Der Okaz-Bericht: Steht der Iran-Krieg bevor?

Einer im Mainstream-Bereich unbestätigten dpa-Meldung zufolge berichtete die saudische Zeitung Okaz am 22. März über Vorbereitungen des Königreichs auf mögliche nukleare Folgen eines US-Angriffs auf Atomanlagen im Südiran. Mittlerweile hat die Nachricht zu Spekulationen über einen bevorstehenden Angriff auf den Iran Anlass gegeben. Was wird vertuscht und was ist bekannt?

sdgsd.jpgEiner im Mainstream-Bereich unbestätigten dpa-Meldung zufolge berichtete die saudische Zeitung Okaz am 22. März über Vorbereitungen des Königreichs auf mögliche nukleare Folgen eines US-Angriffs auf Atomanlagen im Südiran. Mittlerweile hat die Nachricht zu Spekulationen über einen bevorstehenden Angriff auf den Iran Anlass gegeben. Was wird vertuscht und was ist bekannt? Puzzlespiel und Analyse..

.

.

Kurz nach Cheneys Saudi-Arabien-Besuch geisterte eine Meldung über die dpa, die aufschlussreicher nicht sein könnte. Unter Berufung auf die saudische Tageszeitung Okaz berichtet dpa über heimliche Pläne der Saudis zum Schutz ihrer Bevölkerung für den Fall eines überraschenden nuklearen Angriffs auf den Iran. Die Khaleej Times, eine Tageszeitung aus den VAE und der Kolumnist Chris Floyed im amerikanischen Baltimore Chronicle berichteten unabhängig voneinander mit Bezug auf diese dpa-Meldung. Kurz darauf verschwindet die Meldung auf gespenstische Weise. In der Zwischenzeit ist in der Blogosphäre eine wahre Hysterie ausgebrochen, die auf bereits bekannte Angriffsszenarios seitens der USA und Israels auf die iranischen Atomanlagen abhebt und sogar von einem atomaren Angriff spricht.

Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst

Wie üblich vor einem neuen Krieg sind Informationen rar, Gerüchte verbreiten sich umso rasanter. Eine Promotion-Tour US-amerikanischer Regierungsvertreter in der Golfregion geht voraus. Erst Bush, dann Rice dann Cheney. Während der Rohölpreis angeheizt durch die eskalierte Lage im Südirak auf ein neues Rekordhoch von über 100 $ das Barrel klettert, verhandelt Cheney mit dem saudischen Königshaus über höhere Ölfördermengen. Doch dies ist nur einer seiner Jobs. Gleich darauf reist er zu „Friedensgesprächen“ nach Israel. Merkel sagt vor der Knesset Israel die Unterstützung Deutschlands zu. Im Irak eskaliert Ende März die Schlacht um die Öl-Raffinerien in Basra. Für Gefechte in der „Grünen Zone“ und innerhalb Bagdads werden iranische Unterstützer verantwortlich gemacht. Derweil bereitet sich Israel laut Jerusalem Post für das kommende Aprilwochenende auf die größte Katastrophenschutzübung in der Geschichte des Landes vor. Alles nur Zufälle ohne einen Zusammenhang?

Präventivschlagdoktrin: NATO auf Kriegskurs

Von der Hand zu weisen sind Angriffsszenarien gegen den Iran nicht, stellt doch die NATO in den kommenden Tagen ein an die US-Amerikanische Präventivschlagdoktrin angelehntes Verteidigungskonzept vor, das gerade vor dem Hintergrund einer angeblichen Bedrohung durch den Iran aufgebaut wird. Bereits Anfang Januar inszenierten die Amerikaner einen angeblichen Vorfall mit iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus, den das US-Militär nachträglich als Fehler eingestand. Daneben berichteten Medien der Region, wie die Jerusalem Post, über die Stationierung von US-Anti-Raketen-Schiffen vor der Küste Israels. Beobachtet werden laut pakistanischer und iranischer Medienquellen die Verlegung von Atom-U-Booten in die Golfregion.

Offenbar finden derzeit starke Bewegungen nicht nur vor den Küsten des Nahen Ostens, sondern auch zwischen Mittelmeer, Suez-Kanal und Persischem Golf statt. Ein Vorfall im Suez-Kanal vor zwei Wochen, bei dem Zivilisten von einem US-Kriegsschiff beschossen wurden, ist nur ein Einzelfall. Bereits Anfang März 2008 titelte das hebräische Online-Magazin Debka „Iran Option wieder auf dem Tisch“ über mögliche Kriegsvorbereitungen gegen den Iran. Ziel des Angriffs könnten die mit deutscher Hilfe errichteten iranischen Atomanlagen Bushehr im Südwesten des Iran sein.

