Local Heroes (Vol.35): SAITENSPRUNG – Die Band mit den Eimern

Es gibt Formationen, die finden sich in keinem Plattenladen. Auch haben sie nicht, wie heutzutage üblich, Myspace oder andere Anlaufstellen parat. Dennoch erreichen gerade sie im Laufe der Jahre wahrhaften Kultstatus in den heimischen Gefilden. Die Fans strömen regelmäßig in Massen herbei und mitsingen, ja, das kann sowieso jedes Kind.

git1.JPGEs gibt Formationen, die finden sich in keinem Plattenladen. Auch haben sie nicht, wie heutzutage üblich, Myspace oder andere Anlaufstellen parat. Dennoch erreichen gerade sie im Laufe der Jahre wahrhaften Kultstatus in den heimischen Gefilden. Die Fans strömen regelmäßig in Massen herbei und mitsingen, ja, das kann sowieso jedes Kind. Eine Band unter ihnen, die abseits von jeglichem Label, geschweige denn des Internets existieren, nennt sich “Saitensprung”. Beheimatet in der eher gemächlich anmutenden Kurstadt Bad Kissingen, hat sich ihr Ruf als Garant für Spaß samt einzigartiger Bühnenpräsenz mittlerweile weit über die eigenen Stadtgrenzen hinaus verbreitet.

Eimer, Dosen und ein Koffer…

Spontan und ungeplant war die Gründung der Cover-Kultband. Ein Prinzip, dem sich die Gruppe seit ihrem ersten Auftritt auch konsequent treu geblieben ist. Urgestein Erich “Fifi” Schneider, der bereits in den 60ern mit “The Cruels” und in den 70er Jahren mit “Surprise” durch die Lande tourte, war im Sommer 1997 auf der Suche nach Musikern, nachdem ihm der Gitarrist für einen Duo-Auftritt auf dem Bad Kissinger Rakoczy-Fest absagen musste. Mehr durch Zufall fanden sich in Kürze Till Schipkowski und Jens Bayer (beide Akustik-Gitarre und Gesang), die nicht schlecht staunten, als “Fifi” zur ersten (und wohlgemerkt seitdem einzigen) Probe sein selbstgebautes Drum-Set präsentierte. Dieses aus Eimern, Dosen und einem Koffer als Bassdrum bestehende Schlagzeug ist eines, wenn nicht sogar das Markenzeichen von Saitensprung…

Bäumchen wechsel dich

Auftritte in Coburg, Bamberg und Bad Kissingen folgten, allerdings war das Terzett ein volles Jahr ohne Namen unterwegs. Im ehemaligen Bad Kissinger Irish Pub konnte sich dann 1998 im Zuge eines von der Band initiierten Wettbewerbes der Name “Saitensprung” gegen so exotisch klingende Titel wie zum Beispiel “Fußmaschine” durchsetzten. Und beinahe zeitgleich stießen Rupprecht Zahn am Bass, sowie Holger Schuhmann an den Bongos zur Truppe. Diese erste Grundformation hatte sich gefunden und tourte sodann als Quintett durch Unterfranken, bis Schuhmann bereits im Jahr 2000 die Band verließ. Als Rupprecht Zahn 2002 aus beruflichen Gründen nach Berlin ging, übernahm Wolfgang Sobtzick die Arbeit am Bass. Bereits ein Jahr vorher begann Till Schipkowski eine Pilotenausbildung, aus zeitlichen Gründen kann er seitdem nur noch sehr selten an Auftritten teilnehmen, so dass das aktuelle “Basis”-Line-up aus dem Dreiergespann “Fifi”, Jens und “Sobi” besteht.

Und seit Jens vor einigen Jahren ebenfalls beruflich in die Ferne zog, sind die Auftritte selten geworden, doch ist Saitensprung nach wie vor auf dem Rakoczy-Fest und dem Bad Kissinger U&D dabei. Auch das logistische Zentrum der Band, die Kissinger Kult-Kneipe “Zoom Eulenspiegel”, kann mehrmals im Jahr mit Auftritten rechnen.

Interpretation mit ganz eigener Note

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Gespielt wird dabei, was Spaß und Freude macht. Oft wissen Schlagzeuger und Basser nicht einmal, welches Stück der Sänger und Gitarrist als nächstes anstimmen wird, wodurch die Interpretationen der Stücke meist eine eigene Note erfahren. Denn geprobt wird nicht!

Daraus resultiert eine scheinbare geistige Abwesenheit des Bassisten, der jedoch nur verzweifelt versucht, die Gitarre und die jeweiligen Griffe im Auge zu behalten. Dennoch kommt es so gut wie gar nicht vor, dass sich die Band verspielt oder gar Unhörbares zum Besten gibt. Das Publikum kann auch durch Zurufe Wünsche äußern, die dann nach bestem Wissen und Gewissen der Combo wiederrum in Hörbares umgesetzt werden. Regelmäßiger Höhepunkt eines Saitensprung-Auftrittes ist ein Medley in C-Dur, welches in einem viertelstündigen Schlagzeugsolo gipfelt und nicht selten zu ekstatischen Zuständen sowohl des Trommlers wie auch der Zuhörerschaft führt.

Ein treuer Fan – der kleine Gitarerro

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Während des Auftrittes auf dem Rakoczy-Fest 2004 wurde die vor der “Eule” stehende Bühne von kleinen Fans begeistert gestürmt und anschließend “betanzt”, von diesem spaßigen Ereignis ist ein kleiner Gitarrero übrig geblieben, der seitdem mit seiner Spielzeuggitarre die Band des Öfteren aktiv unterstützt. Auch 2008 werden Saitensprung auf dem Bad Kissinger U&D und dem Rakoczy-Fest auftreten, sogar als Quintett, denn Till Schipkowski ist wieder mit dabei…

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