Heimkinder: Bundestagspräsident staunt über die RE/Schnelle Reaktion auf Beitrag

“Jetzt öffnen sich die Türen des Deutschen Bundestages”, freut sich Sieglinde Alexander, die seit 1991 in den USA lebt, sich als 43-Jährige ihre Erlebnisse als Heimkind von der Seele geschrieben hat und sich mit einem offenen Brief an den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert wendete, über den Readers Edition am 21. Januar

postyx.jpg“Jetzt öffnen sich die Türen des Deutschen Bundestages”, freut sich Sieglinde Alexander, die seit 1991 in den USA lebt, sich als 43-Jährige ihre Erlebnisse als Heimkind von der Seele geschrieben hat und sich mit einem offenen Brief an den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert wendete, über den Readers Edition am 21. Januar 2008 berichtete.

Diese Veröffentlichung führte zu einer schnellen Reaktion des Präsidialbüros. Dr. Sören Roos schrieb im Namen des Bundestagspräsidenten, dass es sich bei Readers Edition wohl um ein “besonders stark frequentiertes Internetforum” handeln müsse. Denn gleich “von mehreren Seiten” habe Norbert Lammert einen Hinweis auf diesen Artikel bekommen.

Falscher Vorwurf

Der in dieser Veröffentlichung erhobene Vorwurf, der Bundestagspräsident lasse Post liegen und packe heiße Eisen nicht an, sei allerdings “ebenso ungerechtfertigt wie falsch”. Vielmehr habe Norbert Lammert bereits auf mehrere Zuschriften zum Thema “Heimkinder” geantwortet, das Schreiben von Sieglinde Alexander sei von ihm an den Petitionsausschuss weitergeleitet worden.

Dieser Ausschuss beschäftigt sich seit über einem Jahr mit den Zuständen in Kinderheimen in der Nachkriegszeit. Jüngst hat er dazu Wissenschaftler angehört, die anschließend in Berlin eine Pressekonferenz gaben, die vom Verein Ehemaliger Heimkinder organisiert wurde.

Die Vorsitzende Regina Eppert forderte bei dieser Gelegenheit einen “Runden Tisch zur Aufarbeitung des Unrechts in den Heimen”. Der Rechtsanwalt Gerrit Wilmans trat dafür ein, dass dies schnell geschehen müsse, Politik und Kirchen dürften nicht “auf eine biologische Lösung des Problems hoffen”.

Kraftvolles Instrument

Zur Arbeit des Petitionsausschusses schreibt Dr. Sören Roos: “Dieses Gremium ist aufgrund gesetzlicher Regelungen in seiner Arbeit und Entscheidungsfindung völlig autark. Nur so ist es in der Lage, unabhängig zu arbeiten und sich als kraftvolles Instrument der Sorgen, Nöte und Anregungen der Menschen in unserem anzunehmen.” Abschließend merkt er an: “Dass eine sachgerechte Entscheidung mitunter einen Zeitraum beansprucht, der für den jeweils Betroffenen als zu lang empfunden wird, ist leider nicht immer vermeidbar.”

Festgehalten werden darf also: Der Bundestagspräsident lässt keine Post liegen und reagiert manchmal so schnell, dass man nur schreiben kann: Hut ab!

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