Eine Meldung um eine Razzia gegen den Post-Chef Klaus Zumwinkel wegen langjähriger Steuerhinterziehungen schreckte die Öffentlichkeit am heutigen Morgen auf. Der Vorwurf, über eine Stiftung in Liechtenstein soll Zumwinkel seit rund zwei Jahrzehnten systematisch Einkommen nicht ordnungsgemäß beim Fiskus versteuert haben.
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Kommt Zumwinkel in Haft?
Wegen der schwerwiegenden Vorwürfe, die aufgrund einer anonymen Anzeige ein umfangreiches Ermittlungsverfahren der Staatsanwalt in Bochum bereits vor Monaten auslösten, haben sich offenbar die Verdachtsmomente soweit erhärtet, dass sowohl in der Privatvilla im Stadtteil Marienburg in Köln als auch in der Konzernzentrale der Post AG in Bonn umfangreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden, um Beweismaterial sicherzustellen. Wegen möglicher Verdunkelungsgefahr wurde offenbar auch vorsorglich bereits ein Haftbefehl gegen den Postchef beantragt und vom Haftrichter genehmigt. Zumwinkel könnte daher schon am heutigen Tage wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe in Haft genommen werden. Dies wäre ein einzigartiger Skandal in der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik. Bisher ist es Spitzenmanagern von DAX-Unternehmen immer gelungen, bei Vorwürfen wegen Wirtschaftskriminalität einer Untersuchungshaft zu entgehen.
Was kommt noch?
Die Deutsche Post AG muss diese Entwicklung wie ein Schock getroffen haben. Der zum Jahresende nach bisherigen Planungen aus Altersgründen ausscheidende Zumwinkel fügt bereits jetzt dem Unternehmen einen schweren Imageschaden zu. Es bleibt abzuwarten, ob die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sich nur auf seine Person beschränken, oder ob es Verbindungen mit dem Unternehmen gibt. Die Staatsanwaltschaft dürfte in den kommenden Wochen alle Hände vol zu tun haben, um die Hintergründe weiter aufzudecken. Ob die Post AG davon unberührt bleiben wird oder Zumwinkel seine dienstlichen und privaten Interessen auch bei dieser Straftat miteinander vermengt hat, bleibt abzuwarten. Jedenfalls geht die Post AG schweren Zeiten entgegen. Bereits der Fall Siemens zeigt deutlich, dass in Deutschland auf der Ebene des Spitzenmanagement etwas faul ist im Staate Deutschland.
Photo: screenshot via netzeitung
Ein schönes Beispiel dafür, dass die totale Überwachung auch bei den sog. Eliten angekommen ist. Da beisst sich Katze selbst in den Schwanz. Herr Zumwinkel wird sicherlich nicht der Letzte sein, der in den kommenden Monaten empfindlich zur Kasse gebeten wird.
Wenn der Staat seine Kassen füllt, indem er die Überwachungsmaßnahmen weiter so vernetzt, dass immer mehr “Führungspersönlichkeiten” die sich ausserhalb jeder Rechtssprechung wähnen ins Netz gehen, dann kann ich nur sagen: weiter so! Wenn erst Die Linke an der Macht ist (die haben ja Erfahrung mit Überwachung), wird es richtig teuer werden für die neoliberale Führungsriege. Da wird es am heutigen Tage einige blasse Gesichter in den Chefetagen gegeben haben (etwas Schadenfreude muss an dieser Stelle erlaubt sein).
Scherz beiseite: das ist das Ergebnis einer beginnenden totalen Überwachung, die jeden von uns betrifft und die jetzt schon zeigt, wie effektiv die Maßnahmen greifen. Vermutlich wurde hier eine Telefonüberwachung mit Kennzeichenscanning und der Kontenkontrolle kombiniert. Möglichweise hat man zusätzlich eine permanente Standortüberwachung seines Handys angeordnet.
In Zukunft wird jeder Mensch noch eine ganze Reihe stecknadelkopfgroßer RFID-Chips in seiner Kleidung mit sich herumtragen. Dann kommt noch das bisher von den Medien und Politikern weitgehend totgeschwiegene RFID-Profiling hinzu (pssst – so etwas sagt man doch nicht). Falls dann immer noch Daten fehlen sage ich an dieser Stelle nur: wenn einer auf Reisen geht, kann er was erleben.
Das war es dann für heute
Schöne Grüße J.v.W.