African Connection: Africa Festival verbindet Franken mit dem Schwarzen Kontinent

Fast scheint es, als wäre es erst gestern gewesen, als Pressesprecher Christian Raith zur ersten Konferenz zum kommenden 20. Africa Festival in Würzburg lud. Gigantisch mutete das bevorstehende Programm auf den Mainwiesen schon vergangenen November an. Namen wie Angelique Kidjo, Youssou N’Dour oder Alpha Blondy überzeugten. Am heutigen Donnerstag sickerten

yous.jpgFast scheint es, als wäre es erst gestern gewesen, als Pressesprecher Christian Raith zur ersten Konferenz zum kommenden 20. Africa Festival in Würzburg lud. Gigantisch mutete das bevorstehende Programm auf den Mainwiesen schon vergangenen November an. Namen wie Angelique Kidjo, Youssou N’Dour oder Alpha Blondy überzeugten. Am heutigen Donnerstag sickerten nun von entscheidender Stelle erneut Informationen durch, die auch Musikmuffel aufhorchen lassen könnten.

Blick in Afrikas Vergangenheit und Zukunft

Doch der Reihe nach: Erstmal ein paar weitere musikalische Highlights, die mittlerweile fest im Line-Up verankert sind. Denn vor Manu Dibango, gibt sich Lokua Kanza die Ehre, der schon bei Dibangos Soul Makossa Gang mitwirkte. Der von Raith als “Weggefährte des Festivals” bezeichnete studierte Musiker aus der Republik Kongo eröffnet am 22. Mai das Abendprogramm im Zirkuszelt. Nicht typisch afrikanisch geht es bei ihm zu. Poetisch, melodisch und klar, das sind die Attribute des Mannes, der 1995 zum ersten Mal in die Universitätsstadt kam und im Jahr zuvor für sein Debütalbum den begehrten African Music Award in der Kategorie “Best African Album” abräumte.

Ein weiterer Neuzugang ist Habib Koite, der ebenfalls schon einmal dabei war. Kenner des Events erinnern sich nur zu gerne an das achte Festival, als er das Publikum mit seinem magischen Konzert geradezu verzauberte. Kein Wunder, dass sich die rund 2000 Teilnehmer des Online-Votings auch diesmal für ihn entschieden haben und ihn, neben Angelique Kidjo, prompt auf Platz 3 katapultierten. Mit seiner Band Bamada betritt der “singende Geschichtenerzähler” am 23. Mai die Hauptbühne, um echtes afrikanisches Selbstbewusstsein zu präsentieren.

Schlag auf Schlag geht es weiter. Da Miriam Makeba leider nicht mehr zur Verfügung steht, wurde mit Mpho Motheane aus dem Township Guguletu in Kapstadt eine wahrhaft legitime Nachfolgerin ins Boot geholt. Sie betritt mit dem Festival nicht nur erstmals deutschen, sondern sogarEURopäischen Boden. Zu guter Letzt sei hier auch Hugh Masekela erwähnt. Der fast 70-jährige Trompeter und Sänger aus Johannesburg ist einer der wichtigsten Musiker des afrikanischen Jazz und stand schon mit Größen wie Miles Davis und John Coltrane auf der Bühne. Mit seinem Song “Bring him back home” anlässlich der Haftentlassung Nelson Mandelas dürfte auch er einem breiten Publikum bekannt sein.

Ein Blick in Afrikas Vergangenheit und Zukunft steht den Besuchern also in diesem Jahr bevor. Und wem dieser kleine Ausblick immer noch nicht genügt, der sei guten Gewissens auf die Homepage des Festivals verwiesen. Just seit heute ist dort nämlich nicht nur Musik der einzelnen Künstler zu hören, sondern auch Videomaterial online, das in den nächsten zwei Wochen peu á peu ergänzt werden soll.

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Franken und Afrika – eine Verbindung der besonderen Art

Doch nun zum entscheidenden Aspekt für alle, die nicht nur der Musik wegen an den Main kommen. Einer der Themenschwerpunkte dieses Jahres lautet: Die Verbindung von Würzburg und der Region nach Afrika. Einen wesentlichen Beitrag leistet hierzu die Universität Würzburg oder genauer gesagt, der vor gut einem Jahr gegründete lockere Zusammenschluss namens “Afrika-Zirkel” mit seinen zehn Wissenschaftlern, die alle rund um das Thema Afrika forschen.

Seit vielen Jahren nun schon betreibt die Universität Forschung mit zwölf afrikanischen Ländern zum Beispiel auf den Gebieten Tropenmedizin oder Geologie. Mit dem Festival erhält nun auch der Zirkel die Möglichkeit, stärker in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Forschung in und aus Afrika – das ist deshalb auch ihr Thema Ende Mai. Gleich neben dem Kinozelt, also an der so genannten “Hauptstraße” lassen sie sich nieder, um allgemeine Informationen, genauso wie Material über ihre afrikanischen Partner auf insgesamt 15 überdimensionalen Stelen zu präsentieren. Einige Wissenschaftler werden darüber hinaus vor Ort sein, um in hoffentlich vielfältigen Gesprächen über ihre Arbeit zu informieren. Vier afrikanische sowie vier hiesige Wissenschaftler werden sich außerdem einer Podiumsdiskussion stellen. Eine kleine Vortragsreihe im nicht weit entfernten Toskanasaal der Residenz ergänzt das breite Angebot. Eine entsprechende Publikation mit dem Schwerpunkt “Arbeit mit Afrika” der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit im Unimagazin “Blick” wird das Programm des Afrika-Zirkels schließlich abrunden.

Das Africa Festival wäre allerdings nicht das Africa Festival, wenn es da nicht noch weitere Highlights geben würde. Neben dem obigen Zirkel hat auch das “Eine-Welt-Forum” seinen Platz auf dem Gelände. Verschiedene Initiativen der Region werden dort ihre Arbeit vorstellen. Eine Vernetzung findet in diesem Jahr außerdem mit dem Kulturspeicher statt. Zusammen wird es eine große Fotoausstellung zum Thema Südafrika geben. Geplant ist weiterhin eine weitere Podiumsdiskussion, die sich mit der Frage beschäftigt “Inwieweit ist der Versöhnungsprozess in Südafrika als modellhaft zu bezeichnen?”.

Fazit dieser neuerlichen News, auch die Readers Edition, die selbstverständlich wieder vor Ort sein wird, freut sich auf alles, was da kommen mag und schließt an dieser Stelle traditionsgemäß mit einer kleinen Einstimmung. Diesmal mit Alpha Blondy…

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