoben. Jessica aber darf als Sechsjährige nicht ein wenig zu lebhaft sein, wie damals ihr Schuldirektor meint, und gelegentlich einmal über die Stränge schlagen?
Aus der seinerzeit vom Schuldirektor angeregten dreiwöchigen Therapie ist inzwischen ein vierjähriger Heimaufenthalt geworden, die Zehnjährige bekommt Medikamente, um sie ruhig zu halten. Schuld daran sind die Eltern, die ihr Kind einmal im Monat sehen dürfen?
Im Laufe der Jahre ist doch alles eingeschränkt worden, sogar die Telefonkontakte sind auf ein Minimum reduziert worden.
Jessica gibt Bestellungen auf
Dazu heißt es in einem Bericht: “Bezüglich der Telefonkontakte wurde deutlich, dass Jessica diese weiterhin nutzt, um Bestellungen von Süßigkeiten und Spielzeug aufzugeben.â€
Die damals Achtjährige hat nicht etwa ein Spielwarengeschäft angerufen, um sich Wagenladungen an Puppen, Kuscheltieren und Spielen zu besorgen, sie hat auch nicht einen Supermarkt gebeten, die Süßwarenregale für sie auszuräumen, Jessica hat lediglich ihre Eltern gebeten, ihr hin und wieder etwas mitzubringen.
Dennoch lautet der Heim-, Jugendamts- und Gutachterbeschluss: “Daher wurde angeregt, die Telefonkontakte ebenfalls zu minimieren. Zukünftig finden die Telefonate ein Mal monatlich, 14 Tage nach dem Besuchskontakt, Freitagabend um 17.30 Uhr statt.â€
Ersatzlose Streichung
Als wenn das noch nicht genug wäre, wird hinzugefügt: “Sollten sich die Eltern nicht an die vereinbarte Zeit halten, fällt der Kontakt ersatzlos aus.â€
Ersatzlos ausgefallen sind bislang auch Antworten des zuständigen Jugendamtes und des Kinderheimes. Nach dreimaligem Anlauf teilt mir heute der Pressesprecher des Kinderheimes mit: “Alle Fragen und Auskünfte zu Kindern und Jugendlichen, die im S. D. – Die Jugendhilfe untergebracht sind oder waren, werden durch die Einrichtungsleitung in Absprache mit der Geschäftsführung beantwortet.â€
An die Geschäftsführung habe ich schon vor knapp 14 Tagen geschrieben
Nicht immer schreibfaul
So schreibfaul sind sie nicht immer in diesem Kinderheim. “Das muss ich Ihnen einfach vorlesen”, ruft mich der Vater von Jessica an.
Es ist ein Bericht über die Besuche. Vorgeworfen wird Frank Müller “kindliches Verhalten”, weil er sich zu seiner Tochter ins Gras gelegt habe, außerdem zögere er stets den Abschied von seiner Tochter hinaus. Die Mutter sei “eher hölzern”.
Mutter und Vater besuchen Jessica nur noch getrennt, schlägt das Kinderheim vor.
“Das haben wir abgelehnt”, sagt Frank Müller, “Jessica hätte dann doch den Eindruck gehabt, in unserer Ehe stimme etwas nicht.”
Fortsetzung folgt…
- Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (III)
- Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (IV)
- Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (V)
Pingback: Readers Edition » Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (VIII)