Das Rätsel um den seit 1944 als verschollen geltenden Antoine de Saint-Exupéry scheint aufgeklärt. Der 1900 geborene Saint-Exupéry startete am 31. Juli 1944 zu einem Aufklärungsflug zur Vorbereitung der Invasion der Alliierten, kehrte aber nicht davon zurück.
Seitdem kursieren viele Gerüchte und Theorien um das Verschwinden. In seiner Zeit als Pilot hatte er mehrere Unfälle, unter anderem kam Saint-Exipéry bei einem Absturz im Jahr 1935 beinahe ums Leben, überlebte ihn aber Dank einer geglückten Notlandung in der Wüste.
Offiziell gilt der 31. Juli 1944 als Todesdatum von Saint-Exupéry.
Nach Angaben der “Zeit online” hat der frühere Kampfpilot Horst Rippert den Schrifsteller in der Nähe von Toulon abgeschossen. Damals habe er nicht gewusst, wer in diesem Flugzeug saß. “Wenn ich ihn gesehen hätte, ich kannte ihn ja nicht persönlich, hätte ich bestimmt nicht geschossen”, so der 88-jährige. Dass es sich um Saint-Exupéry handelte, habe er erst später erfahren. Der Franzose sei sein Lieblingsautor gewesen.
Während eines Aufklärungsfluges habe Rippert plötzlich einen Flieger des Types P38 Lightning unter sich gesichtet. “Na, dann werd’ ich doch mal draufschießen.” Kurze Zeit verfolgte er Saint-Exupéry. “Und dann (…) habe ich auf die Flächen gezielt und hab’ die getroffen und die fiel dann runter. Aber ich habe nicht gesehen, ob einer ausstieg”, erzählte Rippert dem ZDF. Das Wrack der Unglücksmaschine wurde erst im Juni 2000 gefunden, aber erst später im Jahr 2004 identifiziert worden.
Der Schriftsteller erlangte mit dem 1943 veröffentlichen Buch “Der kleine Prinz” internationalen Ruhm, welches sich über 80 Millionen Mal verkaufte. Hauptaussage des Werkes: “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar”. In der Nachkriegszeit wurde diese Pointe zu einer der bekanntesten Passagen der Weltliteratur.
Aber bereits in seiner Heimat waren die Romane des Franzosen seinerzeit die Meistgelesenen.
In den ersten Werken “Südkurier” (1929), “Nachtflug” (1931) sowie “Wind, Sand und Sterne” (1939) verarbeitete Saint-Exupéry seine Erfahrungen und Erlebnisse als Pilot. Sie handeln von Isolation, Einsamkeit, lebensbedrohliche Grenzsituationen und der Tod.
Geboren als Graf von Saint-Exupéry am 29. Juni 1900 in Lyon, verbrachte er seine Kindheit wohlbehütet auf dem Familiensitz Schloss La Môle in Südfrankreich, wobei er größtenteils von der Mutter allein erzogen wurde. Antoine de Saint-Exupéry verlor seinen Vater bereits im Alter von vier Jahren.
Ab 1909 besuchte er zusammen mit seinem Bruder eine Jesuitenschule in Le Mans. Dort wurde Saint-Exupéry etwa drei Jahre später zu einem Flug mitgenommen. Seit diesem Zeitpunkt fasziniert von der Fliegerei, leistete er nach einer missglückten Aufnahmeprüfung für die Marineoffizierlaufbahn und einem abgebrochenen Architekturstudium (1919-1921), seinen Militärdienst bei der französischen Luftwaffe ab. Währendessen ließ er sich zum Piloten ausbilden. Nach seinem Austritt aus den Streitkräften (1925) flog er für zivile Fluggesellschaften. So arbeitete er aber 1927 als Pilot für Luftfrachtgüter mit den Zielen Dakar und Casablanca. Während dieser Zeit erschien sein erstes Werk “Südkurier”. Bereits 1929 übernahm Saint-Exupéry den Posten einer Fluggesellschaft in Buenos Aires, kehrte jedoch zwei Jahre später wieder zurück nach Frankreich und arbeitete für die Air France als Langstreckenpilot.
Ab 1940 wurde er als Aufklärungsflieger in Algier stationiert. Noch im gleichen Jahr gelang ihm die Emigration in die USA. Dort begann die produktivste Zeit des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry und damit sein Aufstieg in der Weltliteratur.
Photo Quelle/Copytright: Nóbik Attila, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
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