Blogger, Redakteure und Autoren – alle, die sich aktiv im Web 2.0 bewegen, kennen es nur zu gut: Jedwede Aktivität muss verwertet werden. Der Fotoapparat samt Schreibblock ist immer dabei – bloß nichts verpassen. Umso willkommener ist da die Aufforderung: “Komm, lass’ uns da mal ganz privat hingehen!” So fest der Vorsatz, so schnell wird er wieder verworfen. Denn am vorletzten Samstag war, wie soll es auch anders sein, die Kamera dann doch dabei. Als hätten “Stamm-Kamerafrau” Dani und ihre treue Begleiterin es sprichwörtlich geahnt…
Der positive Nebeneffekt dieser Begebenheit: Stolz kann nun unsere neueste “Zufallsentdeckung” präsentiert werden. “Black Rabbit” heißen die Mannen aus der Gegend um Schweinfurt, die seit wenigen Monaten ihr “Unwesen” in der hiesigen Rockszene treiben und an jenem Abend im Hammelburger Wasserhaus den Voract zu unseren ehemaligen Local Heroes “The Ghost Rockets” mimten. In diesem Sinne halten wir es heute mal mit ihrem Motto “rock and roll” und sagen nur: “get ready”, wie selbige ebenfalls eingangs einer jeden Show energiegeladen ins Publikum zu schreien pflegen.
Angeschnallt und aufgemerkt – Black Rabbit betreten die Bühne
Apropos “Opener”, die illustren Spiele der Herren wurden doch wirklich erst im Herbst 2007 eröffnet als drei der Fünfertruppe die “rettende Idee” zu einer neuen Rockband hatten. Der Rest war schnell gefunden und bereits ein paar Wochen später (und nach einigen eher unvollständigen Jamsessions) kam es dann zur ersten, richtigen und vollbesetzten Bandprobe. Hierbei entstand das Grundgerüst zu “Get Ready”, ein Song, der seitdem nicht nur für ordentlich Schwung in den Zuschauerreihen, sondern ebenfalls in den Beinen der Musikusse sorgt. Angeschnallt und aufgemerkt heißt es seither, wenn das so unterschiedlich anmutende Quintett die Bühne betritt.
Und mit einem ordentlichen “Yeah-wir-rocken-Faktor” laufen diese dann auch auf. Um sich im Folgenden in so “vernünftigen und aussagekräftigen” Textwelten, wie etwa zwischen Revolvermündung und Würgegriffen zu bewegen…
Da ist zum einen Hubi, zuständig für Gesang und den ein oder anderen Gang ins Publikum. Schon seit etwa acht Jahren ist er in Sachen Musik unterwegs, sammelte Erfahrungen als Sänger, Texter und Frontmann in diversen Hardcore- und Punkrockbands und hat sein Herz im Moment völlig an das “Rock’n'Roll thing” verloren. Ihm zur Seite steht Boris, der Mann, der zwar nicht die erste Geige, doch immerhin die erste Gitarre in dieser Formation spielt und sich darüber hinaus dafür verantwortlich zeichnet, dass es diese in dieser Form überhaupt gibt. “Bis heute ist er die treibende Kraft und der Arschtreter der Band, der aufpasst, dass alles läuft”, wird entsprechend erklärt. Ihm verdanken sie die meisten Songideen, Riffs und Rocktunes, die dann auf die stetig wachsende Fangemeinde prallen. Seinen Bruder Clemens, der schon seit längerem in der Band “The Rambles” zu Gange ist, hat er dann auch konsequent mit in dieses “thing” gezogen und ihn seitdem zum Meister der zweiten Gitarre sowie der Backvoices bestimmt. Was nun noch fehlt ist ordentlicher Bass gepaart mit harten Drums. Hierfür zuständig und zwar nur im allerbesten Sinne: Max und Flo. “Max spielt den ‘stormbass’ mit gain und distortion. Er spielt schon einige Jahre Saxophon bei den “h.s.spacecowboys” und steckt wahnsinnig viel Drive in unsere Musik. Er spielt zwar gerne mal an der Band vorbei, rockt aber trotzdem”, wird da schmunzelnd eingeworfen und ergänzt: “Flo spielt die Drums und war der Erste, der sich getraut hat, sich auf der Bühne auszuziehen. Yeah! Er spielt ebenfalls bei den Rambles und trommelt bereits seit Jahren. Außerdem ist er Inhaber des ‘Bandbusses’!”
