Es wird gezählt. Und gezählt. Und gezählt. Und wenn die Prognosen stimmen – ausnahmsweise sind mal nicht die Wahlergebnisprognosen gemeint – so wird gezählt bis zum 29. März. Und dann erst steht offiziell fest, wer am vergangenen Dienstag den Texas Caucus gewann. Inoffiziell scheint das schon klar zu sein, doch die wirklich entscheidene Frage ist – und dazu wird’s das exakte Ergebnis benötigt – wie hoch gewann Barack Obama?
Rechenspiele
Der Reihe nach: Wie berichtet, gewann Hillary Clinton die Vorwahl (Primary) im US-amerikanischen Bundesstaat Texas. Und zwar mit 51% der Stimmen, gegenüber den 47% ihres Konkurrenten Obama. Dadurch gewinnt sie 65 der 126 auf diesem Wege vergebenen Delegierten, ganze 4 mehr als ihr Herausforderer. Doch die Vorwahl in Texas ist nicht nur ein Primary, sondern ein Hybrid aus Primary und Caucus. Und den letzteren, soviel scheint jetzt schon festzustehen, gewann Obama. Zwar werden im Caucus nur 67 Delegierte vergeben, also nur sehr geringfügig mehr als die Hälfte der in der Primary vergebenen Delegiertenzahl, doch Clintons Vorsprung aus dieser Primary mit nur 4 Delegierten ist extrem dünn.
So ist also der entscheidene Faktor für die Frage wer Texas wirklich gewann, die Höhe des Vorsprungs für Obama beim Caucus. Und das Ergebnis läßt auf sich warten. Bislang sind laut CNN 41% der Parteiversammlungen ausgewertet, und der bisher von Obama erreichte Vorspung beträgt 12% – laut der seriösen Site realclearpolitics.com führe das zu einem Endergebnis von 92 zu 91 für Clinton, also genau einer Delegiertenstimme mehr. Adrian Saenz, Obamas texanischer Wahlkampfmanager, hingegen kommt zu einem anderen Ergebnis: Am Ende werde Obama bei der Anzahl der Delegierten vorne liegen und somit Texas gewonnen haben.
Die psychologische Bedeutung
Was also bislang klar ist: Das Ergebnis ist so knapp, dass keiner der Beiden einen entscheidenen rechnerischen Vorteil aus der Vorwahl ziehen kann. Warum dann dieser Wirbel? Der Grund dafür liegt in der psychologischen Wirkung des Ergebnisses – für Beide von eminenter Bedeutung.
Gewinnt Clinton, so kann sie, wie sie es seit Dienstag tut, weiterhin darauf verweisen, dass es ihr wieder einmal gelungen sei, zurück zu kommen. Dass alle großen Staaten an sie gingen, mit der Ausnahme Illinois, dem Heimatstaat Obamas. Dass sie diejenige ist, die in den Staaten mit großem Latino-Anteil gewinnt. Obama hingegen kann bei einem Sieg in Texas darauf verweisen, dass es ihm innerhalb von zwei Wochen gelang, einen fast zwanzigprozentigen Rückstand in den Umfragen in Texas vor der Wahl aufzuholen – und das in einem Staat, der immer als sichere Sache für Clinton galt. Und so wie Hillary im Erfolgsfall darauf verweisen könnte, die großen Staaten alle für sich zu gewinnen, wäre ein Sieg Obamas eben ein wichtiger Bruch dieser Regel für ihn. Und, nicht zuletzt, ist das exakte Ergebnis des südwestlichen Bundesstaates wichtig, da es in dieser Vorwahl ungewohnter Weise im wahrsten Sinne des Wortes um jede einzelne Delegiertenstimme geht.
Zieht Clinton vor Gericht?
Und aus diesem Blickwinkel muss wohl auch betrachtet werden, dass in Clintons Lager die Überlegung laut wird, das Ergebnis des texanischen Caucus gerichtlich anzufechten. Grund dafür sei das Verhalten von Obama-Anhängern während der im Parteiversammlung-Stil abgehaltenen Abstimmungen. Angeblich sei es an mehreren Orten zu Auschlußversuchen von Clinton-Wählern durch Obama-Unterstützer gekommen. Tatsächlich hat sich die demokratische Partei bei der Durchführung des texanischen Caucus nicht gerade mit Ruhm bekleckert, von miserabler Organisation und kompletten Chaos vielerorts ist die Rede. Der Grund dafür liegt auf der Hand:
So gut nie wie zuvor spielte das Ergebnis der texanischen Vorwahl noch eine bedeutende Rolle im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Weit nach dem üblicherweise alles entscheidenden SuperTuesday gelegen, lockt der Caucus in normalen Vorwahlen maximal mehrere dutzend Wähler zu den Parteiversammlungen. Aufgrund der Strahlkraft der beiden Kandidaten und vor allem aufgrund der Enge des Rennens waren es diesmal Hunderte, an einigen Orten sogar Tausende, die mit abstimmen wollten. Völlige Überforderung seitens der Organisatoren war die Folge – und dass immer noch gezählt und ausgewertet wird, ist ebenfalls ein Resultat des chaotischen Ablaufs.
Kein Hybrid mehr in Zukunft?
Nicht verwunderlich also, dass Clinton als Unterlegende des Caucus-Verfahrens möglicherweise versuchen wird, aus der Unübersichtlichkeit auf gerichtlichem Wege Kapital zu schlagen – und dass sie fordert, der seit fünfundzwanzig Jahren bestehende Hybrid aus Primary und Caucus möge in Zukunft reformiert werden. Angesichts der Kompliziertheit der Vorgehensweise und des, durch das Verfahren verursachten, Chaos vermutlich nicht der schlechteste Gedanke für zukünftige Vorwahlen.
Clinton i9st die amerikanische Frau Ypsilanti. Klammert sich mit allen Affenkrällchen an das zukünftige Amt. Hauchdünner Vorsprung hier oder da – Es ist ziemlich ersichtlich, dass Obama der Favorit Amerikas ist.
Sie benimmt sich für mich wie ein kleines Mädchen. Heult fast, wenn ein Staat sie nicht wählt und grinst wie eine geliftete Liz Taylor bei einem Staat der sie wählt. Ist das eine Frau, die eine Nation wie die USA anführen kann? Sicherlich nicht.