Nach Auswertung einer fünfjährigen Studie schlägt die Universitätsklinik Essen laut Pressemitteilung vom 9.4.2008 Alarm wegen häufiger schwerer Leberschäden als Folge der Überdosierung von Schmerzmitteln mit dem Wirkstoff Paracetamol.
Früher war die Hepatitis die Hauptursache, wenn die Leber versagte. Heute sind es Schmerzmittel, allen voran die vielen Produkte, die denWirkstoff Parcetamol enthalten. Darunter sind fast jedem bekannte apothekenfreie Produkte wie Paracetmol 500 Hexal, Ben-u-ron 500 von Novartis, Benuron Captin, Enelfa, Gelonida, Grippostad C, Neopyrin forte und Thomapyrin.
Von Leberschäden bis Leberversagen
Die Essener Ärzte verlangen, dass alle Produkte, die Parcetamol enthalten, rezeptpflichtig gemacht werden. Sie weisen auf die großen Gefahren bei der der Überdosierung hin, die umso größer sind, wenn der Anwender übergewichtig ist und wenn er Alkohol im Blut hat oder Schlafmittel oder Antiepileptika eingenommen hat. Auch ohne diese besonderen Risiken ist nach ihren Angaben die Einnahme von 1 g des Wirkstoffes an zwei bis drei Tagen ungefährlich. Schon die doppelte Menge führt aber häufig zu Leberschäden bis hin zum Leberversagen mit tödlichem Ausgang. Besonders gefährlich ist der Einsatz dieser Mittel über einen längern Zeitraum. Es werden Obergrenzen von 4 – 6 Gramm dafür angegeben, ab welcher Menge dieses Medikament als lebensgefährlich einzustufen ist. (Vergleiche hierzu: dr-gumpert.de, answerbag.com sowie aerzteblatt-studieren.de)
Nicht leichtfertig dosieren
Die Haupteinsatzgebiete dieser Schmerzmittel sind Kopfschmerzen, auch Dauerkopfschmerzen und Migräne, Arthrosen, Fibromyalgie, Rückenschmerzen, Zahnschmerzen und Fieber. Wenn man in der Not gerade mal die wenigen Stunden überbrücken muss, bis ein Zahnarzt frei ist und einen von einem unerträglichen akuten Schmerz befreit oder wenn ein Kind von der Mutter statt der bekannten Wadenwickel, die entgegen landläufiger Meinung nicht beliebig angwendet werden dürfen, besteht keine Gefahr einer schweren Nebenwirkung. Bei den Krankheiten, die ihre Opfer aber tagtäglich oder in Schüben immer wieder überfallen, ist die heute übliche freizügige Nutzung dieser Schmerzmittel nicht zu verantworten. Die Anwender wissen oft gar nicht, dass sie in eine Überdosierung hineinlaufen oder dass ihr Risiko durch Mehrfachpräparate schwer geschädigt zu werden, die neben Paracetamol auch Schlafmittel enthalten, wesentlich erhöht ist.
Die rezeptfrei und ohne jede Beratung an jedermann herausgegeben Präparate sind zudem in den Händen suizidgefährdeter Menschen regelrechte tickende Zeitbomben. In der Zeit von 1997 bis 2005 haben Arzneimittel mit Paracetamol den Platz 1 der Statistik unter den Medikamenten, die mit Selbstmordabsicht eingenommen wurden, eingenommen. In Großbritannien, Frankreich und Irland hat man festgestellt, dass die Einnahme zum Tötungszweck schon erkennbar zurückgegangen ist, nachdem die Packungsgrößen verringert wurden. In Deutschland werden Packungsgrößen mit 30 Tabletten zu 500 mg angeboten – genug, damit sich gleich zwei Erwachsene oder vier Kinderauf einen Schlag aus dem Leben verabschieden können! Solche in den Augen der unaufgeklärten Allgemeinheit ungefährlichen bloßen Schmerzmittel gehören ausschließlich in die ärztliche Kontrolle und sollten im Giftschrank aufbewahrt werden. Man lässt doch auch – und dann noch ohne Waffenschein – keine geladene Pistole zuhause herumliegen!
Der freizügige Gebrauch von Paracematol ist aber auch ohne die Gefahr schwerer Leberschäden mit letalen Folgen ein großes Problem.
Wer sein Leben lang immer wieder solche Schmerzmittel nimmt, sei es bei häufigen Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Rheuma, Arthrose, Gicht und bei den allfälligen leicht oder schwer fiebrigen Erkältungen und jederlei Zwickerchen, wird in der Folge kaum noch auf Anaesthetika ansprechen, so dass er im Ernstfall weit schlimmere Betäubungsmittel braucht wie etwa Morphium.
Unser Körper hat indes eigene Kontrollsysteme, auch solche, die das Schmerzgefühl eindämmen oder aufheben können. Das effektivste ist das serotonerge System. Wenn der Mensch mit dem Schmerzkontrollhormon Serotonin ausreichend versorgt ist, bleiben in nicht geringem Umfang Schmerzemfpindungen einfach aus oder er kann sie weit besser ertragen. (Vergleiche hierzu dahlke.at)
Die Rückkehr zu einer natürlichen Lebens- und Ernährungsweise, mit der das serotonerge Schmerzkontrollsystem wieder ins Lot gebracht wird und in vielen Fällen die die Nutzung alter Hausmittel, sind fast immer dem Einsatz der gefährlichen arzneilichen Schmwerzmittel vorzuziehen.
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Photo: der_dennis, Lizenz: cc creative commons 2.0 – Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
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