Papa, böse Kinder kommen in böse Kliniken (XXIII): Nun steht Schloss Dilborn auch in der FAZ

“Wegnehmen ist das Einfachste” berichtet heute auch die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (FAZ) über Jessica Müller, die seit vier Jahren im Schloss Dilborn lebt und seit einiger Zeit mit Risperdal ruhig gestellt wird. Thema von Katrin Hummel ist die Petition, die Sabine und Frank Müller Ende vorigen Jahres an das Europäische

jesso60.jpg“Wegnehmen ist das Einfachste” berichtet heute auch die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” (FAZ) über Jessica Müller, die seit vier Jahren im Schloss Dilborn lebt und seit einiger Zeit mit Risperdal ruhig gestellt wird. Thema von Katrin Hummel ist die Petition, die Sabine und Frank Müller Ende vorigen Jahres an das Europäische Parlament gerichtet haben und mit der sich der zuständige Ausschuss im Frühjahr beschäftigt.

Die Erfolgschancen dürften gut stehen, denn diese Petition ist laut FAZ eine von 200 in den vergangenen beiden Jahren. Dazu sagt Inés Ayala Sender als Ausschussmitglied dem Bericht zufolge: “Die Deutschen haben erkannt, dass es in einigen Fällen eine unprofessionelle Betreuung durch Jugendamtsmitarbeiter gegeben hat.” Der Vertreter Deutschlands bei der EU habe eingestanden, dass das an der unzulänglichen Ausbildung vieler Jugendamtsmitarbeiter liege.

Was denn nun?

Liest man die Protokolle, die vom Mönchengladbacher Jugendamt nach Gesprächen mit Jessicas Eltern verfasst worden sind, kann man dem nur beipflichten. Einerseits wird dort behauptet, Jessica mache immer mehr Probleme, andererseits ist man aber auch davon überzeugt, dass Risperdal bei der Zehnjährigen eine immer positivere Wirkung zeige. Geht etwas schief, sind die Eltern schuld. Immer wieder lässt das Jugendamt die Drohung durchschimmern, dass die Kontakte zwischen Vater, Mutter und Tochter ganz gestrichen werden könnten.

Ruppig auch in Soest

So ruppig sind sie offenbar aber nicht nur in Mönchengladbach, sondern laut Katrin Hummel auch in Soest. Dort habe das Jugendamt eine Familie mit sieben Kindern mit immer weiteren Forderungen konfrontiert, bis das Amt einen Umzug in ein Problemgebiet vorschlug.

Täglich werden bis zu 70 Familien die Kinder weggenommen, stellt der Verein Curare auf seinen Internet-Seiten fest, die Vorgehensweise von Richtern, Jugendamtsmitarbeitern, Verfahrenspflegern, Gutachtern und Heimleitern sei “mehr als zweifelhaft bis – in einigen Fällen – sogar kriminell”. Da sei es wichtig, dass die Medien kritisch berichten.

Schloss Dilborn hat das wieder einmal geschafft: Meine Fragen zum Schicksal von Jessica Müller wurden nicht beantwortet, nun steht dieses Heim auch in der FAZ.

Einen Satz des Gutachters Uwe Jopt sollten das Mönchengladbacher Jugendamt, das Heim und die Vormünderin von Jessica mehrmals lesen. Laut FAZ hat er gesagt: “Das große Problem der Jugendhilfe ist: Es werden vorschnell zum vermeintlichen Schutz der Kinder Maßnahmen eingeleitet, die tatsächlich auf eine Gefährdung der Kinder hinauslaufen.”

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