Online-Kontaktbörsen – der Weg zum richtigen Partner?

Seit Samstag, den 26.01.2008, findet ein sehr ungewöhnlicher Selbstversuch statt: Eine Journalistin aus Hamburg (Esther) sucht einen Partner über die Online-Kontaktbörse Match.com und hält die interessierten User über ihren Blog auf dem Laufenden. Ungewöhnlich daran ist, dass sie selbst schreibt, sie suche den “perfekten Mann”. Die Frage, die sich der

matchc.jpgSeit Samstag, den 26.01.2008, findet ein sehr ungewöhnlicher Selbstversuch statt: Eine Journalistin aus Hamburg (Esther) sucht einen Partner über die Online-Kontaktbörse Match.com und hält die interessierten User über ihren Blog auf dem Laufenden.

Ungewöhnlich daran ist, dass sie selbst schreibt, sie suche den “perfekten Mann”. Die Frage, die sich der geneigte Leser stellt ist sicher, ob ihr dies gelingt, zumal das Thema “Valentinstag 2008″ lautet und davon auszugehen ist, dass sie bis dahin ihren “McDreamy” finden möchte.

Online-Kontaktbörsen verbinden viele User mit dem Gedanken “Wer’s im realen Leben nicht schafft, der sucht halt online“. Ist das wirklich so? Suchen nur jene einen Partner über das Web, die sonst nur geringe Chancen haben?

Was treibt Menschen zu Online-Kontaktbörsen?

Heute wird von allen Arbeitnehmern verlangt, flexibel und variabel zu sein – sowohl zeitlich als auch örtlich. Parallel dazu müssen diverse Verpflichtungen des Alltags eingehalten, der Körper fit und attraktiv gehalten und Kontakte zu Freunden und Familie gepflegt werden. Um diesen Anforderungen nachkommen zu können, müssen ganz private Wünsche in den Hintergrund treten und werden leider nur allzu oft mehr und mehr vernachlässigt. Die wenige Zeit, die einem dann noch unter diesen Umständen bleibt, wird häufig zur (notwendigen) Entspannung und Ruhe genutzt.

Hinzu kommt die relativ hohe Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter in Deutschland, die zusätzlich zu den oben genannten Aufgaben auch noch so viel Zeit wie möglich mit dem Nachwuchs verbringen wollen/müssen, weil Oma & Opa eben nicht mehr “um die Ecke” wohnen, sondern meist zu weit entfernt sind, um “mal eben” (meist abends) auf die Kinder aufzupassen. Wenn dann noch eines der Kinder krank wird, ist das Desaster perfekt und die komplette (minutiöse) Planung dahin.

Wo findet da noch die Suche nach dem Partner Platz?

Diese Frage ist zwar durchaus berechtigt, findet aber kaum noch Beachtung, weil die Hektik des Alltags sie verschluckt. Stattdessen tritt sie im Beisein von Freunden, Arbeitskollegen oder (ganz schlimm) durch die eigenen Eltern immer wieder unverhofft auf – ganz nach dem Motto: “Was ist eigentlich mit Dir? Du bist doch jetzt auch schon so lange Single!?” Und so wird einem meist die beste Freundin des Freundes, die Nachbarin des Kollegen aus der Abteilung XYZ oder die Tochter des Nachbarn der Eltern als idealer Partner “offeriert”. Das Ergebnis ist vorhersehbar, doch um nicht ganz die Hoffnung aufzugeben, werden “Afterwork-Parties” zwischen Job und Kindern besucht und die Party des Freundes/der Freundin wahrgenommen, nur um eben doch “jede” Möglichkeit ausgeschöpft zu haben. Der Erschöpfung nahe, hangeln sich viele so von Wochenende zu Wochenende und nutzen die 48 Stunden, um ihre privaten Bedürfnisse nach Entspannung, Ablenkung und Erholung zu erfüllen.

Plädoyer für die Online-Kontaktbörsen

Erst wenn man sich dieser Tatsache und den damit verbundenen Umständen bewusst ist, kann man auch nachvollziehen, warum immer mehr Menschen ihren Partner online suchen.

Es geht nicht darum, am “freien Markt” keine Chance zu haben. Es geht auch nicht darum, dass man nicht den Willen habe, einen Partner zu finden. Es geht darum, die Anforderungen des heutigen Lebens mit einer (sinnvollen) Suche nach dem Partner zu verbinden. Online-Kontaktbörsen sind eine Ergänzung zur “realen” Suche nach dem Partner – nicht mehr und nicht weniger. Die Chance dort den oder die “Richtige(n)” zu finden ist genauso groß (oder klein), wie im realen Laben, aber es ist und bleibt eine Chance.

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