Erinnern oder verdrängen?

Es fährt ein Zug, aber nicht ins Nirgendwo, sondern an einen ganz bestimmten Ort. Ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Ein Abteil, eine Lok und im Gepäck eine Hand voll Erinnerungen, die einfach nicht vergessen werden dürfen! Er hält an Bahnhöfen in ganz Deutschland. Der Zug der Erinnerung. Es ist kein gewöhnlicher

zugew.jpgEs fährt ein Zug, aber nicht ins Nirgendwo, sondern an einen ganz bestimmten Ort. Ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Ein Abteil, eine Lok und im Gepäck eine Hand voll Erinnerungen, die einfach nicht vergessen werden dürfen! Er hält an Bahnhöfen in ganz Deutschland. Der Zug der Erinnerung.

Es ist kein gewöhnlicher Zug mit Luxusausstattung. Vielmehr trägt er vergessene Schicksale und verdrängte Taten in sich – die Deportationen von NS-Feinden, Sinti, Roma und unschuldigen Kinder im Dritten Reich. Es sind eher die Einzelschicksale, mit denen sich der Zug auseinandersetzt. Profile und Porträts einzelner sind in den Abteilen, in der Enge des 1. Klasse Wagens zu sehen. Und nicht nur die Opfer bekommen einen Namen, sondern auch die Täter stellt man bewusst und provokant in die Mitte des Lichtkegels.

Aber warum?

Diese Frage muss man sich stellen, wenn man sich nun folgende Fakten vor Augen führt.

  1. Die Deutsche Bahn AG lehnte zuvor eine ähnliche Wanderausstellung auf ihren Bahnhöfen kategorisch ab. Man habe als Rechtsnachfolger keine Schuld zu tragen und müsse sich deshalb nicht damit auseinandersetzen.
  2. Auf Drängen der Veranstalter wurde immerhin das Konzept eines Zuges als Ausstellung gebilligt.
  3. Dennoch verlangt die Bahn für eine Einrichtung des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sowohl Trassen-, Stations- und Anschlussgebühren (für Strom zum Beleuchten des Zuges). Diese Kosten sollen laut Bahnführung und Verkehrsministerium von den Spenden der Besucher gezahlt werden.
  4. Der Zug der Erinnerung ist lediglich von Spendengeldern aus privater Hand und Mitteln aus Fördervereinen finanziert. Sowohl der Bund, als auch die Bahn AG haben keinerlei Unterstützung angeboten!

Auch nach dem Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, an welchem der Zug in Weimar zu besichtigen war (nahe des ehemaligen KZ Buchenwald), muss man sich fragen, wieso eine solche Haltung seitens der Bahn, als auch des Bundes, noch akzeptabel ist.

Trailer Zug der Erinnerung – MyVideo

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