Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps

Es ist wieder Wochenende und zwar eines, welches durch den Internationalen Frauentag beehrt wird. Ein Feiertag, der in seinem gänzlichen Sinn und Nutzen von dieser Kolumne unterstützt wird. Also Männer, Söhne und Väter heraus aus den Federn: Blumen geholt, Frühstück ans Bett und der holden Weiblichkeit gehuldigt. Einige Frauentagstipps folgen

maerz5.jpgEs ist wieder Wochenende und zwar eines, welches durch den Internationalen Frauentag beehrt wird. Ein Feiertag, der in seinem gänzlichen Sinn und Nutzen von dieser Kolumne unterstützt wird. Also Männer, Söhne und Väter heraus aus den Federn: Blumen geholt, Frühstück ans Bett und der holden Weiblichkeit gehuldigt. Einige Frauentagstipps folgen sogleich. Daneben gibt es aber selbstredend noch etliche Empfehlungen, die mit diesem Feiertag eher weniger zu tun haben.

Im Zusammenhang mit dem Internationalen Frauentag bietet das Kasseler Frauenbündnis am 6. März, 19.30 Uhr, im FrauenLesbenZentrum beispielsweise eine Diskussionsveranstaltung an. Thema: “1968: Linke und Frauenbewegung. Und Heute?”.

So kann man ihn begehen, den Frauentag, oder aber wie in Kröpelin: Hier startet ab 20 Uhr eine „Kult-Frauentagsparty“ mit vielen Überraschungen und natürlich MEN-STRIP & DJ Ecco Weber in der Gaststätte zum Raben.

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Doch nun zurück zur Tagesordnung. Wie gewohnt für den ersten Überblick – den fudder-Partyplaner.

Kassel und Umgebung:

Zu Beginn wären da ein paar empfehlenswerte Filme. Am Freitag veranstaltet das ASB Altenzentrum Söhre um 19 Uhr in Lohfelden einen Stummfilmabend mit Livemusik. Der Eintritt ist frei.

Auch am Freitag um 20 Uhr kann man im “Offenen Wohnzimmer” den Film „Auf dem Vulkan“ von Claudia Garde genießen. Mehr zum Film.

Landefeld:

Es steht außer Frage, seit ich mich mit den Placeblogs unserer wunderschönen Republik beschäftige, habe ich meinen geographischen Horizont enorm erweitert. Meine Dankbarkeit hierfür kennt keine Grenze, wenn ich nun beispielsweise mit pfälzischen Exilanten in Berlin versiert und ohne mit der Wimper zu zucken die Vorteile von Bad Bodendorf mit Weinähr abwägen kann, bzw. diese Namen einfach nur richtig zuordnen kann. Doch man lernt halt nie aus. Keiner muss jedes vitale Dorf, jede reizende Kleinstadt Deutschlands kennen. Doch es sind die Momente, die zu den Beschwingtesten gehören, wenn man bei der Recherche nach der Lage eines bislang unbekannten Ortes auf die Nähe von anderen Orten verwiesen wird, die einem ebenfalls nichts sagen. So im Falle Landefeld. Das Weltwissen wikipedia gibt einem emotionslos zu verstehen, dass “Landefeld drei km Luftlinie nördlich der Kernstadt liegt und an die Gemarkung von Alheim (Kreis Hersfeld-Rotenburg) grenzt.” Hä? Nie gehört. Aber es geht ja gottseidank weiter: “Nachbardörfer sind Metzebach, Nausis und die Kernstadt.” Aha, nun gut. Schön dass ihr dabei seid und auch noch einen so verlockenden Tipp fürs Wochenende präsentiert.

Am Freitag um 20.30 Uhr werden einem hier im Gemeindehaus „himmlische Bilder und Klänge“, ganz nach dem Titel des gezeigten Films “Wie im Himmel” ans Herz gelegt. Kleine Inhaltsangabe gefällig? “Der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus wird vom körperlichen Kollaps aus der steilen Karrierebahn geworfen. Er kehrt in seine schwedische Heimat zurück und findet eine neue Bestimmung als kreativer Leiter des ortsansässigen Kirchenchors. Dort verliebt er sich bald in die hübsche Lena und betätigt sich als Lebenshelfer in der Not, was aber nicht überall auf christliche Gegenliebe stößt.” Der Eintritt ist frei.

