Sehr geehrter Herr Clooney (darf ich George sagen?),
Sie wurden gerade eben zum Friedensbotschafter der UNO ernannt. Und zwar dank Ihrer “Bemühungen um öffentliche Aufmerksamkeit für die politischen und sozialen Krisen in der Welt”. Das sagt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Ban, nicht seine Frau, ist ziemlich begeistert von Ihnen; Frau Brown in London hingegen wünschte sich Sie in der männlichen Hauptrolle, sollte einmal das Leben ihres Ehemannes Gordon Brown verfilmt werden.
Nein, Ban Ki Moon schätzt Sie für Ihren Einsatz zugunsten der Kriegsopfer in der westsudanesischen Region Darfour. Sie, George, hätten “mit eigenen Augen die Schmerzen der Kriegsopfer gesehen” und die Beendigung des Kriegs und des menschlichen Leids zu Ihrer “persönlichen Aufgabe” gemacht.
Darfour, das war garantiert keine Party.
Ebenso wenig floss der Martini in den USA nach Ihren Filmen über den Nahen Osten. “Syriana” und “Good Night And Good Luck” waren ja tatsächlich alles andere als “a cup of coffee” für die US-Regierung; also, wie Sie die US-Außenpolitik, den amerikanischen Exportschlager Namens “Demokratie” vorgeführt haben! Sie überzeugter Kriegsgegner Sie…
Falls Sie mal in Sachen Frieden in Israel oder Palästina unterwegs sein sollten, – Ihr Namensvetter George B. war kürzlich auch hier – dann seien Sie sich bitte der hiesigen Gepflogenheiten bewusst. Das hier ist nicht Darfour. Hier wird ganz offen über den Krieg und dessen Lösungen gesprochen. Zur aktuellen Lage im Gaza-Streifen äußerte ein Talkbacker – übrigens ein Landsmann von Ihnen aus San Diego – auf der Website der liberalen israelischen Zeitung “Haaretz” klare Vorstellungen: “Zuerst muss die ganze Blase im Norden Gazas vom Rest des Gaza-Streifens abgetrennt, platt gewalzt und in ein leeres neutrales Gebiet verwandelt werden. Die Menschen werden in den Süden verschoben.”
Ein anderer meinte: “Keine Kompromisse, kein Nachgeben, kein Mitleid” – das war zwar kein Talkbacker, sondern die Lageeinschätzung des israelischen Premierministers Ehud Olmert zum Gaza-Streifen. Aber immerhin.
George, what else?
…
Peace – award for Clooney (2007): video.aol.com
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com.
Photo Quelle/Copyright: via wikipedia.org
Man darf den guten George Clooney auch nicht überfordern! Aber natürlich wäre es wertvoll, dass sich alle Prominenz der Welt für den Frieden in Palästina stark machte! Da haben wir d i e offene Wunde, an der die ganze Welt schwer leidet. In der großen Politik sind leider nur Kurpfuscher am Werk – wenn ihnen das Problem nicht vielleicht sogar ganz zupass kommt!