Das war doch schon in den 80ern out!
Vom Bühnenstripper bis zum Bandbusbesitzer – die Einführung der Herren steht. Und auf die völlig ernstgemeinte Frage, “Warum es ausgerechnet Rock’n'Roll sein muss?”, folgt denn auch sogleich: “Böse Zungen behaupten, diese Musik war schon in den 80ern ‘out’. Doch darum geht es nicht! Jeder von uns hat seine persönliche Musikgeschichte und bis heute unterschiedliche Vorlieben. Genau das macht es eventuell aus, dass die Musik nicht wie ein Standardstiefel klingt, sondern eine gewisse Brise ‘Neues’ und ‘gutes Altes’ mitbringt. Wir können den Rock’n'Roll nicht neu erfinden, aber wir können ihm eine gewisse Portion Drive, Gain und Whiskeyvoice mitgeben.” Auf ihren Konzerten jedenfalls habe man diesbezüglich meist ein sehr positiv gestimmtes Publikum angetroffen, das auch das ein oder andere Lob nicht scheut – keine Spur also von “80er Outsiders”. Natürlich könne es nicht jedem gefallen – und das sei auch in Ordnung so -, erzählen sie nachdenklich. Doch wer zu ihnen komme, der sei sich darüber im Klaren, auf was er sich da einlässt. “Wenn wir es allerdings schaffen Leute zu begeistern, die das nicht wussten, oder Leute, die mit dieser Musik nicht soviel zu tun haben, dann freut uns das sehr”, werfen sie gleich hinterher.
Die Sache mit der Polizeimütze…
Wir stellen also fest: Wir haben es mit einer Truppe zu tun, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt und ihrem Schaffen eine ordentliche Prise Humor beigewürzt hat – musikalische und textliche Unsicherheiten zudem stets durch “das eigene extrem gute Aussehen” kompensierend, das versteht sich ja wohl von selbst, bleibt demnach fast nur noch eine Sache zu klären. Wie verhält es sich eigentlich mit einer hervorstechenden schwarzen Polizeimütze, die im Allgemeinen auf dem Haupt des Schlagzeugers zu thronen pflegt? “Nun gut, einer von Flos Vorfahren ermordete mit einer Bananenschale 1867 einen finnischen Polizisten (Tagwärter) auf der Durchreise in Skandinavien. Der Polizist war ein korrupter Drecksack, der zudem auch noch regelmäßig seine Familie verkloppte. Als Skalp behielt der Ururgroßvater die Kopfbedeckung des Tagwärters und trug sie stolz bis an sein Lebensende. Flo trägt die Mütze also als Zeichen der Solidarität zu den Heldentaten seines Ururopas…”, berichten die Herrschaften stolz. Wir allerdings lassen das jetzt einfach mal so stehen und gehen zum nächsten Punkt über, der allerdings ebenso zweifelhafte Antworten finden wird, wie nachfolgend zu erfahren ist: “Halten wir uns für provokant!? Ähhh…, Ja, genauso wie unsern provokanten Bandnamen ‘Black Rabbit’
Nein, wir wollen nicht provozieren, wir wollen rocken! Und wie wir zu unserem Bandnamen gekommen sind? Also bevor ich mir so ‘ne doofe Geschichte wie bei der Polizeimütze aus den Rippen leier, sage ich lieber mal die Wahrheit. ‘Black Rabbit’ so hieß der erste Pornostreifen, in dem Boris mitgespielt hat, hatte aber nix mit Tieren zu tun!!!”
Diesem abschließenden Statement ist nun nichts mehr hinzuzufügen – außer, dass Kamerafrau Dani und ihre treue Begleitung dies alles natürlich wirklich schon vorher ahnten – und so bleibt auch uns nur zu sagen: ROCK’N'ROLL WILL NEVER DIE!
Kommentare
Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.