BEST OF READERS EDITION – eine Wochenbilanz

Das bunte Treiben hat fast seinen Höhepunkt erreicht. Und wie Kollege Günther schon gestern in seinem Special zum diesjährigen Karneval richtig erkannte, in den kommenden Tagen ist einiges los in der Republik. Zugegeben, nicht jeder von uns erliegt dem Zauber der Narretei. Einige verkriechen sich lieber oder versuchen sich mit

Neuetz.jpgDas bunte Treiben hat fast seinen Höhepunkt erreicht. Und wie Kollege Günther schon gestern in seinem Special zum diesjährigen Karneval richtig erkannte, in den kommenden Tagen ist einiges los in der Republik. Zugegeben, nicht jeder von uns erliegt dem Zauber der Narretei. Einige verkriechen sich lieber oder versuchen sich mit der richtigen Lektüre vom gegenwärtigen Trubel abzulenken. Wer also nach dem gestrigen “Altweiberfasching” nicht gerade auf der Suche nach einer neuen Krawatte ist, dem sei an dieser Stelle das traditionelle BEST OF empfohlen. Vielleicht nicht ganz so verrückt, aber mindestens genauso vielfältig…

Erinnerungen an Afghanistan und die Tücken der heimischen Gesetzgebung

Brandaktuell zur erneuten Forderung der USA, dass die Bundesregierung ihren Afghanistan-Einsatz erweitern soll, sei dieser Artikel unseres Autors Thomas Brackmann empfohlen. Bereits am letzten Samstag, stellte er in “Top persönlich!” die Niederschriften des ehemaligen Fallschirmjägers Achim Wohlgethan vor. In “Endstation Kabul” verarbeitet er zusammen mit Offizier Dirk Schulze seine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse während seines ersten Einsatzes in Kabul. Gefährlich ist der Job, vielfältig die Aufträge. Der Leser steht “Auge in Auge mit dem afghanischen Kämpfer”. Ein Buch, das in den Augen von Brackmann voll von Atuhentizität ist. Schmerzen erscheinen fühlbar, Gedanken werden miterlebt, der Gestank auf den Straßen scheint förmlich riechbar. Dabei wird jedoch nicht an Lob und Kritik gespart. “Ein Ausschnitt aus der Wirklichkeit der Bundeswehr am Hindukush” ist somit wohl gelungen und reiht sich ein in den Reigen ähnlicher Werke, die den Leser aufhorchen lassen.

Um einiges “trockener”, aber nicht minder aufwühlend geht es da bei Helmut Rohe, den wir an dieser Stelle herzlichst auf der Readers Edition begrüßen möchten, zu. Sein Thema spaltet die Nation. Und worum geht es? Ganz klar, “Nichtraucherschutz und Grundgesetz“. Ganz elementar steigt deshalb auch der Autor ein, indem er das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit für Jedermann gleich zu Anfang seines Artikels stellt. Für Raucher und Nichtraucher soll es gelten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist gefordert. Und so geht es auch Rohe “um eine Regelung, durch die sowohl die Rechte der Nichtraucher als auch die Rechte der Raucher gleichermaßen und ausreichend berücksichtigt werden”. Doch, wie sieht es in unseren Gaststätten aus? Ist so etwas überhaupt möglich? Nach dem Vorschlag von einigen Gestaltungsmöglichkeiten, die die derzeitigen Probleme quasi im Alleingang regeln könnten, kommt er zu dem Schluss, dass “ein generelles Rauchverbot in Gastwirtschaften (…) mit dem Grundgesetz nicht in Einklang zu bringen (ist)”. Sein Resümee fällt daher auch weitblickend aus: Passivrauchen ist nicht die einzige Gefahr, die unserer Gesundheit drohe, gibt er zu verstehen und fügt resignierend hinzu: “Die Diskussion um den Nichtraucherschutz wird in allen Bereichen sehr emotional und sehr einseitig geführt. Hier zeigt sich wieder, dass das Prinzip der Freiwilligkeit in Deutschland nur eine geringe Chance hat.” Beweisen Sie auf der Readers Edition das Gegenteil!

