Es gibt “tatsächliche Anhaltspunkte” dafür, dass die Kläger beziehungsweise ihre Mitglieder nach wie vor “Bestrebungen verfolgen”, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind: Mit dieser Begründung hat der 5. Senat des Oberverwaltungsgerichtes von Nordrhein-Westfalen eine Klage der Scientology Church Deutschland und der Scientology Church Berlin abgewiesen. Die von dem amerikanischen Science-fiction-Autor L. Ron Hubbard gegründete Organisation darf nach diesem Urteil weiter vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet werden.
Unter Beobachtung steht dieser Verein seit 1997, im März 2003 ging er juristisch dagegen vor. Doch mit der Behauptung, Scientology verfolge keine verfassungsfeindlichen Ziele, drangen die Hubbard-Anhänger vor dem Kölner Verwaltungsgericht nicht durch. Nun scheiterten sie auch mit der Berufung.
Immer wieder in den Schlagzeilen
Seit ein Video mit Tom Cruise aufgetaucht ist, machen die Scientologen wieder Schlagzeilen. Der Organisation, die in Deutschland zwischen 5.000 und 6.000 Anhängerinnen und Anhänger hat, kommt das keineswegs ungelegen.
Denn sie muss Widersacher haben, denn von was sollten Scientologen sonst die Welt befreien? Diese so genannte “Befreiung” nahm schon der Gründer “tödlich ernst”. So schrieb L. Ron Hubbard am 7. Februar 1965 in einem internen “Richtlinienbrief“: “Wir spielen nicht irgendein unbedeutendes Spiel in der Scientology. Es ist nicht nett oder etwas, was man in Ermangelung eines Besseren tut. Die gesamte qualvolle Zukunft dieses Planeten – jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes darauf – und Ihr eigenes Schicksal für die nächsten endlosen Billionen Jahre hängen davon ab, was Sie hier und jetzt mit und in der Scientology tun. Dies ist eine tödlich ernste Angelegenheit.”
Aus solchen und anderen Zitaten zog nun auch der Vorsitzende des fünften Senats den Schluss, dass Scientology Menschenrechte aushebeln will und eine Gesellschaft anstrebt, in der nur die Anhängerinnen und Anhänger von L. Ron Hubbard staatsbürgerliche Rechte genießen.
Gegner im All
Allerdings vermutete dieser Science-fiction-Autor seine Gegner weniger auf Erden als viel mehr im All. So teilte er am 11. Mai 1963 seinen Fans in einem Bulletin mit, er habe zwei Tage zuvor “abends um zehn Uhr und eine halbe Minute für 43 891 832 611 117 Jahre, 344 Tage, zehn Stunden, 20 Minuten und 40 Sekunden” im Weltraum verbracht.
Wer solche Ausflüge gemacht hat, kann aus irgendwie verständlichen Gründen mit irdischen Regierungsformen nicht mehr allzu viel anfangen. Also schrieb L. Ron Hubbard in einem weiteren internen “Richtlinienbrief” mit Datum vom 7. Februar 1965: “…ich sehe nicht, dass populäre Maßnahmen, Selbstverleugnung und Demokratie dem Menschen irgend etwas gebracht haben, außer, ihn weiter in den Schlamm zu ziehen.”
1986 ist L. Ron Hubbard gestorben und über 20 Jahre nach seinem Tod gibt es diese Organisation, die allerdings in Deutschland große Werbeprobleme hat, immer noch. Das verstehe, wer will…
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am 11.01. war protest tag… wir haben bei rocketboom.com berichtet: http://www.rocketboom.com/vlog/rb_08_feb_11