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Japan: Ein amerikanischer Enka-Sänger

Montag, den 17. März 2008 um 14:57 Uhr von Hanako Tokita
Über einen Karaoke-Wettbewerb zum Erfolg. Photo: screenshot (via youtube.com)

Der erste Enka-Sänger, der in den USA geboren wurde, Jero, ist mit seiner Debütsingle ‘Umiyuki’ Gesprächsthema in den japanischen Blogs. Die Single stieg auf Platz vier der Oricon-Charts ein - ein Rekord für eine Debüt-Enka-Single in den Top-10-Charts und den Enka-Charts.

Jero wurde als Jerome White Jr. in Pittsburgh geboren und entwickelte seine Leidenschaft für Enka, als er als Kind mit seiner japanischen Großmutter diese Musik hörte. Nach seinem Abschluss in Informatik an der University of Pittsburgh zog er nach Japan - mit dem Traum, Enka-Sänger zu werden. Während er hauptberuflich zunächst als Englischlehrer und später als IT-Entwickler arbeitete, wurde er bei örtlichen Karaoke-Wettbewerben von einem Musiklabel entdeckt und wurde bekannt.

1ko2ko3kon schreibt, Jero hätte dem Enka neues Leben eingehaucht:

Jero hat schon jetzt der Enka-Gemeinschaft aus dem alten Trott hinaus geholfen.

Das ist wirklich wundervoll. Ich hoffe wirklich, dass Jeros Charme die Texter, Komponisten und Sänger inspirieren wird, um an der Grenze des Kayōkyoku zu arbeiten.

Jero hat schnell all die anderen, die Enka-Sänger werden wollen, überholt. Er liegt mit großen Abstand vorne. Niemand wird an ihm vorbeikommen, wenn er auf den alten Wegen des Enka bleibt. Macht etwas, das den Hörern gefällt! Dabei blüht das Talent auf!

Dan Markoff, ein amerikanischer Schauspieler, der sich in Japan etablieren möchte, sieht Parallelen zwischen sich selbst und Jero und wünscht dem Sänger viel Glück.

Es gibt auch andere Stimmen: Dieser Blogger ist noch nicht überzeugt:

Der Grund dafür, dass es verschiedene Musikgenre gibt, sind die unterschiedlichen Hintergründe der Werke. Ich frage mich also: Wenn ein Stil aus dem Zusammenhang gerissen und imitiert wird, wird es die Menschen dann bewegen können, und wird es sich lange halten können? Warum muss er über die Japanische See zur Winterzeit singen?

Jero hat sich dem Enka verschrieben.
Photo: via GV


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ario in bonn sieht das anders. Sie sagt, die Japaner seien besessen von ihrem eigenen “Japanisch-sein”:

Beim Surfen fand ich einen schwarzen Enka-Sänger namens Jero. Er ist genau so alt wie ich! Und er kann auch gut singen. Für mich ist es etwas Neues, dass ein junger Mensch Enka mag und auch Enka singt.

Ich habe Videos von seinen Auftritten in TV-Shows gesehen, aber meist gibt es Kommentare wie “Er singt Enka, dabei sieht er nicht einmal japanisch aus!”, oder “Er ist wirklich gut, obwohl er kein Japaner ist!”.

Heißt das, dass sie es für etwas Besonderes halten, Japaner zu sein?

Wir leben in einer globalen Welt, viele Nicht-Japaner verstehen die japanische Kultur besser als die Japaner selbst, sie sehen vielleicht nicht japanisch aus, aber sie sprechen die Sprache perfekt.

Das ist doch nichts Ungewöhnliches. Die Japaner scheinen wirklich fest daran zu glauben, dass nur Japaner die japanische Kultur verstehen können.

-

Ich bin derzeit in Deutschland, und habe viel von der deutschen Kultur und den deutschen Bräuchen kennen gelernt. Hätte man mir gesagt, “nur Deutsche können die deutsche Kultur verstehen”, dann hätte ich vermutlich gar nichts über Deutschland lernen wollen.

Das war ein bisschen ein umgekehrter Kulturschock …

Dieser Artikel erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Clemens Harten, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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