Wochenrückblick II/III: In Hessen und im Vatikan geht es mit dem Teufel zu

“Was erlauben Strunz?” hat sich Bayern-Trainer Trappatoni vor zehn Jahren in seiner inzwischen legendären Wutrede gefragt. So viel Temperament hat die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti nicht. Flasche ist einfach leer, steht nun auch auf den Internetseiten der hessischen Sozialdemokraten: “Die Ampel ist aufgrund der Verweigerungshaltung der FDP nicht möglich. Den

bendet.JPG“Was erlauben Strunz?” hat sich Bayern-Trainer Trappatoni vor zehn Jahren in seiner inzwischen legendären Wutrede gefragt. So viel Temperament hat die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti nicht. Flasche ist einfach leer, steht nun auch auf den Internetseiten der hessischen Sozialdemokraten: “Die Ampel ist aufgrund der Verweigerungshaltung der FDP nicht möglich. Den Weg der Minderheitsregierung können wir nicht gehen, weil eine Abgeordnete erklärt hat, dass sie auch nach einer positiven Entscheidung eines SPD-Landesparteitags nicht bereit ist, den Weg mit zu gehen.”

Interessant ist zwischen den Zeilen: In dieser Erklärung ist Dagmar Metzger aus Darmstadt eine Namen- und Parteilose – mehr Verachtung geht nicht. Nicht einmal für “Was erlauben Metzger?” reicht es noch. Andrea Ypsilanti hat mit der 49-jährigen Verwaltungsjuristin so fertig wie sie es selbst ist.

Kurt Beck aber will die “Bild”-Zeitung noch nicht fertig machen. Der müsse nun Klartext reden, erklären, wie geschehen konnte, was geschehen ist und versichern, dass Derartiges nicht wieder vorkommt. Dafür seien Interviews bereits gebucht, sollen wir uns als Wählerinnen und Wähler nun mit dem SPD-Parteivorsitzenden freuen?

Gebt ihr den Namen zurück

Besser wäre: Dagmar Metzger wieder beim Namen nennen und aus diesem Beispiel lernen, dass man nicht jahrelang die westdeutschen Linken als Igittigitt verteufeln und dann doch passabel finden kann.

So erreicht man eine offenbar DDR-Traumatisierte nicht, die in ihren Begründungen für ihr Verhalten sogar darauf hinweist, dass Ulbricht die Mauer gebaut habe, obwohl er versicherte: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.”

Vergessen hat Dagmar Metzger wohl inzwischen, dass auch die USA seinerzeit die SED gewähren ließen, weil man der Meinung war: “Besser das als Krieg” und dass mehrere Linke maßgeblichen Anteil am Fall der Mauer haben: Gorbatschow, Brandt, Bahr…

Schlechter Ratgeber

Die Niedertracht der Andrea Ypsilanti ist ein ebenso schlechter politischer Ratgeber wie das geschichtliche Halbwissen der Dagmar Metzger. Dazulernen können sie – und sogar von einer Frau, denn die CDU plant laut “Leipziger Volkszeitung” den Rückzug von Roland Koch und den Auftritt von Petra Roth, die in Frankfurt mit den Grünen regiert.

Das könnte klappen, beweist Hamburg – und auch die Grünen in Niedersachsen liebäugeln bereits für zukünftige Zeiten mit schwarz-grünen Bündnissen. Rechts tut sich also etwas – und nun muss sich auch links noch mehr tun.

“Was erlauben Linke?” kann nicht mehr die Frage sein, an der stärksten Kraft in den “neuen Bundesländern”, die in den “alten Bundesländern” ein Wählerpotenzial hat, das dem der SPD immer näher kommt, kommt die SPD nicht mehr vorbei. Das wissen auch die Konservativen. Einige vergleichen die Linke schon mit den Neonazis. Sie haben also Angst…

Papst will mehr Teufelsaustreiber

Wie die katholische Kirche immer noch vor dem Teufel, denn – schreibt Andreas Englisch, Vatikan-Korrespondent seit 1987, in der “Bild”-Zeitung vom 7. März 2008: “Das Böse lauert immer und überall.” Doch der Papst lauert diesem Bericht zufolge zurück. Dabei soll es aber nicht bleiben, deswegen soll sich Benedikt XVI. auf die Suche nach 3.000 neuen Teufelsaustreibern gemacht haben.

Damit wir bis dahin nicht mit dem Teufel auf Teufel komm raus allein sind, verrät Andreas Englisch vorsichtshalber, woran man erkennt, dass Nachbarn, Kollegen oder Freundin besessen sind. Expertenrat holt er sich bei Don Gabriele Nanni, der an der Universität Regina Apostulorum Exorzismus lehrt. Der weiß beispielsweise: “Besessene hassen alles Religiöse (Kruzifixe, Weihwasser, Bibeln). Die Nennung des Namen Jesu macht sie aggressiv.”

In ewiger Finsternis?

Sollte sich nun jemand mit diesem Wissen ausgestattet als Hobby-Teufelsaustreiber betätigen, könnte ihm allerdings auch das passieren: “Besessene plaudern Bosheiten über andere aus, die sie eigentlich nicht wissen können.”

Und schon wäre aus dem Exorzisten ein Besessener geworden. So wird das nichts mit der Stellenausschreibung eines offenbar abergläubischen Papstes, der sich als 80-Jähriger wie ein Kind benimmt, das sich im Dunkeln fürchtet. Wann geht Benedikt XVI. endlich ein Licht der Aufklärung auf – oder wandelt er in ewiger katholischer Finsternis?

Photo Quelle/Copyright: via wikipedia.org, cc creative commons

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