AUF DAS GUTE IM MENSCHEN HOFFEN!

Katharina Bretschneider netzwerkelt mit ihren Freunden in Kultur und Volly Tanner befragt sie dazu… Volly Tanner: Hallo, Katha, schön Dich zu sehen. Du bist ja die Chefin des neuen Kulturnetzwerk e.V. Was soll der Verein denn ausrichten? Katharina Bretschneider: Hallo Volly, die Freude ist ganz auf meiner Seite. Um es

Kulturn.JPGKatharina Bretschneider netzwerkelt mit ihren Freunden in Kultur und Volly Tanner befragt sie dazu…

Volly Tanner: Hallo, Katha, schön Dich zu sehen. Du bist ja die Chefin des neuen Kulturnetzwerk e.V. Was soll der Verein denn ausrichten?
Katharina Bretschneider: Hallo Volly, die Freude ist ganz auf meiner Seite. Um es erst einmal ganz kurz und knapp zu sagen: Der Verein will v. a. über ein Internetportal Kulturschaffende und -engagierte jedweder Couleur miteinander vernetzen. Unabhängig vom e.V. können über diese Plattform Veranstaltungen und Projekte verabredet und umgesetzt werden und natürlich planen wir auch eigene. Das Ziel des Kulturnetzwerkes ist es, die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Kulturszene zu erweitern und zu vertiefen. Daher auch unser Motto: Kooperieren statt Konkurrieren.

Volly Tanner: Denkst Du, dass im kulturellen Bereich, wo doch sehr viele Selbstdarsteller und Sichindieeigenetaschewurstler herumstromern dieses Konzept eine Chance hat? Wie wollt ihr Euch vor schwarzen Schafen, die Euch ausnutzen wollen, schützen?
Katharina Bretschneider: Die Gefahr besteht natürlich immer. Wir wollen einerseits jede Anmeldung überprüfen, z.B. gibt es den Künstler/den Veranstalter wirklich? Was hat er schon gemacht? So können wir erfahren, ob derjenige es auch wirklich ernst meint. Und wir hören in die Musik der Bands rein, bevor wir eine Anmeldung zulassen, da wir kein Forum für Extremisten usw. sein möchten.

Andererseits werden wir einen Nutzerbeitrag erheben, damit unsere Plattform nicht den Charme von bspw. MySpace oder StudiVZ bekommt, auf denen sich jeder einträgt, nur weil er gerade mal Lust dazu hat. Die Aufwandsentschädigung soll jedoch nicht übermäßig ausfallen und sie soll sich natürlich auch lohnen. Um richtig gute Vorteile aus dem Netzwerk zu ziehen, müssen sich die Nutzer außerdem auch selbst für ihre Sache einsetzen, was denen, die es nur aus Jux und Tollerei machen, vielleicht schon zu viel Aufwand ist. Etwas Unsicherheit wird immer bleiben, aber man hofft ja auf das Gute im Menschen.

Volly Tanner: Macht das KNW denn dann auch eigene Veranstaltungen oder bietet ihr sozusagen nur das Nest?
Katharina Bretschneider: Beides. Die erste eigene Veranstaltung ist schon in Planung: der ehemalige KunstStoffKlubchef, der auch bei uns mitwirkt, möchte im Herbst die Lesung “Literatur im Herbst” im Victor Jara veranstalten. Das läuft dann auch über den Kulturnetzwerk e.V. Für weitere eigene Projekte sammeln wir schon Ideen. Und wenn wir erst einmal einen großen Pool an Künstlern, Locations & Veranstaltern in unserem Netzwerk haben, wird sicher einiges passieren – ob nun mit uns oder nicht.

“Wir sind schon ein ziemlich bunter Haufen.”

Volly Tanner: Was sind denn schon für Leute bei Euch am mitmachen?
Katharina Bretschneider: Wir sind schon ein ziemlich bunter Haufen. Ein paar hab’ ich aus meinem Freundeskreis rekrutieren können. Andere fanden die Idee so toll, dass sie gleich mitmachen wollten. Wir sind alle ziemlich verschieden vom Kopf her und in dem, was wir sonst so machen. Da wird es nie langweilig oder …unkreativ.

Jeder kann sich irgendwie mit einbringen. Auf alle Fälle freuen wir uns schon alle darauf, was kommt und sind schon sehr neugierig. Natürlich sind wir jederzeit offen für neue engagierte Leute, die Lust haben im Verein mit zu wirken.

Volly Tanner: Wie ist denn die Idee entstanden? So ein Netzwerk anzubieten ist ja eigentlich eine Sache für den ersten Arbeitsmarkt. Was unterscheidet Euch vom Kommerz?
Katharina Bretschneider: Die Idee hat schon recht lang in meinem Kopf gearbeitet. Ich fand es toll, als der Kunststoffklub 2006 eine Lesung im Sommertheater-Zelt von Unternehmen Bühne gemacht hat. Oder als Don Vito ein kleines Konzert im Theatrium gegeben haben. Oder, dass das Knalltheater in Kneipen spielt. Derartige Überschneidungen von sonst meist parallel laufenden Kulturszenen finde ich toll.

Vielleicht könnte man mit dieser Idee gutes Geld verdienen, aber das ist nicht der Sinn der Sache. Wenn wir das Netzwerk aufbauen, gerade weil Gelder (aus staatlicher Hand) für die Kulturszene immer knapper werden und Zusammenarbeit & gegenseitige Unterstützung immer wichtiger werden, wäre es paradox dies auf kommerzielle Weise zu machen. Die Einnahmen aus der Nutzungsgebühr, die als eine Spende für den Verein gesehen werden sollte, fließt direkt wieder in den Verein, damit er gut arbeiten kann und finanziell einigermaßen sicher steht. Das ist dann, denke ich, auch im Sinne der Nutzer.

“Das Kulturnetzwerk soll sich schnellstmöglich überregional ausweiten”

Volly Tanner: Gibt’s auch Kontakte nach außerhalb von Leipzig?
Katharina Bretschneider: Zur Zeit sind wir dabei zusammenzutragen, wer von uns Verbindungen in welche Städte und Kulturszenen besitzt. Das reicht dann vom Berliner Künstler über Vereine in Riesa und Bands aus Hamburg bis zum DJ aus Chemnitz.

Das Kulturnetzwerk soll sich schnellstmöglich überregional ausweiten, damit Leipziger Kulturschaffende auch außerhalb Leipzigs ein Forum finden und wir Kreative aus anderen Städten (und später hoffentlich anderen Ländern) nach Leipzig holen können.

Volly Tanner: Gibt’s einen Zeitplan für Eure Aktivitäten? Worauf können sich Interessierte demnächst freuen?
Katharina Bretschneider: Wie wahrscheinlich bei jedem Projekt, das in den Startschuhen steht, geht es bei uns gerade ganz schön chaotisch zu. Die ersten Fördergeldanträge laufen schon, die Pressearbeit geht jetzt los, Partner werden gesucht, die uns unterstützen wollen. Das größte Problemkind ist gerade die Internetpräsenz: Wir wollen am 01.04.2008 online gehen und das wird bestimmt knapp, weil die Seite ja auch richtig gut werden soll. Man wird also hoffentlich bald aus den Medien und über unsere Homepage www.kulturnetzwerk-ev.de mehr von uns erfahren. Und Künstler aller Sparten, Veranstalter und Locations jedweder Art (auch Kneipen sollen einbezogen werden) hören bald persönlich von uns.

Volly Tanner: Danke, Katha und ich drücke Euch die Daumen!

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