Alice Schwarzer oder: Die Verlogenheit der Emanzipation

Schon in den Siebziger Jahre dachte ich über die Emanzipation nach. Politisch schien mir das einfach zu lösen. Man könnte nur die Hausfrauenarbeit arbeitstechnisch berechnen und von Staats wegen entlohen. Hausfrauenarbeit hätte dann eine Bemessungsgrundlage gehabt, wie im Handwerk die Gewerke. Als ich nun kürzlich im Supermarkt stand und über

niedo.jpgSchon in den Siebziger Jahre dachte ich über die Emanzipation nach. Politisch schien mir das einfach zu lösen. Man könnte nur die Hausfrauenarbeit arbeitstechnisch berechnen und von Staats wegen entlohen. Hausfrauenarbeit hätte dann eine Bemessungsgrundlage gehabt, wie im Handwerk die Gewerke.
Als ich nun kürzlich im Supermarkt stand und über die Arbeitsgeschwindigkeiten der Frauen an den Kasse nachdachte, gerade wenn Schlangen von Menschen davor stehen, (Akkordgeschwindigkeit an Konzentration) dachte ich über Leichtlohngruppen nach. Was war eigentlich damit geworden? Aus dem Erbe der Nazis, das nach 1945 ja fortgesetzt wurde.

Kürzlich las ich dann, dass Frauen nach wie vor weniger als Männer verdienen, mitunter 30 Prozent.

Unweigerlich dachte ich später, worin liegt eigentlich der Erfolg der populären Vorzeigeemanze Alice Schwarzer, was haben die Frauen im unteren Drittel eigentlich erreicht? Dass die Familienministerin von der Leyen soviel wie ihre männlichen Kollegen verdient, würde ich vermuten. Bei denen dort oben, ist man sich einig.

Überall dort, wo Ausdauer, Fleiß und Kontinuierlichkeit erforderlich sind, sehe ich Frauen an der Front, gerade im Niedriglohnsektor. Erreicht hat die Emanzipation demzufolge in Deutschland bisher wenig. Warum man Alice Schwarze feiert, erschließt sich mir nicht. Jedenfalls hat die Frau weitestgehend heute noch genauso zu dienen wie früher…

Kommentare

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  1. Ist Ihnen eigentlich mal aufgefallen, dass es Alice Schwarzer ist, an der es liegt, dass es überhaupt eine Ministerin von der Leyen gibt? In allen Bereichen geht es den Frauen heute besser. Das liegt an niemandem mehr, als an Alice Schwarzer. Alice Schwarzer ist die Persönlichkeit unserer Zeit, die am meisten für die Verbesserung der Verhältnisse von Frauen, aber auch von Männern erreicht. Und das schon seit den 1970er Jahren. An diese Lebensleistung und ihre Erfolge kommt schon heute keiner heran.

    Sie ist auch keine Vorzeigeemanze, sondern eine geradlinige, erfolgreiche, engagierte Frau. Die geradlinigste, erfolgreichste, engagierteste Frau, die die Verbesserung der Gesetze und deren Anwendung bewirkt hat und die z.B. auch die interessanteste Publikumszeitschrift Deutschlands gegründet und als Zeitschrift und als Unternehmen zu großem Erfolg geführt hat. Ihre Bücher z.B. sind literarisch hinreißend und politisch sehr wichtig.

    Für die Rückschritte in der Gesellschaft sind andere verantwortlich.

    Vertauschen Sie nicht einfach die Wirkungen!