Bad Bodendorf:

Und da wären wir auch schon wieder in Bad Bodendorf. Hier laufen die Vorbereitungen aufs Osterfest auf Hochtouren. Daher werden wir hier “zu einem musikalischen Taizé-Gebet zur Fastenzeit und zur Einstimmung auf das bevorstehende Osterfest“ eingeladen. Das Ganze findet am Freitag ab 20 Uhr in der Kirche “St. Sebastianus” statt. Es handelt sich hierbei um “neues geistliches Liedgut, mit Gospels und Spirituals”- Und wer es noch nicht wusste: “charakteristisch für das Taizé-Gebet sind lang anhaltende und sich wiederholende Gesänge, die so einfach sind, dass sie schon nach kurzem Zuhören von jedem mitgesungen werden können.” Wer sich immer noch nicht so recht was darunter vorstellen kann, betrachte untenstehndes Video!

Mühlheim:

Das Mülheimer Theater an der Ruhr präsentiert vom 7. bis zum 9. März unter der Parole „Kultur trotzt Krise“ die Theaterlandschaft Irak (Region Kurdistan). In diesem Rahmen steht das Gastspiel des Theaters Shoreshvan aus Dohuk mit Lorcas “Bluthochzeit” in einer Inszenierung des türkisch-kurdischen Schauspielers und Regisseurs Ferhade Feqi am 8. und 9. März.
Mehr unter theater-an-der-ruhr.de

Gelsenkirchen:

“Götter, Geister und Dämonen” sind ab 8. März in der Heilig-Kreuz-Kirche zu sehen. Gezeigt werden originale Kultobjekte fremder Völker aus der Daetz-Stiftung, die von den Vorstellungen verschiedener Völker über die Schöpfung, Leben und überirdischen Kräften zeugen. Originale Buschtrommeln aus Ghana und Neu-Guinea werden ebenso ausgestellt wie Masken und Statuen exotischer Götter sowie Instrumenten von Medizinmännern, Schamanen und Zauberern.

Bad Feilnbach (Bayern):

In der Jenbachhalle kann man sich am Sonnabend zu einem Starkbierfest einfinden. Die Feilnbacher Stockschützen laden dazu ein. Um 19 Uhr eröffnet die Feilnbacher Musikkapelle das Fest. Zum Kesselfleischessen am Montag, 10. März, spielt die Auer Musi ab 19 Uhr auf. Neu auf dem Terminkalender ist ein Schafkopfrennen, das am Sonntag, 9. März, ab 10 Uhr startet. Es gibt jeweils zwei Tischpreise und der Einsatz beträgt 5,50 Euro pro Spieler. “Die Halle wird an allen drei Tagen beheizt. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.”

München:

Poetry-Slam vom Feinsten wird in München geboten. Zu Gast sind diesmal Deutschlands wohl erfolgreichster Spoken-Word-Poet BAS BÖTTCHER, der zweifache deutschsprachige Champion SEBASTIAN KRÄMER, die junge Bonner Storytellerin NADJA SCHLÜTER, das Team AGRAR BERLIN, bestehend aus Frank Klötgen, Gauner und Slam-Urgestein Wolf Hogekamp sowie die Schweizer Spoken-Word-Poetin DANIELA DILL.

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Eine kurze Andeutung wohin die Reise geht sei beigefügt: “Willkommen ist dabei alles, was in das erlaubte Zeitlimit passt: sanfte Lyrik und schrille Performances, Rap-Poetry und ernste Kurzprosa, Reimgedichte oder witzige Stories.”

Beberbeck (Hessen):

Ich muss gestehen, dass ich bei dem Stichwort “Wanderparkplatz” kurze Zeit irritiert in Richtung “Wanderbaustelle” oder Ähnliches assoziierte, doch anscheinedn handelt es sich hierbei um etwas ganz anderes. Jedenfalls wird sich an so einer Location in Beberbeck am Sonntag um 14 Uhr versammelt wenn man an einem etwa zweistündigen Rundgang unter ortskundiger Führung teil nehmen möchte. Und das Angebot hat es in sich: “Wir möchten Ihnen das Dorfensemble Beberbeck, den Landschaftsraum, das nahezu einmalige Alleesystem und die prächtigen uralten Baumveteranen vorstellen”, sagen die Initiatoren.

