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re:publica 08 - Tracks & Snippets

Freitag, den 4. April 2008 um 17:02 Uhr von Martin Stahlke
Der große Saal der Kalkscheune und ein aufmerksam lauschendes Publikum, Photo: Martin Stahlke

In der Regel finden auf der re:publica bis zu vier Veranstaltungen gleichzeitig statt. Nicht alle können also vom interessierten Teilnehmer besucht werden. Hinzu sind nicht alle besuchten Veranstaltungen einen eigenen Artikel wert. Dann gibt es wiederum erzwungene Pausen, weil Artikel geschrieben werden wollen und Fotos gemacht werden möchten. Aber natürlich ist weit mehr als das, was bislang nicht in unseren Artikeln auftauchte, berichtenswert. Hier eine Zusammenstellung verschiedener Ausschnitte, bemerkenswerter Momente und nicht zu vernachlässigender Augenblicke.

Informationsrauschen – Eine hundertprozentig erfolgsversprechende Antwort darauf, wie “sorgloser Umgang mit fremden (und auch eigenen) Privatsphären” verhindert werden kann, kann Markus Glaser in der Veranstaltung “Beziehungskiste” leider auch nicht geben. Seiner Meinung nach ist zur Zeit die beste Taktik ein, zwei, viele Informationen zu schaffen. Denn die Informationen aus dem Netz sind nicht zuverlässig, zumindest noch nicht. Und umso mehr Informationen bestehen, die möglicherweise auch widersprüchlich sind oder aber mindestens nivellierenden Charakter haben, desto mehr kann dieses Informationsrauschen dazu beitragen, dass das Bild, das durch die auffindbaren Informationen gezeichnet wird, nicht akkurat ist.

Die Zielgruppe – Schöner Moment in der Veranstaltung “Wenn Politiker ins Internet sprechen – Wie verändert Video die politische Kommunikation im Netz“: Nach ihren konkreten Zugriffszahlen gefragt, sagen Bernd Steinmann (streik.tv, ver.di), Sebastian Reichelt (Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Bundesministerium für Arbeit und Soziales) und Robert Heinrich (Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Bündnis 90/Die Grünen) unisono, dass ja nicht die quantitativen Zahlen, sondern das Erreichen der Zielgruppe das entscheidende sei. Danke, wir haben verstanden.

Thema leicht verfehlt – Nicht ganz verstanden haben hingegen die Diskutanten auf dem Podium den Versuch, bei der Veranstaltung “Musik im Netz – Was bedeutet Internet für die Musiker, Labels und die Hörer?” ausnahmsweise mal nicht über die Krise der Musikindustrie zu reden. Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, dass die Virtualität und das Netz im musikalischen Zusammenhang wieder einmal weitesgehend auf die arme, arme Industrie und die Frage der Finanzen reduziert wurde. War zwar trotzdem interessant, aber was für eine schöne Abwechslung wäre es gewesen, das Thema mal aus anderer Perspektive zu beleuchten.

Alpha-Blogger – Apropros Abwechslung: Nicht selten gehörte Kritik war eine gewisse Ermüdung gegenüber den auf den Podien und Panels sitzenden Figuren. Zumindest für einige der Veranstaltungen im großen Saal lässt sich das feststellen, die deutschen Alpha-Blogger gaben sich die Klinke, beziehungsweise das Mikrophon in die Hand. Stellt sich die Frage: Ist die deutsche Blogosphäre so klein oder liegt das an dem Auswahlverfahren seitens der Organisatoren?

Harmonosphäre? – Schon letztes Jahr häufiger kritisiert, auch dieses Jahr wieder in einigen bislang erschienen Artikeln zur re:publica nachlesbarer Vorwurf: Die haben sich alle so lieb, das ist alles viel zu harmonisch in den Diskussionen. In der Tat gibt es höchst selten Streit, einzig von der Veranstaltung “Geld verdienen mit Blogs – reloaded” wird berichtet, dass sich Sascha Lobo (Riesenmaschine.de) und Robert Basic (basicthinking.de) ordentlich in die (Irokesen)Haare kriegten. Gewiss ist Streit nicht immer Sinn und Zweck einer Podiumsdiskussion und manchmal liegt es auch einfach daran, dass die Gegner sich nicht in die Höhle des bloggenden Löwen (wie zum Beispiel blogfeindliche Journalisten) trauen, aber manchmal müffelt die dauerhafte Harmonie tatsächlich ein wenig streng.

Ausgesperrt - Kollege Günther wollte sich gerne die Veranstaltung “Strickblogs oder Postfeminismus - Contents jenseits vom Schwanzvergleich” ansehen, durfte er aber ob seines männlichen Geschlechts nicht. Das kennen wir eher aus Universitätskreisen und hätten es in mitten der nerdy Computerkids 2.0 nicht erwartet - angesichts der extrem hohen männlichen Quote unter den Bloggern aber vermutlich nicht der dümmste Schritt.

Lachgeschichten: Humoresker Höhepunkt war dieses Jahr wohl die “Web Side Story – ein Musical“, charmant vorgetragen von Johnny und Tanja Haeusler (Und jetzt alle: “Und nie wieder myspace”- frei nach der Melodie “I did it my way”). Großes Lachen gab es auch bei der Veranstaltung der österreichischen Künstler- und Prankstergruppe monochrom.at – insbesondere bei der Verlesung von YouTube-Kommentaren unter ihrem Video “Me (ich)“.

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Eine Reaktion zu “re:publica 08 - Tracks & Snippets”

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  1. Bernd Sommerfeld

    am 5. April 2008 um 09:17 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ich glaube, trotz immer mehr “Kontakten” auf Xing oder auf anderen Netzwerken und 3D-Welten, nimmt der persönliche Kontakt, das lebendige Treffen von Freunden und Bekannten zum Plaudern, Tanzen, Essengehen oder Kino eher nicht zu. Ich denke, immer mehr treffen eher Online-Freunde. Ein Blogger-Witz: “Treffen sich zwei Blogger…”
    Obwohl es immer häufiger passiert. Aber Begriffe wie Freundschaft oder Beziehung verändern sich. Ach ja, die “gute alte Zeit” … damals, ohne Handy. :-)

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