Africa Festival 2008: Der Countdown beginnt

Wie oft werden wir noch wach? Nun, das Zählen der Nächte bis zur Jubiläumsausgabe von Europas größtem Africa Festival in Würzburg, scheint zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht noch nicht ganz angemessen. Schließlich geht es erst am 22. Mai los. Doch wie Pressesprecher Christian Raith heute versicherte, wird das Programm nun immer

pressw.jpgWie oft werden wir noch wach? Nun, das Zählen der Nächte bis zur Jubiläumsausgabe von Europas größtem Africa Festival in Würzburg, scheint zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht noch nicht ganz angemessen. Schließlich geht es erst am 22. Mai los. Doch wie Pressesprecher Christian Raith heute versicherte, wird das Programm nun immer kompakter und damit natürlich auch konkreter. Neben dem diesjährigen Konzept der offenen Bühne sprach er an diesem Donnerstag auch eine Aktion mit Signalwirkung an. Der Countdown bis zum “Feiern mit Freunden” kann also getrost beginnen…

“Rund 24 Stunden Musik!”

“Der offenen Bühne fällt heuer eine besondere Aufgabe zu”, läutete Raith die Zusammenkunft ein, die vom kürzlichen Grammy-Gewinn Angelique Kidjos, die neben vielen anderen Größen das Festival beehren wird, positiv überschattet wurde. Es gehe nicht nur um ein Jubiläum, sondern auch darum, Traditionen fortzusetzen, das heißt Besonderes zu entdecken. Ganze vier Tage lang haben die Besucher aus allen Erdteilen in diesem Jahr dazu Gelegenheit. Alles in Allem werden zwölf Bands, jeweils von etwa 13 bis 19 Uhr, für rund 24 Stunden Musik sorgen und das ohne zusätzlichen Eintritt.

Der Bogen ist deshalb erwartungsgemäß nicht nur bei den Abendveranstaltungen im Zirkuszelt weit gespannt worden. Neben traditioneller afrikanischer Musik mit Percussions und Gitarren, wird es – wie auch auf dem Basar und während der Podiumsdiskussionen – einen Themenschwerpunkt “Mali” geben. Doch auch das junge Publikum kommt mit Stars der regionalen und nationalen Reggae-Szene diesmal voll und ganz auf seine Kosten. So verbinden am Donnerstagnachmittag etwa die Trommler von “Les Troubadours de Brazza” aus dem Kongo traditionelle afrikanische Musik mit Tanz und ganz neuen Elementen wie Rap und Hip Hop. Am Freitag stattet dann der Träger des Africa Festival Awards dem Publikum einen Besuch ab. Boubacar Traoré aus Mali ist nach dem Tod seiner Frau und einer damit verbundenen längeren Schaffenspause endlich wieder zu sehen. “Universale Musik, die sich an das Herz wendet” steht am Samstag auf dem Programm. Das “Familienunternehmen” “Neco Novellas” aus Mozambique betritt nach der “Compagnie Sokan” aus Burkina Faso die Bühne, um zu zeigen, dass sich ihre Musik ganz und gar nicht einordnen lässt.

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Rockiger wird es dann jedoch sogleich mit “Toumast” aus Nigeria, deren Kernbotschaft schlicht “Identität” heißt. Mit einem ehemaligen Soldaten an der Spitze, der nach dem Freiheitskampf der Touareg die Waffe gegen die Gitarre eintauschte, heißt es dann auf zum “Touarock”. Doch bei allen Weitgereisten darf im Zuge des völkerverbindenden Mottos auch heimisches Gewächs nicht fehlen. Mit “Leo’s Den” hat man sich eine der erfolgreichsten hiesigen Truppen ins Boot geholt, denen zu späterer Nachmittagsstunde letztendlich Nosliw mit seinem derzeit äußerst angesagtem deutschen Reggae folgt.

“En Zeichen gegen Rassismus!”

Das Africa Festival wäre jedoch nicht das Africa Festival, wenn es nicht auch in diesem Jahr wieder ein besonderes Zeichen gegen Rassismus setzen würde. Diesmal wird jedoch nicht nur diskutiert, sondern auch der Besucher zu einem klaren Bekenntnis zur Völkerverständigung aufgefordert. In Zusammenarbeit mit den langjährigen Unterstützern, der Bundeszentrale für politische Bildung und S.Oliver, soll dafür gesorgt werden, dass das Publikum seine Einstellung ganz öffentlich spazieren trägt. Daher wurden eigens zum Jubiläum T-Shirts entworfen, die nicht nur das Logo des 20. Africa Festivals tragen, sondern auch auf der Rückseite mittels durchgestrichenem Wort “Racism” eine klare Ansage an alle Mitmenschen geben sollen. Zu haben sind die Stücke, die es in zwei verschiedenen Varianten gibt, ausschließlich auf dem Festival und zwar voraussichtlich für unter zehn Euro.

Was der gemeine Besucher allerdings nicht haben kann, ist eine spezielle Auflage echt fränkischer Lebensart. Die eigens für besondere Gäste ins Leben gerufene Bocksbeutel-Edition setzt damit ein, in manchen Kellern, vielleicht langlebiges I-Tüpfelchen auf ein Ereignis, das hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ob Erinnerung oder Vorfreude, gemäß der RE-Tradition im Zuge dieser Berichterstattung, wollen wir auch heute mit einem Gast des kommenden Festivals schließen. Nach Youssou N’Dour und Alpha Blondy ist heute endlich Angelique Kidjo zugegen, um uns die Wartezeit etwas zu verkürzen…

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