Seit dem 16. April 2008 finden in Kiel fast jeden Abend Angriffe auf linke Zentren und Wohnprojekte statt. Weder Polizei, noch NDR, noch die lokale Kieler Nachrichten berichten darüber. Vorangegangen waren diesen Angriffen Spray-Aktionen von Antifaschisten bei einem Haus in der Preetzer Straße, in dem einige bekannte gewaltätige Rechtsradikale eingezogen waren.
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An den darauffolgenden Tagen gingen in verschiedenen linken Zentren, wie auch in einem Kinderladen Fensterschreiben zu Bruch. Bei einer daraufhin stattfindenden Spontan-Demonstration, die an dem besagten Haus vorbeiführte, kam es zu einer Eskalation zwischen Antifaschisten und Rechtsradikalen. (siehe dazu auch Indymedia: Kiel: Reaktion auf Nazi-Angriffe)
In den folgenden Tagen und auch Nächten wurde der Stadtteil Gaarden von der Polizei in eine Art Ausnahmezustand versetzt.
Dabei wurde keine einzige Pressemitteilung seitens der Polizei veröffentlicht. Die NPD verteilt zur Zeit an vielen Kieler Schulen rechtsradikale Musik-CDs und Werbematerial. Kritisch werden diese Aktionen im Lichte der Tatsachen, das in Schleswig-Holstein und somit auch in Kiel am 25. Mai Kommunalwahlen stattfinden, bei denen zum ersten Mal bereits 16-Jährige wählen dürfen und die Fünf Prozent-Hürde nicht mehr gilt. Der NPD werden in Kiel bis zu vier Prozent der Stimmen zugetraut, was gleichbedeutend wäre mit einem Einzug in die Ratsversammlung.
Offenbar glaubt man in Politik und den Medien, das Problem NPD und Rechtsradikale alleine durch Schweigen und Aussitzen aus der Welt schaffen zu können. Währenddessen lässt man die Kieler Bürgerinnen und Bürger im Ungewissen. Ohne Berichterstattung macht sich jeder seinen eigenen Reim über das, was passiert. Deutlich wird, das oftmals etablierte Medien nicht mehr in der Lage sind über die Wirklichkeit adäquat zu berichten, weil sie zu sehr in Interessengemengen eingeklemmt sind.
Schweigen hilft nur denen, die im Dunkeln agieren
Bleibt zu hoffen, das sich die Situation in den nächsten Tagen wieder beruhigen wird und die Kielerinnen und Kieler endlich wieder ruhig schlafen können, auch wenn sie die Wahrheit über die Ereignisse kennen. Bisher schlafen nur die ruhig, die von all dem nichts wissen.
Es wird Zeit, dass die Politik Stellung nimmt und einsieht, dass das Verschweigen nur denen hilft, die im Dunklen agieren und eben das Licht der Öffentlichkeit scheuen.
Zurück zum Extrablatt und Plakat! Die z. Zt. einzige Möglichkeit, die Bevölkerung zu erreichen. Die freiwillige Selbstzensur der Medien zum Thema Nazis wird strikt eingehalten. Das war kurz vor der Machtergreifung der NSDAP übrigens nicht anders …