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Placeblog-Rundschau: Das Oster-Spezial

- Es ist soweit, der Osterhase steht bereit; Photo: theredroom
Willkommen zum großen Osterwochenende! Da bedarf es keiner großen Einleitung oder eines kunstvoll konstruierten Aufmachers – das Fest der Auferstehung und der puschligen Häschen spricht wahrlich für sich selbst. Auch wenn es stürmen und schneien sollte - die deutschsprachigen Placeblogs haben unverdrossen eine erstaunliche Anzahl verlockender Ideen für Ostern aufgetrieben. Und man muss sie nicht mal suchen. Naja, ihr jedenfalls nicht, denn die Arbeit habe ich mal ganz selbstlos übernommen.
Bewährt und solide – auch zu Ostern zunächst mal den Überblick von fudder: Wo rockt’s? Alle Termine für das Osterwochenende
Bevor wir uns aber so richtig den Feierlichkeiten hingeben, sei vielleicht noch ein kleiner Verweis auf die Skurilität des Osterdatums empfohlen. Die Konsumkinder aus Österreich haben sich hierzu ein paar Gedanken gemacht und einiges Wissenswertes zum Fest der Eastre herausgefunden.
Radebeul (bei Dresden):
Die Schmalspurbahn, genannt Lößnitzgrundbahn, ist für sich schon einen Ausflug wert. Doch wenn sich tatsächlich der Osterhase alias “Maxi Möhre” zur Ostereiersuche ankündigt, ist das schon einen Aufmerker wert. Obwohl ich hier konzeptuell ein wenig verwirrt war. Ist es nicht traditionell so, dass der Osterhase getrennt von den Suchenden operiert. Was sollen wir davon halten, dass der Osterhase sich jetzt mit auf die Suche begibt. Da hilft wohl alles nichts. Um Antworten auf diese schwerwiegenden Probleme zu erhalten, muss man sich wohl mit in den Zug setzen. Möglichkeit hierzu bekommt man am Ostersonntag mit vier Sonderzügen - 9.35 Uhr, 11.30 Uhr, 14.06 Uhr und 15.30 Uhr.
Berlin:
Das Heimatmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Schloßstraße 69 lädt noch bis zum 30. März zur traditionellen Osterausstellung. Unter dem Titel „Eier – Hasen – Frühlingsboten“ werden in Zusammenarbeit mit der Naturwissenschaftlichen Sammlung zahlreiche Exponate rund um das (Oster-)Ei gezeigt.
Amerang (Bayern):
Ein weiteres ausstellerisches Angebot errreicht uns aus dem tiefsten Bayern. Hier lädt das dortige Bauernhausmuseum zu einem Osterausflug in die Vergangenheit ein. Unterstützt von Eltern und Großeltern dürfen “die kleinen Besucher eifrig die vielen bunten Eier, die der Osterhase zwischen historischen Bauernhäusern, Stadeln und Werkstätten versteckt hat”, suchen. Zusätzliche Ostereier sind im Wettstreit mit anderen Kindern zu gewinnen, wenn das “Oarscheib’n” beginnt, was auch immer das sei.
Attendorn:
Das Osterfest kennt auch einige absonderliche Bräuche, so wird in Attendorn jeden Ostersamstag auf dem Kirchplatz seit nunmehr 350 Jahren die Ostersemmel gesegnet. Näheres hierzu erfährt man auf dem, mit den hiesigen Bräuchen bestens auskennenden Attendorn-Blog. Wen die Neugier jedoch nicht loslässt, der kann sich in schlappen 36 Sekunden hierüber informieren. Und man muss schon sagen: Für Semmeln ganz schön groß. Wenn man das mit Segnen erreicht, ist in Berlin ein großer Befürworter dieser Tradition entstanden.
Natürlich gibt es ja auch noch Ostermärsche. Überall in der Republik versammeln sich zu diesem Behufe etliche Unentwegte, um auf verschiedene Missstände in der Welt aufmerksam zu machen. Als da wären: Das Münchner Friedensbündnis lädt ein zum Ostermarsch. Dieser findet wieder als Demonstration vom Orleansplatz zum Marienplatz statt. Das Motto in diesem Jahr: Völkerrecht statt Faustrecht! Keine Militäreinsätze nach Außen und im Innern! Gegen Sozialabbau und Demokratieabbau! Oder in Augsburg: “Krieg ist Terror” ist das Motto des diesjährigen Ostermarsches, zu dem die Augsburger Friedensinitiative am Samstag, den 22. März, aufruft. Beginn ist um 11.30 h mit einer Kundgebung auf dem Königsplatz. Nach vier Reden und musikalischem Rahmenprogramm startet eine Demonstration durch die Augsburger Innenstadt. Während der gesamten Aktion sind auf dem Königsplatz Infostände von verschiedenen Organisationen aufgebaut. Ende des Ostermarsches wird gegen 13:00 h sein. Um nur einige zu nennen. Wer wissen will, wo in seiner Umgebung ein Ostermarsch stattfindet, kann sich hier informieren.
