Mitten im März, umtobt von Frühlingsstürmen und im Angesicht des Osterfestes versteht es sich von selbst, dass sie deutschsprachigen Placeblogs sich mit Angeboten und Empfehlungen zum nahenden Wochenende geradezu überbieten.
Begonnen wird, wie üblich, mit dem Überblick des Fudder-Partyplaners.
Oberhausen:
“Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar…” Genau, Vögel stehen zu dieser Jahreszeit natürlich im Schlaglicht des Interesses. Daher empfiehlt man auf ruhrgebiet-für-lau folgerichtig hinauszupilgern, um unsere gefiederten Freunde einmal genauer anzuschauen und zuzuhören. “Festes Schuhwerk und ein Fernglas sind erwünscht. Im Rahmen eines Rundganges werden einige heimische Vogelarten vorgestellt.” Am 16. März kann dies zu der, zugegebenerweise leicht unverschämt klingenden Zeit, zwischen 6:30 bis 8:30 Uhr angegangen werden. Treffpunkt ist der Waldparkplatz an der Hiesfelder Straße/Bürgermeisterweg.
München:
Das Musikinstrumentenmuseum im Münchner Stadtmuseum lädt zu zwei Konzerten ein. Der Eintritt ist frei: Um 11 Uhr spielen die Studenten der Kontrabassklasse Professorin Christine Hoock, Universität Mozarteum Salzburg, Werke von Bottesini, Händel, Koussevitzky, Larssen, Proto und Schostakowitsch. Das zweite Konzert beginnt um 15 Uhr. Es spielt das Duo Roka Szabó (Querflöte) und Sarah Cocco (Harfe) Werke von Bochsa, Händel, Ibert und Krumpholz.
Hamm:
Und mal wieder Hamm. Nach dem unlängst empfohlenen Stadtrundgang durch die vierbuchstabige Westfalen-Metropole hat man sich für dieses Wochenende etwas ganz Exquisites überlegt: Der 2. Hammer Orientbazar. In den Zentralhallen Hamm findet am 16. März von 11 Uhr bis 18 Uhr dieses Event der Sonderklasse statt.
Mehr Infos erhält man unter hammer-orientbazar.de
München:
Natürlich ist an diesem Wochenende auch noch St. Patrick’s Day, und zwar am 16. März. Aus diesem Anlass feiern die Münchner Iren und die irischen Münchner bereits zum 13. Mal mit einer Parade von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz (Beginn 12 Uhr). Anschließend findet die 4-stündige After Parade Party auf dem Odeonsplatz statt. “Zur Parade haben sich 34 irische, bayerische und internationale Gruppen aus München und Umgebung angemeldet.”

Basel:
“Die Diplom-Prüfungen sind geschafft und jetzt kann es losgehen: Endlich die erste Modeschau! Am kommenden Samstag präsentieren die 15 Absolventinnen und Absolventen des Instituts Mode- Design der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel ihre Abschluss-Arbeiten auf dem Laufsteg. Die DiplomandInnen des Institus Mode-Design der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel zeigen am kommenden Samstag bei der Modeschau Diplom 08 in der Basler Kaserne was sie gelernt haben.” Angeschaut werden kann dies am 15. März 2008, jeweisl 17 Uhr und 20 Uhr.
Kröpelin:
Und auch Kröpelin beglückt uns wieder mit einer Idee fürs Wochenende: Am Sonntag startet von 9 bis 17 Uhr der große Flohmarkt in der Festscheune auf Karl’s Erlebnishof in Rövershagen. “Sammler und interessierte Besucher haben bei vielen bunten Ausstellern die Möglichkeit das ein oder andere Schnäppchen zu machen.”
Österreich:
Auch in unserer befreundeten Alpenrepublik hält der Frühling mählich Einzug. Aus diesem Anlass wird dort die Alte Burg wieder aufgemacht. Am Sonnabend startet man ab 19 Uhr mit einem großen Saisoneröffnungsfest. Eintritt frei!
Berlin:
Schwerlich zu übersehen sind in den vergangenen Wochen die Streiks im öffentlichen Nahverkehr. Hierzu kann man stehen wie man will, aber man kann die Feste auch feiern wie sie fallen: Die Hedonist International ruft zum feucht-fröhlichen Bus- und Bahnfahrer-Support auf. “We like Strike”nennen sie das.