US-News liefern 6 Signale für eine Iran-Eskalation

Dass es tatsächlich zu einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen kommen könnte, bestätigen die Beobachtung des Iran zu verstärkten Marineverlegungen in die Golfregion. Gegen eine Verstärkung der US-Truppenpräsenz im Mittelmeer hatte Syrien bereits Anfang März protestiert. Laut dem Online-Magazin US-News gibt es 6 Signale für einen bevorstehenden Angriff der USA auf den Iran. Darunter: der erfolgte Rücktritt des Centcom-Generals Fallon, ein „Friedensbesuch“ Cheneys in der Golfregion, Kriegsschiffe vor der libanesischen Küste, ein möglicher Luftangriff Israels auf Syrien, Israels Krieg mit der Hisbollah sowie die Verzichtserklärung Israels auf ein unilaterales militärisches Vorgehen gegen den Iran.

Krieg wird diesmal nicht live übertragen

Erfolgt ein Iran-Krieg diesmal ohne vorauseilende Propaganda-Schlachten in den Medien? Wie schleichend und dennoch rasant ein mögliches Angriffsszenario auf den Iran aussehen könnte, belegen die Katastrophenschutzvorbereitungen im Nahen Osten. Wie und wann ist nur eine Frage der Zeit. Bereits 2005 hatte der Enthüllungsjournalist Seymour M. Hersh 2005 unter Berufung auf Geheimdienstdokumente im “New Yorker” die Angriffspläne beschrieben.

Wahrscheinlich wird ein Angriff nach der NATO-Konferenz in Bukarest erfolgen. Sicher wird dann auch Deutschland seine Freiheit im Nahen Osten verteidigen müssen. Erst dann wird die Bevölkerung erkennen, dass sie ein weiteres Mal von Regierung und den desinformierenden Medien hinters Licht geführt wurde. Wer Freunde verteidigen will, muss zu Präventivkriegen Ja sagen können. Erschreckend ist, dass es dazu bislang hierzulande keinen Aufschrei gibt.

- – -

Photo: taugenichts1988, Lizenz: cc creative commons 2.0 – Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Derweil bereitet sich Israel laut Jerusalem Post für das kommende Aprilwochenende auf die größte Katastrophenschutzübung in der Geschichte des Landes vor. Alles nur Zufälle ohne einen Zusammenhang?

    >> Ich bezweifele das Israel diese Übung, die Israel übrigens regelmässig macht, das Ausmass scheint trotzdem besonders zu sein, macht um sich auf einen Krieg mit dem Iran vorzubereiten. Das glauben noch nicht mal Israelis. Es geht vielmerh um eine Übung, die etwa mit dem letzten Libanonkrieg zu tun hat, so auch die Jpost. Die Haaretz und auch Yediot Aharonot haben letzte Woche von Indizien berichtet, das die Hisbolla im Libanon neue iranische Raketen bekommen haben, die bis nach Südisrael reichen. Für mich ist das ein weit besserer Grund solche Übungen zu machen. Israel bereitet sich auf einen neuen Krieg gegen die Hozbollah vor. Das ist Fakt. Iran spielt da momentan nur eine Nebenrolle. Iran ist ja auch nicht unbedingt Nachbar von Israel.

    6 Signale für einen bevorstehenden Angriff der USA auf den Iran. Darunter: der erfolgte Rücktritt des Centcom-Generals Fallon, ein „Friedensbesuch“ Cheneys in der Golfregion, Kriegsschiffe vor der libanesischen Küste, ein möglicher Luftangriff Israels auf Syrien, Israels Krieg mit der Hisbollah sowie die Verzichtserklärung Israels auf ein unilaterales militärisches Vorgehen gegen den Iran.

    >> nach neusten Meldungen kann ein Luftangriff auf Syrien absolut nur eine Nachrichtenente oder eine veraltete Info sein. Israel bemüht sich gerade über die Türkei mit Syrien in Verhandlungen zu treten. Es ght hier um ernsthafte Friedensgespräche. Auch dies steht in der Haaretz—Was die Verzichtserklärung angeht, so geht es hier ums Prinzip: Iran will Israel zerstören, wenn man den Worten Achmadenijads glaubt. Sollte Israel da zustimmen? Natürlich nicht. Das hat aber mit einem Krieg gegen den Iran nichts zu tun.