Wer kennt ihn noch den Rettungssanitäter, der mit seiner aufopfernden Art tote Kinder aus verschütteten Häusern in Beirut barg und diese verstaubten, blassen Leichen dann zwei bis dreimal für die Kameras hoch hielt und in den Krankenwagen lud? Alle mussten wir bitterlich beim Anblick dieser unschuldig getöteten Kinder weinen. Wie Böse sind doch diese Israelis, die so gewaltsam unschuldige Menschen, Frauen und vor allem Kinder mit ihrer brutalen und blutrünstigen Armee umbringen – so zumindest das Bild der Medien nicht nur in der arabischen Welt.
Seit 2006 haben wir von dem “Grünhelm” nichts mehr gehört. Ein großer Verlust! Jetzt hat er aber anscheinend unerwarteten Familiennachwuchs bekommen. Gestern trat er zum ersten Mal in den Medien auf: AFP berichtet: “Tiny victim: A Palestinian medical worker rushes a baby into the hospital in Gaza City.”

Die Ähnlichkeit mit meinem Freund, dem libanesischen Grünhelm mit Drehbucherfahrung
, ist unbestreitbar. Auch sein photogenes Talent tote Babys ganz zufällig auf dem Weg ins Krankenhaus medienwirksam in die Kameras zu halten, steht nichts nach. Es fragt sich nur, warum das mit Raketen beschossene Israel diese PR-Maßnahmen nicht selbst übernimmt? Statt die Armee nach Gaza zu schicken, auf das Risiko hin menschliche Verluste zu erleiden und auf zivile Schutzschilde zu treffen, wär es doch besser selbst Raketen auf Gaza Stadt zu schicken und in Sderot tote Babys aus israelischen Krankenhäusern zu holen und sie vor die Kameras der Weltpresse zu präsentieren?! Scheinbar fehlt den Israelis dafür aber der Vorrat an Babyleichen …!? Und ob sich das Medienbild Israels dadurch ändern wird ist auch fraglich: Sind doch schließlich Juden, die Massaker anrichten und nicht Palästinenser oder Libanesen. Und es sind immer Israelis die angreifen und nicht angegriffen werden. Hamas Terroristen sieht man ja schließlich nicht im Fernsehen mit Panzern und Hubschraubern rumfahren und mit Waffen spielen.
Während die Welt Israel für seine “unausgeglichene” Militäraktion in Gaza mal wieder gerügt hat, macht eine andere Meldung unbemerkt die Runde
Hamastan TV hat ein neues Kinderprogramm eingeführt. Seit dem der Sender Urheberrechtsklagen von Disney für das Verwenden von Mickey Mouse in seinen Sendungen bekommen hat, hat nun kurz vor Ostern ein neues Plüschtier den Platz des Disneystars eingenommen: Wie MEMRI berichtet
soll Hoppel, der niedliche Plüschhase, den Kindern Gazas das Leben als Selbstmordattentäter schmackhaft machen.
So ruft der Hase zum Beispiel auch zum Mord an Karikaturisten
auf, die den Propheten Mohammed beleidigt hatten, sowie zum Boykott israelischer und dänischer Waren:
“Wenn sie es noch einmal machen, töten wir sie. Ich werde sie beißen und fressen.” Dann unterhalten sie sich darüber, wie Palästina von den israelischen Besatzern befreit werden soll.
“Wenn ich zum Märtyrer werde, wird ein Tiger meinen Platz einnehmen”, sagt der Hase dem in den USA ansässigen Institut Memri (Middle East Media Research Institute) zufolge.
Kindgerechter kann ein Fernsehprogramm nicht sein, findet auch der Autor dieses Artikels. Deshalb bekommt nicht nur der “Grünhelm”-Klan einen Oskar, sondern auch die Regisseure der Hamas für beispiellose Medienverarsche.
Dieser Artikel erschien zuerst auf isrealabisz.blogspot.com.
@ Ihsan Yorulmaz:
Ich denke nicht, das mein sehr ironischer Kommentar, der sicherlich in einigen Punkten an der Grenze des ethisch-moralischen Geschmacks angelangt ist, die Schuld oder Unschuld des “Green Helmet” diskutiert am Tot von unschuldigen Kindern. Mir ging es viel mehr darum die Leser wach zu rütteln und damit ist auch Kritik an der Medienberichterstattung gemeint. Man kann nicht alles blind glauben, was noch so bekannte und seriöse Medien uns sagen wollen. Hier ist auch der Zuschauer/ Leser gefragt selbst Berichte zu hinterfragen und mit offenen Augen die Nachrichten zu sehen. Der “Green Helmet” ist vielmehr eine Methapher für gescheiterte Medienberichterstattung.
Als im Libanonkrieg 2006 dieser vermeintliche Rettungssanitäter tote Kinder barg und diese vor die Kamera hielt, gingen diese Bilder sehr schnell um die Welt. Ohne darüber nachzudenken wurde die Story von Israel getöteten Kindern geglaubt. Es ist unbestreitbar, dass bei Kriegen Kinder und Zivilisten umkommen – auf beiden Seiten. Das ist die bittere Realität des Krieges. Was den “Green Helmet” angeht, so fand während des Krieges ein Blogger heraus, dass dieser “Green Helmet” verdächtig viel in den Medien auftauchte. Mal in Beirut, mal in Quana… es roch nur so nach faulen Fischen. Plötzlich tauchte Videomaterial auf, welches den “Green Helmet” beim Beladen eines Krankenwagens mit einer Kinderleiche zeigte. Merkwürdig war nur, dass diese vier bis fünf mal in die Ambulanz hineingeladen wurde und der Grünhelm Regieanweisungen gab: “Dreh weiter”…
Was im Libanon passierte ist ein Symbol für mediengerechte Propaganda, die aktuell nicht nur in Gaza von der Hamas verübt wird, sondern auch von den Israelis. Auch werden von beiden Seiten Kinder für politische Zwecke missbraucht….was historisch gesehen nichts Neues ist. Wenn tote Kinder vor die Kamera gebracht werden, um die Gunst der Weltöffentlichkeit zu gewinnen und selbst Medien aus europäischen und amerikanischen Staaten diese Bilder übernehmen, übersteigt dies allerdings m.E. über weiten die Grenzen ethischer Moral und guter journalistischer Berichterstattung.