Wer Barack Obamas Erfolg bei den US-Primaries verstehen will, wird möglicherweise im Prinzip des “Viral Marketing” eine Antwort finden:
Virales Marketing (auch Viral-Marketing oder manchmal Virus-Marketing, kurz VM) ist eine Marketingform, die existierende soziale Netzwerke ausnutzt, um Aufmerksamkeit auf Marken, Produkte oder Kampagnen zu lenken, indem Nachrichten sich epidemisch, wie ein Virus ausbreiten. Quelle: wikipedia.org
Obamas Kampagne hat dieses Prinzip perfekter umgesetzt als jede andere politische Kampagne zuvor.
Wer möchte, kann mit Obama in Myspace, Facebook und diversen anderen Web 2.0-Communities kommunizieren, sich regelmäßig mit Obama-SMS und Obama-Klingeltönen versorgen.
Auf Youtube fordert das Obama-Girl Kontrahentin Hillary Clinton auf, doch endlich aufzugeben…
Obama-Anhänger können Barbecues mit dem Kandidaten veranstalten, und selbstverständlich auch online für den Wahlkampf spenden, Leserbriefe generieren etc. All dies geschieht mit einer sehr ansprechenden Corporate Identity, die zudem auf Zielgruppen speziell zugeschnitten wird.
Ganz ohne Zweifel – ohne die charismatische Persönlichkeit Obamas wäre der Erfolg Obamas trotzdem nicht denkbar. Aber dass Obama vom Außenseiter zum Favoriten wurde, hat auch etwas mit professionellem Marketing und Nutzung neuer Kommunikationsformen zu tun.
Ganz neu ist der Einsatz von Viral Marketing in politischen Kampagnen nicht.
So wurden auch von den Kandidaten bei früheren US-Präsidentenwahlen und auch im französischen Wahlkampf vereinzelt solche Mittel eingesetzt. Die Obama-Kampagne ist aber nach meiner Beobachtung die bisher konsequenteste Umsetzung dieser Marketing-Strategie im politischen Kontext. Und sie ist am überzeugendsten eingebettet in den Marketing-Mix.
Man darf gespannt sein, ob dieser Trend auch nach Deutschland übergreift. Schließlich steht 2009 ein Superwahljahr bevor. Zwar gibt es Anzeichen dafür, dass die Politik auch hierzulande stärker auf soziale Netzwerke zurückgreift (etwa meinespd.net). Aber was die Professionalität der Kommunikationsstrategie angeht, spielen die deutschen Parteien im internationalen Vergleich wohl eher in der B- oder C-Liga. Aber wer weiß, vielleicht wird es ja 2009 auch ein Beck- oder Steinmeyer-Girl geben. Die Konzepte liegen sicher schon in irgendeiner Schublade.
Photo Quelle/Copyright: Stupid Dingo, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
Mit dieser Bildunterschrift:
— schnipp —
Obama ‘08: Ein medial gepushter Hype.
— schnapp —
… beweist Du m.E. zwingend, dass Du nicht viel Ahnung vom amerikanischen Vorwahlkampf haben kannst. Macht ja nichts, vermutlich bist Du auf anderen Gebieten kompetent.