Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (IX)

Was tut sich hinter den Schlossmauern dieses Kinderheimes, in dem Jessica Müller seit vier Jahren lebt? Was ist in das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach gefahren? “Das bricht mir das Herz, ich habe das Gefühl, dass unsere Tochter nur noch ein Aktenzeichen ist”, sagt der Vater von Jessica zu den Ereignissen

jess.jpgWas tut sich hinter den Schlossmauern dieses Kinderheimes, in dem Jessica Müller seit vier Jahren lebt? Was ist in das Jugendamt der Stadt Mönchengladbach gefahren?

“Das bricht mir das Herz, ich habe das Gefühl, dass unsere Tochter nur noch ein Aktenzeichen ist”, sagt der Vater von Jessica zu den Ereignissen am Donnerstag.

Keine Antworten

Für mich beginnt der gestrige Tag mit Post vom Mönchengladbacher Jugendamt (Az. 51.94.04-8270). Die Sozialpädagogin Swetlana Karlej teilt mir mit: “Ihr Schreiben vom 17. Januar 2008 habe ich zur Kenntnis genommen. Aufgrund der Datenschutzbestimmungen bin ich nicht berechtigt, Informationen betreffend des oben genannten Kindes herauszugeben. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich an die Pressestelle der Stadt Mönchengladbach zu wenden.”

Das muss ich zwei Mal lesen, denn als ich Anfang des Jahres die 31-seitige Petition der Eltern von Jessica Müller an dasEURopäische Parlament bekommen habe, wendete ich mich umgehend an diese Pressestelle – und bekam keine Antwort.

So war es auch bei dem Kinderheim, in dem Jessica lebt. Der Geschäftsführer reagierte nicht, der Pressesprecher antwortete mir, nur Heimleiter und Geschäftsführung könnten meine Fragen beantworten.

Eine Absage

Auch die Familie Müller bekam am vergangenen Donnerstag vom Mönchengladbacher Jugendamt Post. Ihre Tochter Jessica haben Sabine und Frank Müller das letzte Mal am 25. Dezember 2007 gesehen, seit April vorigen Jahres gibt es nur noch monatliche Treffen.

Dennoch sagte das Jugendamt den für 27. Januar 2008 geplanten Besuch der Eltern im Kinderheim ab. Jessica an diesem Sonntag kennen lernen wollten auch zwei Bekannte von Sabine und Frank Müller, außerdem eine Redakteurin, die auf das Schicksal der Zehnjährigen aufmerksam geworden ist.

“Dieses Spiel treibt man schon seit Jahren mit uns”, sagt Jessicas Vater, “das Jugendamt macht, was es will, als sei unsere Tochter in den Besitz des Kinderheimes übergegangen. Unsere Tochter gehört niemandem. Wir haben nur die Aufgabe, ihr den Weg ins Leben zu bereiten.”

Fest steht: Wer nichts zu verbergen hat, handelt anders als dieses Jugendamt und als dieses Kinderheim hinter den Mauern eines Schlosses…

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