Mit dieser Frage setzen sich momentan zehn Jugendliche aus Deutschland und Israel auf dem Video-Blog des ZDF Real Time Players auseinander…
Die Deutschen Nesli (23), Felix (21), Asmait (23), Marie (19) und Benny (21), sowie die Israelis Assad (23), Shai (16), Yonathan (19), Daniella (18) und Avital (18) haben sich im Internet zu einem besonderen Projekt zusammengetroffen. Über den Blog “Real Time Players” des ZDF treten sie über Videoclips in Kontakt miteinander, um sich immer wieder mit der gleichen Frage zu beschäftigen: Was ist typisch Deutsch? Was ist typisch Israelisch?
Asaad Zoabi ist israelischer Araber aus einem arabischen Dorf im Norden Israels. Seit kurzem studiert er an der Universität in Tel Aviv. Abends, wenn das Leben in Tel Aviv beginnt, verdient er seinen Unterhalt in einer israelischen Lebensmittelkette. “Wenn ihr meine Filme seht, sollt ihr euch fühlen, als ob ihr neben mir säßet, auf der Bank im Park, im Cafe, ich nehme euch überall mit” verspricht Asaad seinen Zuschauern. Und so beginnt er in seinem ersten Video mit einer Tour durch seinen Alltag. Er geht morgens in sein Cafe, wo er von einer älteren Dame sein Frühstück serviert bekommt, dann schläft er und studiert und danach geht es sofort an die Arbeit. Dort reden sie auch mal über das Privatleben, über Asaads erste arabische Freundin, seine jetzige russische Freundin und den Unterschied beider Kulturen.
Neslihan Dogan aus Duisburg steht zu ihrem Kopftuch. Als Deutsche mit türkischen Wurzeln will sie dies bewusst als Zeichen ihrer eigenen Identität tun. “Als Muslima muss ich oft gegen das Vorurteil ankämpfen, ungebildet und unterdrückt zu sein”. Es ist eine Art Angst mit der Sie immer noch in Deutschland leben muss.
Auch Shai Gad, 16 Jahre alt, aus Sderot muss mit der Angst leben, die sie und die Einwohner der südisraelischen Stadt Sderot seit acht Jahren plagen. Bis heute treffen fast täglich Kassam-Raketen aus dem Gaza-Streifen auf die Stadt. Trotzdem geht das Leben weiter, auch für Shai: “Meine Mom ist meine beste Freundin, den Freitag verbringen wir immer zusammen, das ist unser Tag.”, sagt sie. in ihrer Freizeit jobbt Shai in einem Cafe.
Asaad, Nesliah und Shai sind nur Beispiele für junge Menschen beider Staaten, die mit ihrem Alltag zurecht kommen müssen und das beste aus ihrem Leben machen wollen.
Ob Kassam-Raketen in Sderot, das Nachtleben in Deutschland, Schulunterricht in Jerusalem oder das Leben in einem Kibbutz mitten in der Negev-Wüste. Mit Hilfe von Videotagebüchern verhilft “Real Time Players” nicht nur den Akteuren sich und ihr Land besser kennen lernen, sondern auch dem Betrachter und Besucher der Seite Mauern und Klischees im eigenen Kopf abzubauen.
Aktuell sprechen Yonathan aus dem Kibbutz und Marie, eine Schülerin an einer jüdischen Schule in Berlin, die aber selbst keine Jüdin ist, über das Thema “Schuldgefühle“. Marie zeigt in ihrem Video, dass es nach dem Holocaust wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt. Yonathan hingegen beweist mit seinem Assoziationsspiel, dass es immer noch Vorurteile gegenüber Deutschland in der israelischen Gesellschaft gibt.
Was Zeitungen und Nachrichtensender meist aus Zeit- und Platzmangel nicht schaffen, gelingt mit einem Projekt wie ZDF “Real Time Player”: den Alltag von Menschen beleuchten, die im realen Leben nichts miteinander zu tun haben, aber durch das Internet zusammen kommen und ihr Leben und ihre Kultur gegenseitig kennenlernen und somit Vorurteile abbauen helfen.
“Was ist typisch Deutsch? Was ist typisch Israelisch?” heißt die Leitfrage des Blogs. Wird es den Jugendlichen gelingen, diese Frage zu beantworten? Wir dürfen gespannt sein!
Link zum Projekt: ZDF Real Time Players
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