Das Recht auf würdigen Umgang – Eine Aufforderung zur Gegendarstellung

Kommentar zu einem Artikel im Spiegel vom 31.03.2008 PROTEST AM REICHSTAG Der Mann, der Berlin blamiert Von Stefan Berg und John Goetz Der Artikel im Spiegel macht betroffen. Stünde er in der Jungen Welt, hätte es nicht so sehr verwundert. Die Angriffe auf die VOS und Herrn Rust sind auch

difhd1.jpgKommentar zu einem Artikel im Spiegel vom 31.03.2008 PROTEST AM REICHSTAG
Der Mann, der Berlin blamiert
Von Stefan Berg und John Goetz

Der Artikel im Spiegel macht betroffen. Stünde er in der Jungen Welt, hätte es nicht so sehr verwundert. Die Angriffe auf die VOS und Herrn Rust sind auch nicht nur eine Entgleisung die Form betreffend. “Rust ist hochaufgeschossen, mit einem kantigen Schädel und markanten Zahnlücken, an seiner linken Hand baumelt eine Handschelle”, schreiben die Redakteure. Würden sie physiognomische Beschreibungen in dieser diskriminierenden Art auch bei Opfern anderer Diktaturen wagen?

Menschen werden in Schubladen eingetütet

Dass 9 ½ Jahre Haft in der DDR schwere Schädigungen der Gesundheit und der Seele hinterlassen, darf wohl als unbestritten gelten. Was reitet da den Spiegel, gerade das nicht in den Kontext zu stellen? Die damit verbundene Diskriminierung ist völlig inakzeptabel. Der Artikel belegt aber auch, dass wir in unserer Gesellschaft zunehmend die ehrliche Auseinandersetzung mit Meinungen scheuen und Menschen in Schubladen wie im Supermarkt eintüten.

In eine solche Schublade passt eben Gustav Rust nicht. Dafür steht seine Biografie. Zu einer guten Recherche hätte genau das gehört. Als Journalist kenne ich Herrn Rust mehrere Jahre und komme zu einer völlig anderen Sicht, um das Wort Wertung bewusst (weil anmaßend) zu vermeiden. Das Vertrauen eines Menschen zu gewinnen, ist auch für Journalisten nicht immer leicht – doch ist gerade Vertrauen der Schlüssel, um Zugang zu einem Menschen zu finden.

Die Fakten wurden schlecht recherchiert, das insbesondere auch auf den beschriebenen “agressiven Wirrkopf”. Ich selbst hatte im Verlauf des letzten Verfahrens mit dem Anwalt von Herrn Rust gesprochen und komme, ohne Verfehlungen zu entschuldigen, zu einer anderen Sicht. Gustav Rust wurde nach Zeugenaussagen provoziert, Dokumente in den Dreck geworfen und er wurde als “Nazi” bezeichnet. Wie das einen in Bezug auf Diktaturen sensibilisierten Menschen verletzen muss, sollte jedem bewusst sein. So stehen denn auch Aussagen der Redakteure zu rechtem Gedankengut auf dünnem Eis. Das betrifft auch Vorwürfe gegen die VOS, Herrn Diederich und Herrn Stichler. Ich selbst kenne die Meinung dieser Vertreter der VOS durch viele Gespräche.

Die Problematik ist sehr komplex

Wer in Diktaturen gelitten hat, unterstützt diese nicht. Durch das Geben eines Interviews in der Jungen Freiheit kann man auch nicht ansatzweise eine solche Nähe unterstellen. Die Junge Freiheit hat wiederholt zu Themen des DDR-Unrechts geschrieben, ich kenne einen Teil der Artikel und begrüße die Thematisierung von DDR-Unrecht und Opfern der DDR – wo sich die sog. “großen Medien” mit einer klaren Positionierung zu heiklen Themen wie der Zwangspsychiatrisierung in der DDR eher raushalten. Die Problematik ist sehr komplex und viele Fehler im Verhalten gegenüber den Opfern nach der Wiedervereinigung sind nicht mehr gutzumachen.

Es sollten aber nicht täglich neue gemacht werden. Dazu gehört auch ein würdiger Umgang mit Betroffenen, auch wenn das nicht immer leicht ist. Dieses Recht hat auch Gustav Rust. Ich erwarte vom Spiegel eine Klarstellung der Beleidigungen, die sehr viele Betroffene der DDR-Diktatur erschüttert hat und eine Gegendarstellung durch Veröffentlichung dieses Artikels.

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Opfer nicht gleich Opfer

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  1. VEB Aufarbeitung – Roman Grafe – Lesung:
    ————————————————-

    Diesen Text bitte in die privaten Foren setzen,
    und später – des Termins wegen – wiederholen:
    ______________________________________

    Thema: Roman Grafe-Buchvorstellung…
    Kommentar: …in Magdeburg:
    WER von den Kameraden nimmt mich mit?
    (Pause: Die erste Abfahrt Wollin Ziesar oder die Zweite , bei Bruder des VOS-Kamerad Vogel wurde mit 17 von Bolschewisten verschleppt und verliess
    nach “Ermässigung” mit Tbc das Sowjet-KZ Bautzen…).
    Platzbedarf: Eventuell schaffen wir es, seine Witwe mitzunehmen.
    Fahrerin darf auch eine junge Frau vom “Tagesspiegel” – SPD-”nah” sein.
    (der in der PDS noch immer geduldete Luxemburg-Verschnitt… Hätte ich in
    Cottbus-Spreeufer doch nur unterschrieben – einer strengen Frau unterwirft man
    sich ja gern – vor sowas schönes geht man gern in die Knie und läßt sich dominieren.

    Mal sehen, ob der Text jetzt in meinem Forum freigeschaltet wird
    MkG/ MfG,
    Gustav Rust