Barack Obama ist nicht nur in den U.S.A. vielen Menschen das Symbol für einen Wechsel (Change!) zu einer ehrlichen und anständigen Politik. Wie schwer es ist, in der Politik keine “schmutzigen Hände” (Sartre) zu bekommen, zeigt er jetzt in der kritischen Phase des Vorwahlkampfs der Demokraten.
De deutsche Presse stürzt sich auf Obamas Äußerungen über die unwilligen Europäer, gemeint natürlich voran die Deutschen. Wir überlassen doch den U.S.A. und den Briten (einschließlich dem unreifen Prinzen Harry, der doch auch mal auf den Feind schießen wollte), was Obama nennt die “Drecksarbeit.” O-Ton Obama: ” ‘Wir’ müssen vielleicht einige der Beschränkungen aufheben, die sie ihren Truppen dort auferlegt haben.” Will er das Grundgesetz, das solche kriegerischen Handlungen verbietet, durch amerikanisches Diktat ändern? Bei aller militärischer Übermacht der U.S.A. in der Welt – ist das nicht die reine Verblendung? Obama stellt sich mit seinen Äußerungen klar hinter Bushs “War against Terror.”
Die U.S.A. und ihre Alliierten sind nicht auf legale Weise nach Afghanistan eingeladen worden. In Kabul existiert eine amerikanische Marionettenregierung, die sich natürlich vor ihren internen inneren Gegnern schützen lassen will. Afghanistan wird seit Jahrzehnten von den Weltmächten daran gehindert, eine autochthone Regierung zu bilden. Erst zerschlägt die Sowjetunion aus schierer Machtpolitik heraus das ganze Land. Dann bauen die Amerikaner die Taliban gegen die Russen auf und müssen erleben wie die Geister, die sie riefen, sich zusammen mit der Al Kaida Bin Ladens gegen sie selbst wenden. Was da jetzt in Afghanistan Pakistan wütet, ist kein Akt der Verteidigung Amerikas oder des Westens, am wenigsten einer der Verteidigung “westlicher Werte.” Eher wird der Drogenanbau durch die Präsenz des Auslands gefördert.
Der Eiertanz von Merkel und Jung
Der Eiertanz, den Merkel und Jung mit der ausdrücklich erklärten militärischen Zurückhaltung im afghanischen Norden einerseits und der tatsächlichen Entsendung von Tornados zur Unterstützung schwerer kriegerischer amerikanischer Luftangriffe im Süden und mit der Entsendung der für den Kriegseinsatz im ganzen Land bestimmten “schnellen Eingreiftruppe” veranstalten, zeigt ihre Zerrissenheit, den U.S.A. eigentlich ihren Willen tun zu wollen, aber andererseits nicht schon wieder einmal vom Bundesverfassungsgericht zur Einhaltung der rechtsstaatlichen Ordnung gerufen zu werden. Dass die letzte Macht in unserem Lande nicht bei der jeweils zusammengewürfelten Regierung liegt, sondern bei den Hütern der Verfassung in Karlsruhe, ist am Ende auch von Barrack Obama zu beachten. Seine innere Verhaftung in der Rolle der U.S.A. als Möchtegern-Weltpolizisten und sein jetziger Ausbruch gegen die kriegsfaulen Europäer macht klar, dass wir alle Hoffnungen, dass die transatlantische Partnerschaft unter einem amerikanischen Präsidenten Obama respektvoller und offener werden könnte, begraben müssen. (S. u.a. sueddeutsche.de und
spiegel.de)
Im Ton ist da kein großer Unterschied zwischen Obamas heutiger Rede zum zynischen Rat des vormaligen U.S.- Außenministers Donald Rumsfeld an das “alte Europa”, das den amerikanischen Angriffskrieg gegen den Irak nicht mitmachen wollte, “man solle nicht noch mit den Füßen scharren, wenn man schon in der Grube säße!”
Wir dürfen uns auch nicht blenden lassen von der Ankündigung Obamas, unter seiner Präsidentschaft würden sich die U.S.A. aus dem Irak zurückziehen. Denn er erklärt zugleich, dass er die irakische Regierung – auch eine reine Marionettenregierung von U.S.-Gnaden!- dabei keineswegs im Stich lassen werde. Sowohl Obama wie Clinton werden unter keinen Umständen einfach abrücken. Das Elend im Irak und die Gefahren für den Weltfrieden durch die unablässigen Eingriffe des Westens in den Nahen Osten werden bleiben.
Es kommt aber noch viel toller!
Obama sammelt mächtig Punkte im Vorwahlkampf der Demokraten mit einem noch weit martialischeren und weit gefährlicheren Vorhaben als wir es bisher am Hindukusch erlebt haben. Er erklärt, dass unter seiner Regierung “die richtigen
Kriege” geführt würden. Er beschreibt den Einmarsch der Amerikaner gegen den Willen der pakistanischen Regierung in Pakistan. Zwar sagt er nicht, dass er kriegerisch g e g e n Pakistan vorgehen wolle. Er wolle nur unter bestimmten Umständen mit seinen Truppen i n Pakistan einmarschieren, weil nach Berichten der amerikanischen Gehimdienste in Pakistan an die 3.000 Terroristen säßen, die für den Tod Tausender Amerikaner in Afghanistan verantwortlich seien, und vernichtet werden müssten. Wenn der Präsident Pakistans, Musharraf, nicht dafür sorgen wolle oder könne, werde er den Einmarschbefehl geben. Was ist das anderes als der Krieg gegen das Land? Obama könnte schnell erleben, dass er die Fronten in Pakistan nicht mehr halten kann und dass das ganze Land in Brand gerät. Hillary Clinton hielt ihm auch sofort entgegen, dass es viel zu riskant sei, durch ein solches Vorgehen die Stabilität des Atomlands Pakistan zu gefährden.
Das Atomland Pakistan angreifen zu wollen, ist bisher nicht einmal dem tollköpfigen George W. Bush ernsthaft eingefallen. Nach der ersten Freude über die offenbare Entscheidungfreude des so sympathisch und jugendlich wirkenden “charismatischen” Kandidaten Obama sollten die Wähler in den U.S.A. vielleicht doch bedenken, dass Hillary Clinton vielleicht die bessere Wahl ist. Jedenfalls sind solche außenpolitischen Zumutungen und Gewaltankündigungen wie die von Obama von ihr wirklich nicht zu erwarten. Und eine Frau als Präsidentin der U.S.A. ist in unserer unverändert frauenfeindlichen Welt doch auch schon mal ein Schritt nach vorn, so interessant es auch wäre, dass nach Jahrhunderten der Versklavung der Schwarzen und Ausrottung der Indianer erstmals ein Nicht-Weißer ins Amt käme.
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Da es sich hier mehr oder weniger um einen Meinungsbeitrag handelt, was ja nicht negativ ist, wäre es für Leser doch sehr nützlich, wenn Quellen angegeben würden, was Obama zu Pakistan sagt.
Obama hat sich bereits im August 2007 zu diesem Thema geäussert, was auch durch die deutsche Presse ging.
Ausserdem kann man aus der New York Times erfahren, dass da so einiges in der Pipeline ist.