Zum Abschluss noch zwei Ausstellungsempfehlungen.
Dortmund:
Anlässlich des 125. Todestages von Karl Marx am 14. März 1883 ist im 2. Obergeschoss der Stadt- und Landesbibliothek eine kleine Ausstellung zu sehen. Gezeigt werden wertvolle Handschriften und Bildnisse von Karl Marx sowie Publikationen von und über ihn aus den Beständen der Stadt- und Landesbibliothek.
Mehr Informationen hierzu unter bibliothek.dortmund.de
Wien:
Vom 26. Februar bis 14. August 2008 präsentiert die Münze Österreich ihre neue Ausstellung “Stifte und Klöster in Österreich”. Sie zeigt als Highlight das älteste mit beweglichen Lettern gedruckte Buch der Welt aus der Werkstatt Gutenbergs.
Sollte man sich die Tage doch nicht aufraffen können, die warme Stube zu verlassen, so wäre hierfür die ideale Untermalung, das vom Bremer szenenight-blog empfohlene interaktive Hörspiel. “Das Hörspiel ist eine innovative Verbindung von Fotografie, Psychologie und Computertechnik und ermöglicht die Gestaltung virtueller Explorationsräume. Sie wurde nun erstmalig mit der guten, alten, Form des Hörspiels kombiniert. Sowohl das eigentliche Hörspiel wie auch das dazugehörige Kubikfoto³ (interaktives Fotos – ein Projekt aus Bremen!!) bestehen aus insgesamt vier Kapiteln. Das im fiktiven norddeutschen Ort Kämpenhain stehende Haus, in dem sich die Geschichte um Maurermeister Rudolf ‘die Kelle’ Gröbe abspielt, wird von Kapitel zu Kapitel variiert. Text und Kubikfoto³ sind eng aufeinander abgestimmt.”
SUPERTIPP: Ein Spaziergang durch den Gehölzgarten Ripshorst. Der diesmalige Tipp der Woche unterstützt die, mittlerweile ja zum Allgemeinplatz gewordene These vom achso grünen Ruhrgebiet. Das angepriesene Haus Ripshorst ist ein Naturschutzzentrum in einem etwa 40 ha großen Gehölz- und Bauerngarten direkt am Rhein-Herne-Kanal in Oberhausen. “Wer den Gehölzgarten erkundet, begibt sich nicht nur ins schöne Grün, sondern auch auf eine Zeitreise. Die Pflanzen und Bäume sind in vier zeitliche Abschnitte unterteilt. Tulpenbaum und Mammutbaum aus dem voreiszeitlichen Tertiär (vor 60 Millionen Jahren), Pionierepflanzen wie Birke, Weide und Kiefer, die sich nach der Eiszeit vor 12.000 Jahren ausgebreitet haben, Bäume aus den entstehenden Mischwäldern (Buche, Linde, Eiche…) und im letzten Abschnitt Kulturhölzer, wie Fruchtbäume, Wallnussbäume und Quitten.” Termin: jeweils von 11 – 13 Uhr am 16. März, 6. April, 15. Juni, 10. August, 21. September, 12.Oktober
BUCHTIPP: Der heute anempfohlene Lesestoff gehört schon eher in die Kategorie “starker Tobak”. Diesmal geht es nicht um einen Ratgeber oder Zusammenfassung von Web 2.0 oder Blogosphäre, sondern um eine seriöse, soziologische Analyse von dem was wir hier machen, wenn wir bloggen. Jan Schmidt seines Zeichens Kommunikationswissenschaftler an der Universität Bamberg analysiert die Praktiken des Bloggens und geht hierbei insbesondere der Frage der persönlichen Selbstdarstellung und des “Identitätsmanagements” nach.
Jan Schmidt: Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie, UVK, 202 Seiten, 24 Euro
Auch wenn die Studie für solch ein sich ständig neu erfindendes und rasch veränderndes Medium, wie das der Blogs, reichlich veraltet erscheint. Schließlich ist das Buch schon fast zwei Jahre alt und ein Großteil der Untersuchung stützt sich auf Daten von 2005, so haben die hier aufgestellten Fragen und Thesen wenig an Aktualität verloren. Letztlich hat sich im Wesentlichen nicht viel verändert: Die Weblogs verändern das Leben der Leute. Die Leute verhalten sich anders. Es lohnt sich, das genau zu betrachten.

Es geht hier hauptsächlich um die spannende Wechselwirkung von technischen und sozialen Phänomenen. Die Nutzer entwickeln spezifische Routinen und Erwartungen mit dem neuen Format. “Neben dem unbewusst und unbeobachtet ablaufenden ‚Learning by Doing‘ bzw. dem ‚Learning by Lurking‘ manifestiert sich die Formierung von Publikations- und Vernetzungsregeln in zahlreichen Selbstverständnis- oder Selbstvergewisserungsdebatten, die zum Beispiel die Abgrenzung zum Journalismus oder zu als unauthentisch erlebter Organisationskommunikation vornehmen.” Genau dieser Problematik nimmt sich der Autor akribisch an. Neben einer fundierten Studie über die Praktiken des Bloggens und die Grundlagen der Weblogforschung enthält das Buch auch ausführliche Exkurse hinsichtlich der angesprochenen Punkte wie Journalismus und Blogs oder Blogs in der Organisationskommunikation.
Die gründliche Arbeit Jan Schmidts muss sich dennoch die Frage nach dem Sinn von Abgrenzung und Hype von Weblogs gefallen lassen. Auf seinem, auf den ersten Blick verdächtig nach einem Placeblog klingenden Weblog bamberg-gewinnt.de, stellt sich der Autor dann aber eloquent auch dieser Kritik.
Placeblogs: Regional, Stadt-, Lokal und Kiez-Blogs
Placeblog-Rundschau: Das war 2007
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (6.3.)
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (28.2.)
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (21.2.)
- Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps (14.2.)
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Besten Dank für die Rezension – eine kleine Korrektur nur: Ich bin seit November 2007 am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg tätig…