Motivationstiefs, Montage und Menureihenfolge: so retten Sie sich über den Büro-Arbeitstag

Dies ist ein Montagsartikel. Montag ist (wie Sie aus eigener Erfahrung wissen) ein schwieriger Tag, man hat noch das Wochenende im Rücken und muss sich erst langsam wieder in die eigene Arbeitstätigkeit einfinden. Nicht wahr? Eigentlich wären Sie heute Morgen lieber zu Hause im kuschlig-warmen Bett geblieben. Da heute viel

sdg.jpgDies ist ein Montagsartikel. Montag ist (wie Sie aus eigener Erfahrung wissen) ein schwieriger Tag, man hat noch das Wochenende im Rücken und muss sich erst langsam wieder in die eigene Arbeitstätigkeit einfinden. Nicht wahr? Eigentlich wären Sie heute Morgen lieber zu Hause im kuschlig-warmen Bett geblieben. Da heute viel mehr Arbeitnehmer als früher ausbeuterischen Bedingungen ausgesetzt sind und längeren Arbeitszeiten sowie höherem Druck für schlechtere Bezahlung standhalten müssen, stellt sich zudem grade an Montagen oft die nachtschwarze Frage, was einen neben der Angst vor Hartz-IV, den Raten für den Kleinwagen, den Kindern und den monatlich abzudrückenden Wohnraumkosten überhaupt zu beruflicher Betätigung verleiten sollte. Sozialisation? Der Gedanke an das Gemeinwohl? Der erpresserische (Ex-)Ehepartner? Oh je, bloß nicht drüber nachdenken…

Das menschliche Gehirn ist durch und durch manipulierbar

Bevor derartig komplexe Überlegungen in der Schlaftrunkenheit montaglichen Morgengrauens zu Ende gedacht wurden, ist allerdings meist schon die Kaffeemaschine angeschmissen und der erste Mini-Krisenfall ausgebrochen. Hat man den überstanden macht man eine Mittagspause, inmitten der übermüdeten Emigranten der Seele die sich Kollegen nennen und wie schwarze Raben um einen herumhocken. Doch muss es so sein? Nein! Das menschliche Gehirn ist nämlich durch und durch manipulierbar und selbst wenn Sie bei Weitem nicht Ihren Traumjob ausüben können, sich täglich über Kollegen, den Chef und Kunden ärgern müssen, gibt es immer noch Möglichkeiten, sich im Übel erträglich einzurichten. Aber auch wenn Sie Ihre Arbeit im Grunde mögen, können Sie sich diese mit ein Bisschen Tricksen noch wesentlich leichter von der Hand gehen lassen.

Ordnung, Übersichtlichkeit, Sauberkeit – und etwas das nichts mit Arbeit zu tun hat

Eine wichtige Möglichkeit die eigene Stimmung am Arbeitsplatz zu verbessern (wo man immerhin etwa die Hälfte der eigenen Wachzeit zubringt) ist Ordnung, Übersichtlichkeit und Sauberkeit zu halten. Gute alte Grundtugenden – die man inzwischen als äußerst gesundheitsrelevant ansieht. Ein aufgeräumter und übersichtlicher Schreibtisch macht Sie nämlich nicht nur beim Chef beliebt (und mindert auf diesem Weg sozialen Stress), sondern erspart kleine (aber im Übrigen für die Herzgesundheit relevante) tägliche Mini-Ärgernisse wie das lästige Herum-Suchen im Zettelkasten und unter Aktenordnern. Stattdessen vermittelt Ihnen Ihr Arbeitsplatz schon rein optisch, dass Sie alles im Griff haben. Auf dem Schreibtisch selbst sollte daher wirklich nur das liegen, was aktuell bearbeitet wird. Mit einer Ausnahme allerdings: Auf jedem Schreibtisch sollte sich auch ein Gegenstand finden, der einen Bezug zu einer angenehmen, kraft spendenden Erfahrung aus einem anderen Lebensbereich herstellt. Das kann ein Foto der Kinder sein (oder, falls positiv bewertet: auch des Partners), eine Postkarte aus dem letzten Urlaub oder ein Produkt Ihres Lieblingshobbys sein (Ausnahme: selbst gefischte Fische). Damit das funktioniert, sollte dieser Gegenstand mindestens einmal im Monat gewechselt werden, andernfalls wird er irgendwann einfach übersehen – und büßt seinen Effekt ein.

