Die Welt sucht nach einer Antwort auf die Gewalt in Tibet. Forderungen nach einem Olympia-Boykott werden immer lauter. Dass dieses Druckmittel nicht erst seit heute im Raum steht, erläutert Dr. phil. Gudrun Wacker von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Dennoch ist sie skeptisch, was ein Boykott bewirken würde.
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RE: Wie sollte die Weltgemeinschaft Ihrer Meinung nach auf die Gewalt in Tibet antworten – Genügen mahnende Worte an die chinesische Regierung?
Wacker: Auf jeden Fall sollte der Einsatz von Gewalt verurteilt werden und Peking aufgefordert werden, mit dem Dalai Lama direkte Gespräche zu führen. Es ist aber andererseits auch schwierig, Stellung zu nehmen, wenn nicht ganz genau klar ist, was vor Ort vorgefallen ist.
RE: Bislang wird ein Aufruf zum Boykott der Olympischen Spiele in Peking noch weitgehend abgelehnt. Wäre das nicht ein ideales Druckmittel?
Wacker: Dieses Druckmittel steht ja schon die ganze Zeit im Raum, im Zusammenhang mit verschiedenen Ereignissen, auch internationalen: die Situation in Darfur im Sudan, die Demonstrationen in Birma und das Vorgehen des dortigen Regimes und die Menschenrechtsverletzungen in China selbst waren Anlass für Boykottforderungen. Aber diese kamen zum Beispiel nicht von Menschenrechtsorganisationen. Denn es geht letztlich dann um die Frage, wem ein Boykott nützt bzw. was er bewirken würde. Nicht einmal der Dalai Lama unterstützt bislang einen Boykott.

RE: Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, befürwortet zumindest einen Politiker-Boykott bei den Olympischen Spielen. Würde sich China davon beeindrucken lassen?
Wacker: Natürlich lässt sich China bzw. die chinesische Führung von einem Boykott (und seiner Androhung) beeindrucken. Man möchte, dass die Olympischen Spiele perfekt werden und zeigen, wie weit China in seinen Reformen gekommen ist. Wenn es einen solchen Boykott der Politiker geben sollte, dann wird er sich aber vermutlich auf die Europäer und die USA, vielleicht auch noch einige andere westliche Länder beschränken.
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RE: Das IOC ist keine politische Organisation, wie es selbst betont. Doch kann es vor dem Hintergrund der aktuellen Lage allen Ernstes “fröhliche Spiele” in China ausrichten wollen?
Wacker: Können “fröhliche Spiele” in einem Land stattfinden, wo viele Menschen in Armut leben, wo Millionen Wanderarbeiter in den Städten keinerlei Absicherung haben, wo immer noch Zensur herrscht? Das alles war auch schon der Fall, als die Spiele an China vergeben wurden. Es hängt natürlich jetzt auch davon ab, wie sich die Dinge weiterentwickeln in Tibet und in anderen Teilen Chinas, wo Unruhen aufgetreten sind.
RE: Ein Einlenken Chinas in der Tibet-Frage halten die meisten Experten für wenig wahrscheinlich – Sehen Sie die Gefahr, dass die Gewalt weiter eskaliert?
Wacker: Das hängt wirklich davon ab, welche Strategie Peking einsetzt und wie groß die Frustration und Wut der Menschen ist. Sicherheitskräfte, also Militär oder Polizei, können entweder Gewalt einsetzen oder versuchen zu deeskalieren. Anlass für Proteste in China gibt es genügend, das zeigen die Zahlen an kleineren und größeren Zwischenfällen. 2006 waren es 74.000 nach den chinesischen Statistiken. Dass solche Unruhen eskalieren, ist nicht auszuschließen.
RE: Frau Wacker, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
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Umfrage:
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Dr. phil. Gudrun Wacker ist Mitglied der Forschungsgruppe Asien der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. 1983-1992: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Sinologie und Koreanistik, Eberhard-Karls-Universität Tübingen/ 1992-2000 Wissenschaftliche Referentin, Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien, Köln (Quelle: SWP)
Interview: Felix Kubach
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Lernen aus der Olympiade von 1936
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Photo (2): Quelle/ Copyright: drhenkenstein / Henk Kosters, Lizenz: cc creative commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 (via flickr)
Es gibt dort einen Staat auf der Welt. Er macht viel Tammtamm, aber tut real keinem etwas. Dieser Staat wird auf puren Verdacht, er könne böse Waffen bauen sanktioniert und ein gewisser Chef eines anderen Staates würde am liebsten militärisch über dieses Land herfallen.
Dann gibt es einen Staat, der eine Einparteien-Diktatur ist. Der somit die Löhne seiner Bürger niedriger hält, als irgendwo in einem afrik. Land. Dieser Staat vollstreckt soviele Todesurteile wie kein anderes Land, kennt keine Menschenrechte, verpestet die Umwelt bis hin zur Selbstzerstörung, diskriminiert Völkergruppen, überwacht seine Bürger, zensiert alles aber redet nach außen immer schön nach dem Motto “Die Welt ist schön und wir sind die Guten”. Und dieser Staat darf die Olympiade 2008 ausrichten …….
Für mich stellt sich die Frage nicht, wem ein Boykott dient und wem nicht. Der Boykott der Olympischen Spiele in China ist meiner Meinung nach die Pflicht aller Staaten, die sich frei und demokratisch nennen.