“Hallo”, heißt es in einer am 20. Februar 2008 an mich weiter geleiteten Email, “ich war mit elf meiner Geschwister von 1960 bis 1976 im Kinderheim Schloss Dilborn. Ich habe viel zu erzählen und endlich den Mut, darüber zu sprechen.”
Günter Alsdorf, Chef des Kreis-Viersener Jugendamtes, dagegen hat solche Emails wohl noch nie bekommen. Als aus dem Schloss Dilborn ein Junge und ein Mädchen weggelaufen waren, sagte er den “Grenzland-Nachrichten” am 23. August 2007: “Ich kenne Schloss Dilborn. Regelmäßig kontrollieren wir dort die Qualität. Sprechen mit Erziehern und Jugendlichen. Nie haben wir Hinweise auf Gewalt gefunden, nirgendwo auch nur eine Spur.”
Heim verweigert Stellungnahme
Da man das möglicherweise ändern könnte, bekam Günter Alsdorf am 19. Februar 2008 von mir diese Email: “Sie werden in den Grenzland-Nachrichten vom 23. August 2007 zitiert. Die Überschrift des Artikels lautet ´Dilborn auf Pro 7 beleidigt´. Vor Ausstrahlung des beanstandeten Beitrags hat der Sender Schloss Dilborn um eine Stellungnahme zu der Flucht von Dennis und Julia gebeten (meines Wissens lebt Dennis inzwischen in Belgien bei seinem Vater, eine Auslieferung wird abgelehnt), bekam aber eine Absage vom Heimleiter (das Schreiben liegt mir vor), doch das ist nur eine der vielen Merkwürdigkeiten.”
Merkwürdig ist auch der Brief, den ich jetzt vom Mönchengladbacher Oberbürgermeister Norbert Bude bekommen habe. Der sagt angeblich, “wie es wirklich ist”, aber augenscheinlich lieber in Marcellionos Restaurant- und Hotel-Report. Dort beginnt der 49-Jährige seine Lokalempfehlungen mit dem Satz “Soll ich ehrlich sein”.
OB Bude verweigert Gespräch
Aber gern, Herr Oberbürgermeister. Mehr haben Frank Müller aus Mönchengladbach, dessen Tochter Jessica seit vier Jahren im Schloss Dilborn lebt, und ich doch gar nicht erwartet, als wir Sie per Fax und Einschreiben um ein Gespräch baten.
Darauf antwortete Norbert Bude per Brief vom 18. Februar 2008: “Zur weiteren Entwicklung Jessicas verweise ich auf das Hilfeplangespräch vom 13. Februar 2008, das meine Mitarbeiterin, Frau Karlej, geführt hat und an dem auch die Eltern Jessicas teilgenommen haben. Das Protokoll des Hilfeplangespräches wird den Eltern zugesandt. Ich bitte Sie um Ihr Verständnis, dass ich aus Datenschutzgründen ohne Einverständnis der gesetzlichen Vormünderin mit Ihnen kein Gespräch bezüglich des Kindes Jessica Müller führen kann.”
Der Oberbürgermeister benötigt also das Einverständnis der gesetzlichen Vormünderin! Nur: Hat Norbert Bude sie darum gebeten und ist diese Bitte abgelehnt worden – oder hat er gar nicht erst gefragt?
Immer im Beisein des Kindes?
Außerdem: Der Oberbürgermeister beruft sich auf ein Hilfeplangespräch. Solche Gespräche finden laut Landschaftsverband Rheinland (LVR) im Beisein des Kindes statt. Das hat der LVR zumindest bei einer Sitzung des Landesjugendhilfeausschusses vom 29. November 2007 behauptet. Jessica ist aber am 13. Februar 2008 wieder einmal nicht dabei gewesen.
Gutachter will Schmerzensgeld
Doch die Geschichte der zehnjährigen Jessica wird noch merkwürdiger, denn soeben haben Sabine und Frank Müller Post bekommen von einem Anwalt, der Jessicas Gutachter vertritt.
Dieser Gutachter klagt auf Schmerzensgeld, weil er sich von Familie Müller beleidigt und bedrängt fühlt. Keinesfalls dürfe man über ihn behaupten, dass er nicht immer bei der Wahrheit bleibt.
