Radsport: Das Einrollen beginnt

Fernab Europas startete die Radsport-Saison Mitte Januar in ein neues Jahr. Bei der Tour “Down under” in Australien trafen die Protagonisten des internationalen Radsports zum ersten Kräftemessen aufeinander. André Greipel aus der T-Mobile- Nachfolgemannschaft “High Road” konnte neben vier Etappensiegen auch die Gesamtwertung für sich entscheiden und verschaffte dem neuformierten

dgsf.jpgFernab Europas startete die Radsport-Saison Mitte Januar in ein neues Jahr. Bei der Tour “Down under” in Australien trafen die Protagonisten des internationalen Radsports zum ersten Kräftemessen aufeinander. André Greipel aus der T-Mobile- Nachfolgemannschaft “High Road” konnte neben vier Etappensiegen auch die Gesamtwertung für sich entscheiden und verschaffte dem neuformierten Team von Manager Bob Stapleton so einen gelungenen Einstand.

“Ich bin stolz auf mein Team, mein Team ist stolz auf mich. Alle haben mir vertraut. Jetzt fühle ich mich wie im Himmel, mir fehlen die Worte, das zu beschreiben”, sagte Greipel. Mit der Siegesserie des jungen Rostockers galt es auch sich an die neue Farblehre der Saison 2008 zu gewöhnen: Das Team “High Road”, dessen Hauptsitz nun in die USA verlegt wurde, wird in schlichtem Weiß um Siege kämpfen und ersetzt damit fortan das gewohnte Telekom-Magenta.


Das Rennen in der Wüste

Fast zeitgleich dominierte der Belgier Tom Boonen aus der belgischen Quickstep.Innergetic-Mannschaft das Rennen in der Wüste von Katar. Die Tour of Qatar ist seit einigen Jahren Bestandteil der jährlichen Vorbereitung auf die europäischen Frühjahrklassiker und fest in belgischer Hand.Bild.png So konnte Boonen bereits 2007 vier Etappen gewinnen und verhalf seinem Team-Kollegen Wilfried Cretskens zum Gesamtsieg. Auch in diesem Jahr dominierte der belgische Sprint-Superstar die Konkurrenz beinahe nach Belieben: So gewann er mit seinen Team-Kollegen das Mannschaftszeitfahren zum Auftakt und entschied drei der sechs Sprintetappen für sich. “Es ist gut hier Rennen zu fahren”, sagte Boonen nach seinem 14. Katar-Etappensieg seiner Karriere. „es ist gutes Training, das Rennen ist nicht zu schwer. Hier sind starke Teams am Start und das garantiert gute Wettkampfbedingungen. Wie man gesehen hat, funktioniert unser Team gut, diese Art von Rennen sind unsere Spezialität. Und das zeigen wir Jahr für Jahr.”


Dauerregen im “sunshine-state” Kalifornien

Das hatte sich die Rennleitung der “Amgen Tour of California” sicher anders vorgestellt: Dauerregen und eine im Peleton krassierende Virusinfektionen machten weite Teile des Rennens durch den Westen der USA für viele Fahrer zu einer ersten harten Bewährungsprobe der noch jungen Saison. “Die erste Etappe überstand ich mit leichten Magenkrämpfen noch ganz gut”, sagte der junge Gerolsteiner-Profi Johannes Fröhlinger. “Aber kurz danach richtete es mich komplett hin. Die ganze Nacht bin ich schlaflos zwischen Toilette und Bett hin und her gewandert. Echter Horror.”
Aus sportlicher Sicht konnte Vorjahressieger Levi Leipheimer erneut überzeugen. Der Astana-Profi trotze den Wetterkapriolen und reagierte kämpferisch auf die Ausladung seiner Mannschaft bei den großen europäischen Rennen: “Ohne meine Teamkollegen hätte ich hier niemals gewonnen. Sie fuhren unter den miserabelsten und schrecklichsten Wetterbedingungen an der Spitze des Feldes. Das ist ein Job, den niemand verrichten möchte. Wir haben bewiesen, dass Astana defintiv das beste Team der Welt ist.” Die Mannschaft um Levi Leipheimer sowie Vorjahres-Tour de France-Sieger Alberto Contador wurde von den europäischen Rennorganisatoren ASO (Frankreich) und RCS (Italien) aufgrund der schweren Doping-Vorfälle im Jahr 2007 unter anderem nicht zur Tour de France und dem Giro d´Italia eingeladen.


Astana als Knackpunkt

Für den Weltradsportverband UCI sowie dessen Präsidenten Pat McQuaid ist die Einladungspolitik der Rennausrichter ASO und RCS nicht nachvollziehbar. Die jetzigen Astana-Fahrer hätten mit der Mannschaft des Jahres 2007 nichts zu tun, auch das Management sei durch den neuen Sportchef Johan Bruyneel komplett umstrukturiert worden. Zudem sei ein vorbildliches Anti-Doping-Programm aufgelegt worden. “Warum sollte Astana aussortiert werden. Das ist komplett ungerecht”, erklärte McQuaid. Bi.png

Der Streit zwischen der UCI und insbesondere der ASO schwelt schon seit geraumer Zeit. Vornehmlich geht es um Geld, Macht und das Sagen im internationalen Radsportzirkus. Dieser Disput eskalierte Ende Februar 2008: Die UCI rief die besten Radsportmannschaften (organisiert in der UCI ProTour) auf, an dem von der ASO organisierten Rennen Paris-Nizza nicht teilzunehmen, um ein Zeichen gegen deren Einladungspolitik zu setzen. Falls sich die Mannschaften widersetzen sollten, drohte McQuaid mit einem Ausschluss der Fahrer bei Olympischen Spielen sowie den Straßenweltmeisterschaften.

Dennoch sagten die in der AIGCP zusammengeschlossenen Profi-Rennställe ihren Start bei der französischen Fernfahrt im März zu und stellen sich somit gegen den Weltverband. Den einstimmigen Beschluss gab AIGCP-Präsident und Cofidis-Teamchef Eric Boyer am Mittwoch nach Beratungen mit den 17 Mannschaften bekannt. Hans-Michael Holczer vom Team Gerolsteiner kommentierte das Ergebnis als “Entscheidung für den Sport, die Fahrer und die Sponsoren”.

Das Einrollen beginnt also – in sportlicher wie auch politischer Hinsicht.

Quelle Zitate: www.radsport-aktiv.de

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