Ein Blick nach China und heimische Beziehungen

Von Deutschland verabschieden wir uns nun und wenden unseren Blick nach Osten. “China: Die überschätzte Großmacht” titelt seit vergangenen Montag Frank Hoffmeier. Seine Überschrift wirkt weniger prophetisch als vielmehr rhetorisch. Denn mit unglaublicher Akribie schildert der Autor in wenigen Punkten, warum der “chinesische Drache” eigentlich nicht wirklich gefährlich werden kann. Auch wenn es zeitweise und oberflächlich betrachtet durchaus danach aussehen mag. Die Forderungen nach Anpassung an Wirtschafts- und Lebensstil des Reiches der Mitte – Hoffmeier stellt sie gekonnt in Frage. Zunächst wirft er deshalb einen Blick in die Vergangenheit. Niemals sei es China aus verschiedensten Gründen gelungen ein Reich aufzubauen. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall gewesen. Auch demographisch betrachtet sieht es im Riesenreich mehr als ungünstig aus – von der politischen und kulturellen Situation ganz zu schweigen. Das Fazit deshalb: “China gehört auch heute nicht eigentlich zu den ‘Akteuren’ des internationalen Geschehens, sondern zu den ‘Getriebenen’. Seine derzeitige Offensive an allen wirtschaftlichen und diplomatischen Fronten ist daher eher als ‘Flucht nach vorne’ einzustufen.” Eine Einschätzung, die durchaus diskutabel zu sein scheint…

Um Beziehungen ganz anderer Natur geht es im zweiten Teil von Marius Baumanns Reihe “Die 7 fiesesten Tricks in Beziehungen – und wie Sie sich dagegen wehren“. Nach seinen Ausführungen über Geschenke, Schuldgefühle und Trennungsängste widmet sich der Autor am vergangenen Dienstag nun den nächsten vier Gebieten. Die Schlagwörter lauten auch hier schlicht und ergreifend: “Es an das Selbstbild hängen”, “Kleine Sache, große Sache”, “Große Sache, kleine Sache” und “Tu es einfach”. In gewohnt kurzweiliger Manier schildert Baumann uns Alltagssituationen, die wir alle nur zu gut kennen und uns entsprechend wiederfinden können. Sei es die Verführung einer Frau zu einem “klitzekleinen” Freundschaftsdienst, einem wie auch immer gearteten Gefallen, ob groß oder klein oder gar die schlichte Überrumpelung. Selbstverständlich wäre Baumann nicht Baumann, wenn er nicht auch dieses Mal den einschlägigen Trick analysieren und praktisch anwendbare Ratschläge zum Besten geben würde. Ein amüsanter Beitrag, der sicherlich auch in Ihrem Leben Anwendung finden wird. Folgen wir also seiner provokanten Aufforderung am Ende und geben ihm die verlangten sechs von sechs Sternen!

Die verzweifelte Suche nach dem oder der “Richtigen”

Die Überleitung zu Marius Baumanns Tipps dürfte an dieser Stelle nicht besonders schwer sein. Schließlich betreten wir zusammen mit Michael Kanter, auch ihm übrigens ein “Herzlich Willkommen!”, ebenfalls den Bereich des Zwischenmenschlichen. Und vielleicht finden obige Tipps eines Tages auch dort ihre Anwendung. Wer weiß das schon… Vordergründig geht es jedoch hier erst einmal darum: “Online-Kontaktbörsen – der Weg zum richtigen Partner?” Manchem Leser mag unser neuer Schreiber da sicherlich aus der Seele gesprochen haben. Zumindest aber trifft er mit seinen Ausführungen absolut den Zeitgeist. Das Beispiel einer Hamburger Journalistin, die in ihrem Blog ihre Erfahrungen zum Thema schildert, nimmt Kanter zum Anlass und taucht mit uns ein in die Welt des virtuellen Flirts. Und stellt schnell fest, die Anforderungen des täglichen Lebens, samt der dazugehörigen Lebensmodelle lassen manchmal einen anderen Weg, als der Partnersuche im World Wide Web kaum noch zu. Eine intensive Suche in “freier Wildbahn” kann da kaum noch stattfinden. Das Internet scheint oft der einzige Ausweg. Er fordert daher: Schluss mit der Stigmatisierung von Menschen, die keine andere Möglichkeit sehen und plädiert für ein Ja zu derartigen Online-Börsen. “Es geht nicht darum, am ‘freien Markt’ keine Chance zu haben. Es geht auch nicht darum, dass man nicht den Willen habe, einen Partner zu finden. Es geht darum, die Anforderungen des heutigen Lebens mit einer (sinnvollen) Suche nach dem Partner zu verbinden”, meint er abschließend. Solche Börsen seien vielmehr eine Ergänzung zum realen Leben – die Chancen stünden in beiden Welten nicht schlecht…

Derartig motiviert verabschieden wir uns an dieser Stelle auch schon. Wir bedanken uns herzlich für Ihr reges Engagement in dieser Woche und wer weiß, vielleicht wird die gerade gemachte Prophezeiung auf einer der vielen Faschingssitzungen an diesem Wochenende auch schon wahr… Machen Sie’s gut!

Ihre Redaktion Readers Edition

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