Der Freundeskreis Selfkant hält von dieser Art der Osterbeschäftigung anscheinend nicht allzu viel. Das zusammengestellte Allround-Programm verspricht auf jeden Fall keinesfalls Langeweile: Donnerstag - Party in der Mausefalle oder Himmerich Party Cruise im Snowworld Landgraaf; Freitag - Ausspannen und sich auf Sa vorbereiten Bierflaschen suchen, Kino, Bowling etc..; Samstag - I Love Rock im Invincula
Geldern:
Im Schwarzbrenner Geldern findet am Ostersamstag eine Hasenparty mit Karaoke statt. Dies allein sollte ja als Anreiz schon genügen. Und tut es auch.
Österreich:
Das soisses-blog hat hinsichtlich der Osterfeierlichkeiten das Kleckern sein gelassen und präsentiert ein gigantisches Veranstaltungsprogramm. Ich zitiere hier mal nur ein paar Juwelen aus besagtem Osterkalender:
Ostersamstag: ab 18.00 Uhr in der “Alten Burg” - Burg Jugend Rock Fest mit “Not4Sale” und jungen Gastbands aus Kärnten; Ostersonntag ab 9 Uhr in der evangelischen Kirche in Trebesing -Festgottesdienst (mit Hl. Abendmahl) musikalisch umrahmt vom Liesertaler Posaunenchor
Bad Bodendorf:

- Ein solides Osterfeuer ist die Grundlage jeglicher Osterfeierlichkeiten; Photo: Imhoff-Ehmen
Und was gehört noch zu Ostern?! Genau! Ein zünftiges Osterfeuer. Hierzu weiß Bad Bodendorf zu melden: “Zum Saisonbeginn und auf vielfachen Wunsch des ‚Fahrenden Volkes‘ der Wohnmobilisten wird am Karsamstag ab 20 Uhr im Biergarten des Thermalfreibads ein Osterfeuer entzündet. Schwimmbad-Pächter Alexander Albrecht schenkt dazu heiße Getränke aus. Auch Bodendorfer sind willkommen - und Brennholzspenden.”
Lübeck:
Auch an der Küste gibt es Festivitäten, die mehr als einen Blick lohnen. Eine ungewöhnliche Feier der Osternacht erwartet am Sonnabend beispielsweise die Besucher der Lübecker Marienkirche. Unter dem Titel ‚Weiß wie das Licht‘ wird die christliche Auferstehungsbotschaft als ein Spiel der Farben inszeniert. Propst Ralf Meister, Pastorin Ina von Kortzfleisch und Pastor Dr. Bernd Schwarze werden ihre geistlichen Ansprachen an den Spektralfarben Blau, Rot und Grün orientieren. Die Wortandachten werden von einer Rahmenerzählung umschlossen, in der ein ‚Denker‘ - Schauspieler Ludwig-Christian Glockzin - über die Mischung von Farben und die Sehnsucht nach dem Licht philosophiert. Die biblischen Lesungen übernimmt Nathalie Brüggen. Der Männerchor der Knabenkantorei singt alte und neue Werke und versucht Farben als Klangeindrücke darzustellen. Prof. Ernst-Erich Stender spielt Orgelwerke von Messiaen und freie Improvisationen. Dieser nächtliche Gottesdienst wird etwa eine Stunde dauern.
Am Montag sind dann auch die Kinder dran. Sie sind herzlich eingeladen zu Kinderschminken mit dem Osterhasen, kostenlosem Saftausschank für Kinder, Grillwurst, Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto und jede Menge versteckte Schoko-Eier. Das Ganze findet am Ostermontag ab 10 Uhr auf dem Priwall statt. Die Feuerwehrleute vom Priwall sind vor Ort als fleißige Helfer des Osterhasen bekannt und haben rund 1000 Ostereier und andere kleine Überraschungen auf dem Priwall versteckt.
München:
Und neben all den traditionellen und liebenswerten Tipps für Ostern soll aber auch auf eine ganz andere Spielart des Osterfeierlichkeiten verwiesen sein. Am Ostersonntag findet in München eine „Porn Party“ statt. Was das mit Ostern zu tun hat?! Das Bunny-Outfit selbstredend. Wer in einem solchen erscheint darf sich über freien Eintritt erfreuen und hat berechtigte Hoffnung die Eiersuche erfolgreich fortsetzen zu dürfen.