Bleibt dieser Gutachter aber nachweislich nicht. Als er am 13. Januar 2008 in einem Fax meine Fragen zu Jessicas Schicksal beantwortete, behauptete er, das Heim, in dem Jessica lebt, nicht zu kennen. Mir vorliegende Schreiben des Gutachters an Behörden beweisen jedoch, dass dieser Gutachter die Kleine in dem Heim untersucht hat.
Prozesstermin vor dem Mönchengladbacher Amtsgericht ist am 26. März 2008 um 9.45 Uhr. Das Schmerzensgeld, das dieser Gutachter von Familie Müller haben will, beläuft sich auf 500 Euro. Jeder, der solche Klagen kennt, wird sich da ein Schmunzeln nicht verkneifen können…
Dieser Prozess ist nicht nur öffentlich, er wird auch spannend. Jener Gutachter hat Jessicas Vater des sexuellen Missbrauchs seiner Tochter bezichtigt, stellte die Mönchengladbacher Amtsrichterin Oles am 30. Januar 2008 bei einem Anhörungstermin fest.
Obwohl dieser Vorwurf Jahre alt ist, schalteten bis heute weder das Jugendamt noch das Heim noch das Amtsgericht die Staatsanwaltschaft ein. Das erledigte ich am 2. Februar 2008. Denn wenn es sich um eine zutreffende Anschuldigung handeln würde, hätten sich die darüber Informierten der Strafvereitelung im Amt schuldig gemacht.
CSU-Bundestagsabgeordnete antwortet
Bevor sich der Vorhang für diesen Mönchengladbacher Komödienstadl erst einmal wieder schließt, noch etwas Erfreuliches. Dabei handelt es sich um eine Email der CSU-Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär vom 19. Februar 2008:
“Sehr geehrter Herr Tjaden,
ich danke Ihnen für Ihre Mail vom 30. Januar 2008 und die darin enthaltenen neuen Informationen zur Petition zu Jessica Müller.
Ich stehe in diesem Fall in engem Kontakt mit meinen Kollegen Dr. Günter Krings, MdB. Wir werden uns beide weiterhin dafür einsetzen, dass es zu einer Lösung im Sinne Jessicas kommen wird.
Ich danke Ihnen für Ihr Engagement für die Familie Müller und wünsche Ihnen persönlich weiterhin alles Gute.”
- Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (XIV)
- Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (XV)
- Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (XVI)
Ja der Herr Dr.Dr.Z.,…im Fall des Kindes Patrick J.besteht das Gutachten aus 205 Seiten,(UND ZUM MITSCHREIBEN :EIN SAMMELSURIUM AN LÜGEN;VERMUTUNGEN,PHANTASIEN usw.)des Herrn Z.!!!Daraufhin eine Stellungnahme unseres Rechtsanwaltes 57 Seiten +Anhang 39 Seiten..daraufhin nach 7 Monaten ein “Ergänzungsgutachten”….von 34 Seiten…natürlich nach dem Motto:”ICH BIN DR:DR:Z:;ICH HABE RECHT:”ICH HABE IMMER RECHT:::ICH BIN ALS ERSTER UND EINZIGER IN GANZ NRW ZUGELASSEN:::ICH BIN GOTT!!!”
Auch ein Rechtsanwalt hat nicht unbegrenzt Zeit deshalb gab es nur noch eine 6-seitige Entgegnung…daraus möchte ich Herrn RA Dr.K.kurz zitieren:
“Zusammen mit der beharrlichen Weigerung,die gestellten Fragen zu beantworten,und mit der beharrlichen Weigerung,irgendwelche Literaturangaben und Erklärungen zu den erfolgten Untersuchungen abzugeben,muss festgestellt werden,dass das Gutachten nicht verwertbar ist.”Zitat Ende
Kann denn dieser Gutachter Dr.Dr.Z. lügen??? JA ER KANN !!!
Ich werde jedenfalls mit Freude der”Veranstaltung”des Amtsgericht Mönchengladbach,beiwohnen….
H.M.Joecken