Zehn Prozent mehr für Hillary – Punktsieger McCain

Aus gesamtdemokratischer Sicht ist das Ergebnis der Vorwahlen im US-Bundesstaat Pennsylvania das schlechteste, das hätte erreicht werden können. Mit 54,7 Prozent zu 45,3 Prozent gewinnt Hillary Clinton vor Barack Obama. Hochrechnungen gehen davon aus, dass Clinton dadurch zehn Delegierte mehr als ihr Herausforderer in ihrem Heimatstaat gewinnen kann. Das ist

cain.jpgAus gesamtdemokratischer Sicht ist das Ergebnis der Vorwahlen im US-Bundesstaat Pennsylvania das schlechteste, das hätte erreicht werden können. Mit 54,7 Prozent zu 45,3 Prozent gewinnt Hillary Clinton vor Barack Obama. Hochrechnungen gehen davon aus, dass Clinton dadurch zehn Delegierte mehr als ihr Herausforderer in ihrem Heimatstaat gewinnen kann. Das ist gerade so genug, um das Rennen weiter offen zu halten, aber nicht genug, um noch einen Sieg bei der Gesamtrechnung der einfachen Delegierten zu erreichen. Ein Ergebnis, das vor allem einem dient: Dem Republikaner John McCain.

Vor der Wahl war die Konstellation klar

Siegt Obama, ist das Rennen entschieden. Das aber war zu keinem Zeitpunkt zu erwarten. In keiner Umfrage gelang es dem Senator aus Illinois die ehemalige First Lady zu überflügeln. Ein äußerst knapper Sieg Clintons hätte von daher eine ähnliche Wirkung wie ein Sieg Obamas bedeutet. Um aber die notwendige Mehrheit der einfachen Delegierten noch erreichen zu können, hätte Hillary einen erdrutschartigen Sieg erringen müssen – von einem Anteil von benötigten 60 Prozent aller Delegierten bei jeder der noch ausstehenden Vorwahlen sprachen Rechenexperten. Nun steht wohl fest: Diese Wahl ist für Clinton nicht mehr zu gewinnen – wären da nicht die Super-Delegierten.

Bei diesen von der ‘popular vote’, also den tatsächlichen Vorwahlergebnissen, unabhängigen Partei- und Staatshonorationen führt Clinton seit Beginn der Vorwahlen. Dass die meisten derer, die bei der entscheidenden Parteiconvention als Superdelegierte ihre Stimme abgeben dürfen, sich noch nicht öffentlich geäußert haben, spricht ebenfalls für Clinton. Denn zum einen dürfte das Partei-Establishment eher auf ihrer Seite stehen, zum anderen wäre möglich, dass die Honorationen sich nach der Frage, wem sie mehr Chancen im November zutrauen entscheiden. Und in dieser Stimmungsabhängigen Interpretation sehen die Dinge zur Zeit gar nicht mal so schlecht aus für Clinton.

Zum einen ist da das Ausbleiben des final punch, des letzten und alles entscheidenden Sieges Obamas, der einfach nicht gelingen will. Wieder und wieder nahen Vorwahlen heran, bei denen der junge Herausforderer alles klar machen kann – und verstreichen, ohne dass ihm der Big Point gelingt. Das nährt Clintons Image vom unbesiegbaren Stehaufmännchen, immer wieder mal in die Ecke gedrängt, doch nie besiegt. Zum anderen sind da Wahlanalysen, die – aus Sicht der Demokraten Besorgnis erregend sind: Obama führt und ist kaum mehr schlagbar, doch die demokratischen Stammwähler, auf die es im November vermutlich ankommt, wählen Clinton. So weist der Weekly Standard darauf hin, dass angeblich ein Drittel aller Clinton-Wähler sagen würde, dass Obama, sollte er denn am Ende der Nominierte sein, ihre Stimme nicht bekommt. Allerdings muss hier die Frage sein, inwieweit dies auch dem momentanen Wahlkampfklima geschuldet ist und ob sich solcherlei Festlegungen nicht neu sortieren, wenn es dann gegen die Republikaner geht.

McCain schaut gemütlich aus der Ferne zu

Die jedenfalls, und insbesondere ihr schon feststehender Kandidat John McCain, sind vermutlich die Gewinner des demokratischen Showdowns. Denn während sich Obama und Clinton Duell um Duell liefern und dabei inzwischen auch nicht mehr davor zurückschrecken, den Gegner mit harten Bandagen anzugehen, kann McCain sich das Ganze gemütlich aus der Ferne ansehen. Zwar ist der November noch weit weg und es durchaus auch denkbar, dass der demokratische Kandidat, wie immer er auch heißen möge, gestärkt aus diesem Zweikampf hervorgeht, was wohl in erster Linie davon abhängen wird, wie sehr es der Partei gelingen wird, sich hinter dem Sieger zu versammeln und die Vorwahlschlachten und all ihre Tiefschläge vergessen zu machen. Aber das McCain zum jetzigen Zeitpunkt eine tatsächliche Chance, die Wahl im November zu gewinnen, eingeräumt wird – wer hätte das noch vor einem halben Jahr gedacht, angesichts des massiven Wechselklimas in den USA?

Doch hören wir uns nun erst einmal an, was Hillary zu sagen hat…
Teil1

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