Die Reihenfolge macht´s

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Gestaltung eines halbwegs durchhaltbaren Mon- oder anderen Arbeits-tags ist der Faktor Zeit. Die Wissenschaft der Chronobiologie untersucht unter anderem Zusammenhänge, die sich mit zeitabhängigen Leistungsparametern befassen. Wie Studien ermittelten, ist die Zeit zwischen zwei und drei Uhr nachmittags beispielsweise mit am anfälligsten für Fehler und Unfälle, die Konzentration sinkt hier in den Keller – und die Motivation sowieso. Deshalb sollte man hier eher leicht zu bewältigende (Routine-)Aufgaben einplanen. Ebenso wie übrigens am Beginn und Ende des Arbeitstages. Gerade an einem Montagmorgen sollte man also erstmal kleine und leichte Tätigkeiten verrichten, bevor man sich an den Abschluss des aktuellen Mammut-Projektes macht. Bei einem fünfgängigen Menu würden Sie ja schließlich auch nicht mit der Hauptspeise anfangen.

Kleine Pausen, große Wirkung

Zum Thema Zeit gehört auch die Planung von Pausen. Arbeitspsychologische Studien legen nahe, dass die Notwendigkeit von vor allem kleinen Pausen durch rund 70% aller Arbeitnehmer unterschätzt wird, d.h. 7 von 10 Angestellten sorgen definitiv für zu wenig kleine Arbeitsunterbrechungen. Als optimal haben sich fünf- bis zehnminütige Pausen etwa aller 60 Minuten erwiesen. Dabei sollte man sich im Idealfall nach draußen an die frische Luft (oder wenigstens an das kurzzeitig geöffnete Fenster) begeben und einige Male tief durchatmen. Auch sich zu strecken wirkt konzentrationsmäßig wahre Wunder. Glauben Sie nicht? Dann probieren Sie es nur mal einen Tag lang mit Hilfe eines Kurzzeitweckers aus…

Bei Ihrem Job verdienen Sie sich eine Belohnung…

…und das mindestens immer dann, wenn Sie eine besonders öde oder schwer zu bewältigende Aufgabe (vielleicht noch eine die Sie besonders hassen) bewältigt haben. Es muss nichts Großes sein, vielleicht nur ein kurzer Zwischenstopp nach der Arbeit in diesem kleinen Restaurant, in dem Sie gern essen. Oder dass Sie sich eine wundervolle Stunde in der eigenen Badewanne gönnen (vorher Entspannungs-Badezusatz kaufen!).

Vergleiche nach unten

Last but not least kann es manchmal sehr helfen sich vor Augen zu führen, dass es weit schlimmere Jobs gibt, als den Ihren! Oh ja – gehen Sie doch mal in ein chinesisches Schnellrestaurant und werfen Sie einen Blick in die Küche. Oder schauen Sie der Verkäuferin im Supermarkt mal ganz bewusst beim Einräumen der Regale zu. Würden Sie tauschen wollen? Na sehen Sie, sind Sie doch gleich motivierter.

;-)

Kommentare

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  1. Interessanter Artikel. Es gibt all zu viele Stressfaktoren, die den normalen Arbeitstag erschweren. Gut, dass es auch eine Abhilfe dazu gibt im Büro Ordnung einkehren zu lassen, ganz ohne Stress, wenn man richtig planen kann. Dabei ist es sinnvoll, bewusst an seine Aufgaben heran zu gehen. Untersuchungen haben ergeben, dass sich mehrere Pausen innerhalb der Arbeitszeit positiv auf den Mitarbeiter und seine Motivation auswirken können. Büro Ordnung ist wichtiger als man meinen könnte.
    Daneben zählen Dinge wie, Licht, Luft und die richtige Monitorarbeit zu den wichtigsten Kriterien eines Büroarbeitsplatzes.