- Die Eiersuche in Berlin ist eröffnet;
Photo iheartberlin.de (screenshot)
Doch auch online ist die Eiersuche eröffnet. Iheartberlin.de hat irgendwo in Berlin welche versteckt. Aufstöbern kann man selbige durch eifriges Lesen des Blogs. In den nächsten Tagen wird jeweils um 20 Uhr ein Ei in den Artikeln von iHeartBerlin.de versteckt sein, welches Aufschluss darüber gibt, wo sich das dazugehörige Osternest befindet. Wenn das Osternest dann erfolgreich ausgemacht ist, dann muss dem Nestbehüter nur noch der Code “I Heart Berlin” entgegengekreischt werden und das Nest gehört euch.
Zum Abschluss dann noch der ultimative Rezepttipp aus Österreich: „Osterschinken in Brotteig mit Senfschaum“ und es kann losgehen.
Möglicherweise gibt es aber auch, ähnlich wie zu Weihnachten, militante Verächter jeglicher aufoktroyierter Feiertage. Für diese liebenwerten Zeitgenossen präsentiere ich dieses Mal sogar zwei SUPERTIPPS!
Berlin:
Das berlinstreet-Blog verweist auf eine definitiv sehenswerte Ausstellung: “Mythos Germania - Schatten und Spuren der Reichshauptstadt” lautet der Titel einer Ausstellung, die sich mit den Umbauplänen der Nationalsozialisten für Berlin beschäftigt. Die gigantomanischen Pläne der Nazis hinsichtlich der Hauptstadt Berlin sind Legion und lassen einem noch 60 Jahre später schaudern. Vom 15. März bis zum Jahresende werden in einem Pavillon neben dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas Bildmaterial, Baupläne, ein Architektur-Modell der “Großen Halle” und das Filmmodell der Nord-Süd-Achse vorgestellt.
Wien:
“Das Bestatten der Toten war stets ein Anliegen der Gemeinschaft, das der Fürsorge für den Toten diente oder den Zweck verfolgte, den Leichnam, vor dem man Angst hatte, zu beseitigen. Dabei wurde eine Fülle von Bräuchen vollzogen, die dem Verstorbenen, aber auch seinen Hinterbliebenen zugute kommen sollten. Ursprünglich war es die Familie oder ein Gemeinschaftsverband, der die Bestattung der Toten besorgte. Später wurde diese Aufgabe den Religionsgemeinschaften übertragen, mit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus eine gewerbliche Tätigkeit.” Mit diesen einleitenden Worten versucht das autnet-Blog für das Bestattungsmuseum Wien zu begeistern. Mit 1000 Objekten bietet es einen weltweit einzigartigen Gesamtüberblick über Totenkult und Bestattungsrituale. Wo wenn nicht in der Hauptstadt der ehemaligen K&K-Monarchie, dem Epizentrum genussvoller Morbidität, kann eine solche Institution ihre Pforten öffnen?! Eine wirklich lohnende Idee für die Feiertage.
Placeblogs: Regional, Stadt-, Lokal und Kiez-Blogs
Placeblog-Rundschau: Das war 2007
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Photo Quelle/ Copyright: theredroom, cc creative commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 (via flickr); Imhoff-Ehmen, cc creative commons Namensnennung 2.0 (via flickr); iheartberlin.de (screenshot)










Readers Edition » Placeblog-Rundschau: 50 Mal gar nicht so “öde Orte”
[…] Auch um diesem Problem Paroli zu bieten, bot ich immer öfter themenbezogene Rundschauen an: Zum Martinstag, zum Karneval oder Ostern. Auch ein kleiner Jahresrückblick auf 2007 war drin. So gesehen, ist die heutige Rundschau nicht wirklich die 50. Ausgabe. Doch der ungeduldige Leser fragt sich nun zu Recht wo die angekündigten Parallelen und Vergleichsmomente zu dem eingangs beschriebenen Meisterwerk der Stadtverrisse bleibt. So dann, frisch ans Werk! Ein erster Blick in besagtes Büchlein lässt mich jedoch überrascht zurückfahren. Fehlen hierin doch wesentliche Eckpfeiler des Rundschau-Kontinuums: Kein Kröpelin, nichts über Bad Bodendorf (ein äußerst vitales, kleines Placeblog, welches sich übrigens vor kurzem leider von der Bühne verabschiedete), ja selbst die “alte Hansestadt” Attendorn wird schmählich übergangen. […]