SUPERTIPP: Und noch etwas verbindet man instinktiv mit der Zeit um den Frauentag. Genau, den Beginn der Motorradsaison. Was liegt näher diesen mit einer netten Bikerparty zu verbinden. Der Freundeskreis Selfkant lädt demgemäß am 8. und 9. März zur Gangelter Harley & Custom Show ein. “Es wird der 105. Geburtstag der Harley Davidson gefeiert.”

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Ein buntes Programm mit ADAC Sicherheitstraining, Modenschauen, Live Music mit Bühnenshow etc. werden geboten. “Die Öffnungszeiten sind Samstag von 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr, ab 19:00 Uhr Geburtstagsfete 105. Jahre HD und Sonntag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.”
Weitere Infos unter euregio-motorrad.de und biker-triker.de

BUCHTIPP: Ein Buch über Web 2.0?! Ich höre schon die gleichzeitig gähnenden wie maulenden Gesichter. Warum über dieses Große-Pausen-Thema der Werbehippen und anderer Dampfplauderer auch noch ein Buch lesen?! Ist Web 2.0 wenn überhaupt nicht selbsterklärend und, da steter Veränderung unterworfen, erklärungsresistent?! Im Wesentlichen kann ich den Maulern zustimmen, den Gähnenden nicht.

Tom Alby: Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien; Hanser Verlag, 2007

Was Tom Alby in seinem Buch versucht, ist nicht die übliche verzückte Bestandsaufnahme oder eine weitere Blockflöte im Hype, der im eigenen Saft geschmorrten Bejubelung einer neuen Zeit. Auch wenn das Buch natürlich versucht zu erklären, was unter Web 2.0 zu verstehen ist, gewinnt es hauptsächlich an dem Versuch der Verortung des Gegenwärtigen in dem es auf die zurückliegende Entwicklung verweist. Es sind diese detaillierten Schilderungen der Anfänge des Internets, die den Begriff des Web 2.0 erst plastisch machen. Es ist dies keine sonderlich neue Erkenntnis: Doch der Umstand, dass die New Economy scheitern musste, weil die “Systemanforderungen” noch nicht erfüllt waren. Das Web 2.0 setzt sich letztendlich aus dem Benutzer 2.0, Zugangsgeschwindigkeit 2.0 und Zugangskosten 2.0 zusammen.

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Die Struktur der vorgelegten Analyse folgt im Weiteren eine ausführliche Betrachtung der verschiedenen Mosaiksteinchen, die das Phänomen Web 2.0 ausmachen. Der Autor folgt hier nahezu ausschließlich des diesbezüglich tonangebenden Werks von Tim O’Reilly. So handelt das Buch relevante Bereiche wie Podcasts, Social Software, Folksonomy und selbstverständlich Blogs (obwohl auch hier placeblogs nicht wahrgenommen werden) in ausführlicher und breit angelegter Form ab. Nie unterlässt der Autor bei der Beschreibung dieser Elemente den Seitenblick auf Ursprünge und Ursachen für die Entstehung derselben. Der Leser erfährt dabei viel Wissenswertes und Interessantes. Es ist ein gelungener Blick auf die Möglichkeiten des Web 2.0, der einem schlussendlich in seiner Unaufgeregtheit vermittelt, dass es sich diese Mal möglicherweise doch um keine Blase handeln könnte.

Dennoch bleibt zu fragen, an wen genau dieses Buch gerichtet ist. Sicher, für den geistig regen Blogger oder Webdesigner ist es eine, streckenweise spannende Lektüre. Doch diese Zielgruppe wird große Teile leicht arrogant, aber zu Recht überblättern. Für den nicht ganz so internetaffinen Leser ist das Buch dann aber doch eine Spur zu fachchinesisch und als Einführung, mit all seinen Querverwiesen und voraussetzenden Wissen eher unbrauchbar.

Die Diskussion zum Buch findet unter macophilia.de/tag/web20 statt.

Mehr zum Thema:

Placeblogs: Regional, Stadt-, Lokal und Kiez-Blogs
Placeblog-Rundschau: Das war 2007
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (28.2.)
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (21.2.)
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (14.2.)
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (7.2.)

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